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Stand 24.09.2020

Themen A-Z

Coronavirus

Corona-Viren

Testungen auf SARS-CoV-2

Wer darf wann getestet werden? Wie erfolgt die Abrechnung, oder welches Formular ist das richtige? Für Vertragsärzte ergeben sich im Detail die folgenden fünf möglichen Testszenarien, die sich nicht nur in der Abrechnung unterscheiden.

Aktueller Hinweis: Die Möglichkeit zur kostenlosen Testung für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten wurde beendet und gilt seit 15. September 2020 nicht mehr.

Personen mit COVID-19-Symptomen

Übersicht

  • Symptome: ja (mit oder ohne epidemiologischen Zusammenhang zu einem COVID-19-Fall)
  • Personen: GKV-Versicherte

Abstrich

Abrechnung nach EBM

  • Versicherten-, Grund- oder Notfallpauschale (Abstrich ist Bestandteil der Pauschalen)
  • ggf. weitere GOP bei Hausbesuch
  • Kennziffer 88240 für extrabudgetäre Vergütung (Angabe jeweils am Behandlungstag)
  • Kennziffer 32006 für Laborkosten (keine Belastung des Laborbudgets)

Beauftragung Labor

Formular 10C

  • stellt die KV bereit
  • bis zur Bereitstellung: Formular 10
  • Auftrag "Diagnostische Abklärung (GOP 32816)" ankreuzen

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular 10C anzukreuzen) 

Kodieren nach ICD-10 durch die Arztpraxis

  • Kode für die klinische Manifestation, z.B. J06.9 G und U99.0 G für die Veranlassung des Tests
  • Kontakt zu COVID-19-Fall: zusätzlich Z20.8 G
  • positives Ergebnis: zusätzlich U07.1 G
  • negatives Ergebnis:
    • epidemiologisch bestätigte Erkrankung: zusätzlich U07.2 G
    • epidemiologisch nicht bestätigte Erkrankung: keine zusätzliche Kodierung

Meldepflichten

  • Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt

Personen mit Corona-Warn-App

Übersicht

  • Symptome: (meist) nein
  • Personen: GKV-Versicherte, die mit App-Meldung „erhöhtes Risiko“ direkt den Vertragsarzt aufsuchen

Abstrich

Abrechnung nach EBM

  • GOP 02402 (10 Euro pauschal)
  • Versicherten-, Grund- oder Notfallpauschale
  • Kennziffer 32006 für Laborkosten (keine Belastung des Laborbudgets)

Beauftragung Labor

Formular 10C

  • stellt die KV bereit
  • bis zur Bereitstellung: Formular 10
  • Auftrag: „Testung nach Meldung ‚erhöhtes Risiko‘ durch Corona-Warn-App (GOP 32811)“ ankreuzen

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular 10C anzukreuzen)

Kodieren nach ICD-10 durch die Arztpraxis

  • Z20.8 G für den COVID-19-Fall und U99.0 G für die Veranlassung des Tests
  • positives Ergebnis: zusätzlich U07.1 G und Z22.8 G
  • negatives Ergebnis: keine zusätzliche Kodierung

Meldepflichten

  • Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt

Einreisende aus ausländischen Risikogebieten (nach Rechtsverordnung des BMG)

Übersicht

  • Symptome: nein
  • Personen: alle Personen unabhängig des Versicherungsstatus, die sich in den letzten 14 Tagen vor Einreise nach Deutschland in einem vom RKI zum Zeitpunkt der Einreise ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben (auch ohne Wohnsitz in Deutschland); sie müssen gegenüber dem Arzt versichern, dass sie in einem ausländischen Risikogebiet waren, z.B. Vorlage Bordingpass oder Hotelrechnung
  • Zeit: Test innerhalb von 10 Tagen nach Einreise

Hinweis: Für diese Personengruppe besteht eine Testpflicht nach der „Verordnung zur Testpflicht von Einreisenden aus Risikogebieten“ des Bundesgesundheitsministeriums.

Abstrich

Abrechnung nach Rechtsverordnung

  • 15 Euro pauschal (Gespräch, Abstrich, ggf. Bescheinigung über Test)
  • Abrechnung monatlich oder quartalsweise über die KV
  • Die Abrechnung enthält keinen Personenbezug
  • Näheres zur Abrechnung regelt die KV

Beauftragung Labor

Formular OEGD

  • stellt die KV bereit
  • Auftrag: „§ 4 Nr. 4a) RVO Auslandsaufenthalt“ bis auf Weiteres für Einreisende aus Risikogebieten ankreuzen (die Überarbeitung des Formulars OEGD erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt)

Hinweis: Bei der Beauftragung eines SARS-CoV-2-Tests immer an die Einwilligung des Getesteten zur Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server denken. Das Häkchen zur Einwilligung auf dem Formular erleichtert die Befundübermittlung an die Getesteten und entlastet bei negativen Testergebnissen die Arztpraxen und Gesundheitsämter.

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular OEGD anzukreuzen)

Kodieren nach ICD-10 durch die Arztpraxis

  • keine Kodierung gemäß § 295 SGB V vorgesehen, mögliche Kodierung gemäß ICD-10-GM: Z11 G und U99.0 G für die Testung
  • ggf. regionale Vereinbarungen berücksichtigen
  • Kodierung gemäß § 295 SGB V erst, wenn bei kurativer Behandlung vertragsärztliche Leistungen abgerechnet werden

Meldepflichten

  • Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt

Beauftragung durch den ÖGD (nach Rechtsverordnung des BMG)

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) hat nach der Rechtsverordnung (RVO) die Möglichkeit, Vertragsärzte mit der Abstrichentnahme zu beauftragen.

Übersicht

  • Symptome: nein
  • Personen: alle Personen

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) kann SARS-CoV-2-Testungen nach der Rechtsverordnung (RVO) bei folgenden Konstellationen beauftragen*:

  • nach Kontakt zu infizierter Person, z.B. in der Familie oder nach Warnung durch App
  • in Schulen, Pflegeheimen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen
  • nach Ausbruchsgeschehen
  • zur Infektionsverhütung
  • nach Aufenthalt in einem Risikogebiet (Inland)  
  • vor einer Reha
  • vor einer ambulanten OP

*Die Beauftragung kann auch zwischen KV und Gesundheitsbehörde / Land vereinbart sein. Fragen Sie hierzu bei Ihrer KV nach.

Abstrich

Abrechnung nach Sonderregelung

  • gemäß regionaler Vereinbarung mit dem ÖGD, z.B. Rahmenvereinbarung zwischen
    ÖGD/Land und KV
  • Näheres zur Abrechnung regelt die KV

Beauftragung Labor

Formular OEGD

  • stellt in der Regel der ÖGD bereit
  • bis zur Bereitstellung: freier Auftrag analog Formular OEGD
  • Auftrag zur Testung entsprechend den ÖGD-Vorgaben
  • PLZ des beauftragenden ÖGD auf dem Formular angeben

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an den ÖGD bzw. die Arztpraxis, die im Auftrag des ÖGD den Test veranlasst hat
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular OEGD anzukreuzen)

Kodieren nach ICD-10 durch die Arztpraxis

  • keine Kodierung gemäß § 295 SGB V vorgesehen, mögliche Kodierung gemäß ICD-10-GM: Z11 G und U99.0 G für die Testung
  • ggf. regionale Vereinbarungen berücksichtigen
  • Kodierung gemäß § 295 SGB V erst, wenn bei kurativer Behandlung vertragsärztliche Leistungen abgerechnet werden

Meldepflichten

  • Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt

Vereinbarungen der Bundesländer

Übersicht

  • Symptome: nein
  • Personen auf Grundlage von: Regelungen/Vereinbarungen der Länder, u.a. gemeinsam mit der KV vor Ort zu Tests von Beschäftigten in Schulen, Kitas

Mehr Infos? Fragen Sie Ihre KV.

Abstrich

Abrechnung nach Sonderregelung

  • gemäß regionaler Vereinbarung, z.B. Formular OEGD

Hinweis: keine vertragsärztlichen Formulare wie 10 oder 10 C verwenden

Beauftragung Labor

Gesondertes Formular

  • Bereitstellung ist regional geregelt
  • Auftrag zur Testung gemäß regionaler Vereinbarung

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • bei Nutzung des OEGD-Formulars an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular OEGD anzukreuzen)

Kodieren nach ICD-10 durch die Arztpraxis

  • keine Kodierung gemäß § 295 SGB V vorgesehen, mögliche Kodierung gemäß ICD-10-GM: Z11 G und U99.0 G für die Testung
  • ggf. regionale Vereinbarungen berücksichtigen
  • Kodierung gemäß § 295 SGB V erst, wenn bei kurativer Behandlung vertragsärztliche Leistungen abgerechnet werden

Meldepflichten

  • Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt

Indirekter Erregernachweis mittels Antikörpertestung

Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Dennoch sollte der direkte Erregernachweis im Vordergrund stehen.

Mit den derzeit am Markt befindlichen Antikörpernachweisen kann bei einmaliger Untersuchung nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt.

Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion oder ein deutlicher Titeranstieg für IgG- oder Gesamt-Antikörper in demselben Testverfahren festgestellt werden, kann dies insbesondere bei entsprechender Symptomatik auf eine akute Infektion hinweisen.

Nachweis einer Serokonversion oder eines Titeranstiegs

Hierzu sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss im Hinblick auf die Feststellung signifikanter Veränderungen in demselben Labor / mit demselben Test untersucht werden.

Das Blut wird auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden.

Bei der Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss im Rahmen des laborärztlichen Befundes Folgendes berücksichtigt werden:

  • Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests
  • Ergebnis einer gegebenenfalls durchgeführten Voruntersuchung
  • anamnestische Angaben

Auch indirekter Erregernachweis meldepflichtig

Meldepflichtig sind der direkte und indirekte Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. Der veranlassende Arzt und auch der Laborarzt müssen die Infektion – wie bei einem PCR-Test – namentlich dem Gesundheitsamt melden.

Hinweise zur Abrechnung

Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.

Eine Testung ohne direkten Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik ist keine vertragsärztliche Leistung. Aussagen zu einer bestehenden Immunität sind aus den Untersuchungsergebnissen gegenwärtig noch nicht sicher abzuleiten.

Schnellteste können nicht abgerechnet werden.

Die Ärzte, die Antikörper untersuchen, sollten an Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

Abrechnung

Extrabugetäre Vergütung

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. 

Wichtig für die Abrechnung ist, dass der Arzt dazu die Ziffer 88240 an allen Tagen dokumentiert, an denen er den Patienten wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt.

Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Seit 1. April gibt es für die Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus ein neues Verfahren. Es wird nicht mehr der gesamte Fall gekennzeichnet, sondern der Arzt dokumentiert die Ziffer 88240 an allen Tagen, an denen er den Patienten wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt. 

Dann wird Folgendes extrabudgetär vergütet: 

  • alle Leistungen, die er an diesen Tagen für den Patienten durchführt

sowie 

  • die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale, 
  • die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650) und 
  • die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250), 

auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurden.
 

Kodieren

Kodes für SARS-CoV-2 im Überblick

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Diagnoseschlüssel: U07.1 ! U07.2 ! und U99.0 !. Im Folgenden wird erläutert, wann welcher Schlüssel der richtige ist. 

Kodes U07.1 !, U07.2 ! und U99.0 !

  • U07.1 ! COVID-19, Virus nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.
  • U07.2 ! COVID-19, Virus nicht nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte, die Erkrankung jedoch anhand eines klinischen Kriteriums (z.B. mit COVID-19 zu vereinbarendes Symptom) und eines epidemiologischen Kriteriums (z.B. Kontakt zu einem laborbestätigten COVID-19-Fall) vorliegt.
  • U99.0 ! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2: Die neubelegte Schlüsselnummer beschreibt einen „Versorgungsanlass“ hinsichtlich der Behandlung von Personen, bei denen eine Infektion mit SARS-CoV-2 abgeklärt wird. Mit „spezielle Verfahren“ sind hier direkte labordiagnostische Verfahren zum Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2 gemeint.

Kein „!“ beim Kodieren

Bei allen diesen Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass sie eine ergänzende Information enthalten und mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen, der für eine Primärverschlüsselung zugelassen ist. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.

Nur Zusatzkennzeichen „G“

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Die Kodes U07.1 ! und U07.2 ! sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind, oder um den Ausschluss („A“) oder den Zustand nach („Z“) einer COVID-19-Erkrankung zu verschlüsseln.

Personen mit Symptomen

Fallkonstellation: Personen mit COVID-19-Symptomen gemäß der RKI-Kriterien

Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise Symptome und geben zusätzlich den Kode U99.0 G für die Abklärung einer Infektion mit SARS-CoV-2 an, sofern eine Kodierung von U07.1 ! beziehungsweise von U07.2 ! noch nicht möglich ist. Die Angabe weiterer Schlüsselnummern hängt von epidemiologischen Kriterien und vom Testergebnis ab.

Beispiel: Symptomatischer Patient ohne epidemiologisches Kriterium

Ein Patient klagt über Husten und gibt einen Verlust des Geruchssinns an. Ein epidemiologischer Zusammenhang mit einem nachgewiesenen COVID-19-Fall ist nicht erkennbar. Ein Labortest wird veranlasst.

1. Sie kodieren zunächst die Manifestation:

  • R05 G Husten
  • R43.0 G Anosmie

2. Sie veranlassen einen Test und ergänzen:

  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

3. Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie müssen nichts weiter kodieren

Beispiel: Symptomatischer Patient mit epidemiologischem Kriterium

Ein Patient klagt über Fieber, Husten und allgemeines Krankheitsgefühl. Aus der Anamnese geht hervor, dass er innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn einen Kontakt gemäß RKI-Definition zu einer Person mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion hatte. Ein Labortest wird veranlasst.

1. Sie kodieren zunächst die Manifestation:

  • J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • optional: Z20.8 G Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten

2. Sie veranlassen einen Test und ergänzen:

  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

3. Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie ergänzen U07.2 G COVID-19, Virus nicht nachgewiesen

Vorgehen nach Warnung durch Corona-App

Fallkonstellation: Personen nach Meldung "erhöhtes Risiko" durch die Corona-Warn-App wenn die Personen direkt den Vertragsarzt aufsuchen

Die Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App ist äquivalent zu dem epidemiologischen Kriterium eines Kontaktes zu einem laborbestätigten COVID-19-Fall. Es ist regelhaft zu erwarten, dass die Person asymptomatisch ist. Die Angabe weiterer Schlüsselnummern hängt vom Vorhandensein/Auftreten von Symptomen und vom Testergebnis ab.

Beispiel: Asymptomatische Person mit Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App

Eine Person sucht direkt die Vertragsarztpraxis auf, weil die Corona-Warn-App die Meldung „erhöhtes Risiko“ anzeigt. Mit COVID-19 vereinbarende Symptome bestehen nicht. 

1. Sie kodieren zunächst die Manifestation:

  • ​​​​​​Z20.8 G Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten

2. Nach einem Gespräch mit der Person fällt die Entscheidung zur Durchführung eines Testes auf SARS-CoV-2 und Sie ergänzen:

  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

3. Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen Z22.8 G Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten und U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie müssen nichts weiter kodieren 

Beispiel: Symptomatische Person mit Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App

Eine Person sucht direkt die Vertragsarztpraxis auf, weil die Corona-Warn-App die Meldung „erhöhtes Risiko“ anzeigt. Die Person berichtet zudem über Fieber, Husten und allgemeines Krankheitsgefühl. Ein Test auf SARS-CoV-2 wird veranlasst.

1. Sie kodieren zunächst die Manifestation:

  • J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • optional: Z20.8 G Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten

2. Nach einem Gespräch mit der Person veranlassen Sie einen Test und ergänzen:

  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

3. Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie ergänzen U07.2 G COVID-19, Virus nicht nachgewiesen

Einreisende aus ausländischen Risikogebieten / Beauftragung durch den ÖGD / Vereinbarungen der Bundesländer

Fallkonstellation: Personen, die nach Einreise aus einem ausländischen Risikogebiet, nach Beauftragung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst oder im Rahmen einer regionalen Vereinbarungen der Bundesländer den Vertragsarzt aufsuchen

Diese Personen haben in der Regel keine Symptome. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Einreisende aus ausländischen Risikogebieten, Kitaangestellte oder Personen vor Antritt einer Reha. Grundlage für die Testung bilden die Rechtsverordnungen des Bundesgesundheitsministeriums oder regionale Vereinbarungen der Bundesländer.

Die durch Rechtsverordnungen bestehende Anspruchsberechtigung auf einen SARS-CoV-2-Test unterliegt somit nicht dem Regelungsbereich des Paragrafen 295 SGB V. Das heißt, dass eine Kodierung mit Diagnoseschlüsseln grundsätzlich nicht vorgesehen ist.

Auf Bundesebene kann daher keine Kodierung empfohlen werden. Durch regionale Vereinbarungen zur Testung kann jedoch gegebenenfalls eine Kodierung mit Diagnoseschlüsseln geregelt sein.

Mögliche Kodierung aus klassifikatorischer Sicht:

1. Sie kodieren für die Veranlassung des Tests:

  • Z11 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

2. Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen Z22.8 G Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten und U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie müssen nichts weiter kodieren

3. Falls im weiteren Verlauf Symptome auftreten, die mit SARS-CoV-2 zu vereinbaren sind, und Sie aufgrund von Krankheit vertragsärztliche Leistungen durchführen, geben Sie bei der Abrechnung dieser Leistungen Diagnoseschlüssel der ICD-10-GM an. Die Kodierung erfolgt dann analog der ersten Fallkonstellation „Person mit COVID-19-Symptomen“.

Kodierung durch Labore

Die Befreiung von der spezifischen Verschlüsselungspflicht (nach Paragraf 57a Absatz 2 Bundesmantelvertrag Ärzte) gilt auch für die Verschlüsselung bei Tests auf SARS-CoV-2.

Sie können den Ersatzwert Z01.7 G Laboruntersuchung verwenden.

Durch regionale Vereinbarungen zur Testung kann jedoch gegebenenfalls eine Kodierung mit Diagnoseschlüsseln geregelt sein.

Mögliche Kodierung aus klassifikatorischer Sicht:

1. Sie kodieren für die Durchführung des Tests:

  • Z11 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Selbstverständlich steht es Ihnen frei, weitere spezifische Kodes zu verwenden, beispielsweise bei positivem Testergebnis, U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen.

Meldepflicht

Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle melden

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle ihrer Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt (Postleitzahltool des RKI).

Die Meldung – inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person – muss unverzüglich erfolgen und innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt vorliegen. Zur Meldung ist der Arzt verpflichtet, der den Verdacht, die Erkrankung oder den Tod in Bezug auf COVID-19 festgestellt hat. Er ist auch grundsätzlich für die Einhaltung der Meldepflicht verantwortlich.

Darüber hinaus bestehen Meldepflicht und Verantwortlichkeit auch für Leiter bestimmter Einrichtungen. Beispielsweise ist der Leiter einer Arztpraxis mit Infektionserregerdiagnostik verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2 namentlich zu melden.

Näheres zu den Personen, die zur Meldung verpflichtet sind, regelt Paragraf 8 des Infektionsschutzgesetzes.

Neu: Bei der namentlichen Meldung müssen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz seit dem 23. Mai – soweit möglich – auch Angaben machen zum:

  • wahrscheinlichen Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat (mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und dem wahrscheinlichen Infektionsrisiko)

Sowie im weiteren Behandlungsverlauf zum:

  • Behandlungsergebnis (d.h. Genesungsstatus)
  • Serostatus (d.h. ob spezifische Antikörper im Blut vorhanden sind)

Übersicht des Robert Koch-Institutes zu den erforderlichen Meldeinhalten

Folgende Angaben müssen bei der Meldung gemacht werden, wenn die Informationen vorliegen:

Zur betroffenen Person    

  • Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum
  • Adresse und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail)
  • Tätigkeit, Betreuung oder Unterbringung in einer Einrichtung, z.B. Krankenhaus, Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kita, Schule), Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, Obdachlosenunterkünfte, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende, Justizvollzugsanstalten
  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose
  • Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion
  • wahrscheinlicher Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat, mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Behandlungsergebnis und zum Serostatus in Bezug auf diese Krankheit
  • Stadt oder Landkreis, in der/dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist
  • Überweisung, Aufnahme und Entlassung z.B. aus einem Krankenhaus, ggf. intensivmedizinische Behandlung und deren Dauer
  • Spender für eine Blut-, Organ-, Gewebe- oder Zellspende in den letzten sechs Monaten
  • Zugehörigkeit zur Bundeswehr und Personen, während sie sich in ortsfesten oder mobilen Einrichtungen aufhalten, die von der Bundeswehr betrieben werden

Zum Labor

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) der Untersuchungsstelle, die mit der Erregerdiagnostik beauftragt ist

Zum Melder    

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) des Meldenden

Verdachtsfall melden

Erfüllt ein Patient mindestens eines der beiden folgenden Test-Kriterien des Robert Koch-Institutes, gilt er als Verdachtsfall und ist damit meldepflichtig:

  1. Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome (www.rki.de/covid-19-steckbrief)
  2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Veranlasst die Ärztin oder der Arzt einen PCR-Test oder einen Antikörpertest bei einem Labor, ergeben sich dadurch weitere Meldepflichten.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19

Meldungen nach Vorliegen der Testergebnisse

Die Ergebnisse eines PCR-Tests oder eines Antikörpertests des Labors liegen dem behandelnden Arzt vor.

Erkrankung bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine nachgewiesene Erkrankung ist immer namentlich zu melden. Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).  

Verdachtsfall nicht bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt muss dann erfolgen, wenn sich ein vorab gemeldeter Verdachtsfall durch ein negatives Testergebnis nicht bestätigt hat.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Serostatus – namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Neu: Durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz ist seit dem 23. Mai auch der Serostatus eines Patienten Teil der namentlichen Meldung in Verbindung mit dem Verdacht, der Erkrankung oder dem Tod an COVID-19.

Liegen die Ergebnisse eines Antikörpertests vor, meldet der behandelnde Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Meldungen im weiteren Behandlungsverlauf

Genesung

Ist der Patient nach einer COVID-19-Erkankung genesen, meldet der feststellende Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Todesfall

Ein Todesfall infolge von COVID-19 ist immer dem Gesundheitsamt zu melden. Der Arzt, der den Todesfall feststellt, meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Meldepflichten für Labore

Labore müssen das Ergebnis eines Erregernachweises melden. Dabei ist es egal, ob ein direkter Virusnachweis durch einen PCR-Test erfolgt ist oder ein indirekter Erregernachweis mittels Antikörpertestung.

Namentliche Meldung an das Gesundheitsamt: bei positivem Test

Das Labor meldet dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden den positiven SARS-CoV-2-Nachweis, sofern er auf eine akute Infektion hinweist – die Meldung erfolgt namentlich.

Nicht namentliche Meldung an das RKI: bei positivem und negativem Test

Neu: Durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz müssen Labore seit dem 23. Mai dem Robert Koch-Institut innerhalb von 24 Stunden positive und negative Test-Ergebnisse melden – die Meldung erfolgt nicht namentlich. Die fallbezogene Pseudonymisierung regelt Paragraf 10 Absatz 4 des Infektionsschutzgesetzes.

Aktueller Hinweis: Die nicht namentliche Meldung an das RKI muss derzeit nicht erfolgen, da die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben sind (Info des RKI vom 4. Juni).

Rechtliche Hinweise und weiterführende Informationen

Rechtliche Grundlagen

Die Meldepflichten zu COVID-19 sind seit Mai im Infektionsschutzgesetz verankert. Zuvor waren sie in einer Verordnung vom 30. Januar 2020 geregelt. Diese Verordnung ist mit Verkündung des zweiten Bevölkerungsschutzgesetzes außer Kraft getreten.

Weiterführende Informationen

Fragen und Antworten zu COVID-19

Zweites Bevölkerungsschutzgesetz: Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (PDF)
Infektionsschutzgesetz
Postleitzahltool des RKI zur Ermittlung des zuständigen Gesundheitsamtes
Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19
Informationen des RKI

Sonderregelungen für die ambulante Versorgung

Extrabudgetäre Vergütung für alle COVID-19-Leistungen

Für die ambulante medizinische Versorgung von Coronavirus-Patienten wird zusätzliches Geld bereitgestellt. Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion erforderlich sind, werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. Auf die Vergütungsvereinbarung hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband geeinigt. Damit reagieren die Vertragspartner auf die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und den damit verbundenen steigenden Behandlungsbedarf in der Bevölkerung.

Gilt bis: unbefristet

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 2. April 2020

Hilfspaket der Bundesregierung: Ausgleichzahlungen für Umsatzeinbußen

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten können mit Ausgleichszahlungen für Umsatzeinbußen infolge der Coronavirus-Krise rechnen. Die Bundesregierung hat ein Hilfspaket beschlossen, mit dem finanzielle Verluste abgefedert werden sollen. 

Der Schutzschirm für die Vertragsarzt- und Vertragspsychotherapeutenpraxen umfasst Leistungen, die aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung honoriert werden, und Leistungen, die extrabudgetär bezahlt werden. Er sieht Folgendes vor:

  • Praxen mit Umsatzverlusten von zehn Prozent und mehr und einem pandemiebedingten Rückgang der Fallzahlen können einen Ausgleich für extrabudgetäre Leistungen wie Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen oder ambulante Operationen erhalten. Vergleichszeitraum ist das jeweilige Quartal des Vorjahres.
  • Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) trotz reduzierter Leistungsmenge im regulären Umfang an die Kassenärztlichen Vereinigungen aus. Sie müssen also genauso viel Geld für die Versorgung der Patienten bereitstellen wie zu „normalen“ Zeiten. Somit können Verluste bei MGV-Leistungen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen kompensiert werden.

Nach welchen genauen Vorgaben die Verluste in der extrabudgetären Gesamtvergütung und in der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung ausgeglichen werden, wird zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen verhandelt.

Mehr Informationen: 

PraxisNachricht vom 23. März 2020

PraxisNachricht vom 11. Mai 2020

Praxisinfo Coronavirus: Anspruch auf Entschädigung bei untersagter Tätigkeit oder Quarantäne

Keine Sanktionen bei pandemiebedingter Unterschreitung des Versorgungsauftrages

Ärzte und Psychotherapeuten, die ihre Sprechzeiten beispielsweise infolge fehlender Schutzausrüstung oder einer Anordnung des Gesundheitsamtes zeitweise reduzieren mussten, bleiben von Honorarkürzungen verschont. Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Rechtsauffassung der KBV bestätigt, wonach eine pandemiebedingte Unterschreitung des Versorgungsauftrages nicht sanktioniert werden sollte.

Videosprechstunde unbegrenzt möglich

Ärzte und Psychotherapeuten können unbegrenzt Videosprechstunden anbieten. KBV und Krankenkassen haben die geltenden Beschränkungen für den Einsatz der Videosprechstunde für einen befristeten Zeitraum aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert. Die Videosprechstunde ist bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war. 

Auch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten dürfen bestimmte Leistungen per Videosprechstunde durchführen und abrechnen, unter anderem Einzeltherapiesitzungen.  

Hinweis: So erfassen Sie die Versichertendaten auch ohne Einlesen der Karte:

  • Der Patient war in dem Quartal bereits mit seiner eGK in der Praxis: Die Versichertendaten liegen vor.  
  • Der Patient ist in der Praxis bekannt, er war aber in dem Quartal nicht da: Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  • War der Patient bisher noch nie in der Praxis, hält er zu Beginn der Videosprechstunde seine elektronische Gesundheitskarte in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (mit Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes.

Gilt bis: 31. Dezember 2020  

Mehr Informationen: KBV-Themenseite Videosprechstunde

Videosprechstunde: Weitere Sonderregelung für Psychotherapeuten

Psychotherapeuten dürfen während der Corona-Krise neben Einzeltherapiesitzungen auch Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) per Video durchführen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Hinweise zur Abrechnung: Für diese Sonderregelung wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Gilt bis: 31. Dezember 2020  

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24. März 2020KBV-Themenseite Videosprechstunde
 

Sozialpsychiatrie: Neue Leistung für die funktionelle Entwicklungstherapie per Video

Zur Erleichterung der sozialpsychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Krise kann die funktionelle Entwicklungstherapie vorerst auch per Video erfolgen. Dazu haben KBV und GKV-Spitzenverband eine Sonderregelung vereinbart, die seit 15. Mai gilt und bis Ende September befristet ist.

Die neue Leistung (Gebührenordnungsposition 14223) beinhaltet videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie durch qualifizierte nichtärztliche Mitarbeiter gemäß der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV-Mitarbeiter). Sie findet als Einzelbehandlung statt und ist je vollendete 15 Minuten berechnungsfähig.

Für die Behandlung per Video müssen die SPV-Mitarbeiter den Patienten kennen.  Das heißt: Der Patient war in den letzten vier Quartalen (einschließlich des aktuellen Quartals) mindestens einmal in der Praxis. 

Gilt bis: 31. Dezember 2020 

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 19. Mai 2020

Psychotherapie: Umwandlung von Gruppentherapie

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden. Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden. 

Gilt bis: 31. Dezember 2020  

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24. März 2020
 

Kontrolluntersuchungen und Schulungen von DMP-Patienten dürfen ausfallen

Zur Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-19 gibt es für chronisch Kranke eine weitere Sonderregelung. Die vorgeschriebenen quartalsbezogenen Kontrolluntersuchungen in den Disease-Management-Programmen (DMP) dürfen ausfallen, wenn es medizinisch vertretbar ist.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dazu die DMP-Dokumentationspflicht und die Verpflichtung der Versicherten zur Teilnahme an empfohlenen Schulungen ausgesetzt. 

Koordinierende Ärzte können somit selbst entscheiden, was für ihre Patienten in der aktuellen Situation am besten ist. So kann es im Einzelfall durchaus notwendig sein, dass die Kontrolluntersuchung oder die Schulung durchgeführt werden. In diesen Fällen erfolgt auch die Dokumentation der Untersuchung.

Wenn möglich, kann die DMP-Dokumentation auch auf Basis einer telemedizinischen DMP-Konsultation erfolgen.

Gilt bis: 31. Dezember 2020 

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 8. April 2020
 

Heilmittelverordnungen können innerhalb von 28 Tagen begonnen werden

Eine Heilmitteltherapie muss erst innerhalb von 28 Tagen nach Verordnungsdatum beginnen, regulär sind es 14 Tage. Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden. 

Gilt bis: 31. Dezember 2020  

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 29. Juni 2020

Krankentransporte zur ambulanten Behandlung genehmigungsfrei

Krankentransporte zu einer ambulanten Behandlung von COVID-19-Patienten sind genehmigungsfrei. Dies gilt auch für Patienten, die nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen.

Ärzte und Psychotherapeuten, die einen solchen Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) veranlassen, müssen die Verordnung kennzeichnen. Dazu geben sie auf dem Formular für die Krankenbeförderung (Muster 4) an, dass es sich um einen nachweislich COVID-19-Erkrankten oder einen gesetzlich Versicherten in Quarantäne handelt.

Wichtig: Die ambulante Behandlung, zu der ein Krankentransport verordnet wird, muss zwingend medizinisch notwendig und nicht aufschiebbar sein.

Gilt bis: solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 29. Mai 2020
 

Entlassmanagement: Verordnungen jetzt für bis zu 14 Tage

Krankenhäuser können für einen längeren Zeitraum nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen. Konkret sind es jetzt 14 Tage.

Dabei geht es um folgende Leistungen: AU-Bescheinigung, häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Soziotherapie, Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) sowie Heilmittel. Hier wurde die 12-Kalendertage-Frist, bis zu der die vom Krankenhaus verordnete Heilmittelbehandlung abgeschlossen sein muss, auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert.

Arzneimittelrezepte: Bei der Verordnung von Arzneimitteln im Entlassmanagement hat der G-BA die Begrenzung auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen ausgesetzt. Für sonstige Produkte wie Blutzuckerstreifen oder Verbandmittel dürfen Rezepte für den Bedarf von bis zu 14 Tagen ausgestellt werden. Die Einlösefrist für Entlassrezepte wurde auf 6 Werktage verlängert.

Gilt bis: solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt 

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 29. Mai 2020
 

U-Untersuchungen: Untersuchungszeiträume ab U6 ausgesetzt

Ärzte können die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen U6, U7, U7a, U8 sowie U9 auch durchführen und abrechnen, wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind.

Zunächst hatten die Partner des Bundesmantelvertrags eine befristete Aussetzung der Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten ab der U6 vereinbart.

Im Mai wurde im Gemeinsamen Bundesausschuss dann ein entsprechender Beschluss zu Ausnahmeregelungen für die Kinder-Untersuchungen gefasst.

Die Sonderregelung gilt solange, wie der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt – und bis zu drei Monate darüber hinaus.

Gilt bis: voraussichtlich 31. März 2021

Dialyse: Notfallplan sichert Dialyse-Versorgung

Zur Sicherstellung der Versorgung von Dialyse-Patienten haben KBV und GKV-Spitzenverband einen Notfallplan für die Zeit der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Zur Sicherstellung der Dialyse-Versorgung sollen die Einrichtungen flexibel auf bestimmte Notsituationen reagieren können, zum Beispiel, wenn Dialyse-Ärzte krankheitsbedingt ausfallen oder ganze Einrichtungen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in dem gewohnten Umfang weiterarbeiten können. In solchen Fällen können Praxen beispielsweise unkompliziert Patienten anderer Praxen übernehmen. Außerdem wurden die Zuschlagsziffern für Infektionsdialysen an die Coronavirus-Situation angepasst.

Gilt bis: 30. September 2020 

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24. Juni 2020
 

Aussetzen von QS-Maßnahmen weiterhin möglich

Die Kassenärztlichen Vereinigungen können bestimmte Qualitätssicherungs-Maßnahmen weiterhin aussetzen oder von den Bundesvorgaben abweichen. Darüber hinausgehende Lockerungen sind in Regionen mit hohen Infektionszahlen möglich. 

Darauf hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband in einer neuen Übergangsvereinbarung verständigt, die zum 1. Juli in Kraft getreten ist. Hintergrund ist, dass aufgrund der Corona-Krise weiterhin bestimmte Qualitätsvorgaben nicht eingehalten werden können.

Gilt bis: längstens 31. März 2021 

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 15. Juli 2020
 

Nachweispflicht für Fortbildung verlängert

Die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung wird für Ärzte und Psychotherapeuten aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein weiteres Quartal bis zum 30. September 2020 verlängert. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat einer entsprechenden Anfrage der KBV zugestimmt. Die Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung nach Paragraf 95d SGB V gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden. Darüber hinaus können Sanktionen, die bereits aufgrund des fehlenden Fortbildungsnachweises verhängt wurden, ausgesetzt werden. 

Zusätzlich wurde von der KBV-Vertreterversammlung eine Absenkung der für den Nachweis der Fortbildungsverpflichtung erforderlichen Punktzahl von 250 auf 200 Punkte beschlossen. Diese Regelung gilt vom 1. April bis 30. September 2020. 

Gilt bis: 30. September 2020 

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 29.06.2020

Onkologie-Vereinbarung: Fortbildungsanforderungen für das Jahr 2020 reduziert

Ärzte, die an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmen, müssen aufgrund der Coronavirus-Pandemie für das Jahr 2020 weniger Fortbildungen nachweisen. Die KBV hat sich mit dem GKV-Spitzenverband auf eine entsprechende Sonderregelung verständigt.

So müssen Ärzte für das Jahr 2020 anstatt 50 nur 30 CME-Punkte nachweisen. Außerdem reicht es aus, wenn Ärzte an einer industrieneutralen, durch die Ärztekammer zertifizierten Pharmakotherapieberatung oder an einer von den Krankenkassen angebotenen Online-Pharmakotherapieberatung teilnehmen. Eigentlich sieht die Onkologie-Vereinbarung die Teilnahme an mindestens zwei solcher Beratungen vor.

Gilt bis: 31. Dezember 2020

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 18.09.2020

Unfallversicherung: Übergangsregelungen zur Hygienepauschale und zur Videosprechstunde

Die Hygienepauschale in Höhe von 4 Euro pro Behandlungstag erhalten Durchgangsärzte zusätzlich zu den Behandlungskosten für die ambulante Behandlung von Unfallverletzten. Sie kann als „Besondere Kosten“ mit der Bezeichnung „COVID-19-Pauschale“ mit jeder regulären Behandlungsabrechnung nach § 64 Absatz 1 Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger abgerechnet werden.

Vertragsärzte, beteiligte Ärzte sowie Psychotherapeuten können den Unfallverletzen per Videosprechstunde behandeln, um die Versorgung dieser Patienten sicherzustellen. Voraussetzung ist der Einsatz eines zugelassenen zertifizierten Videosystems. Für diese Arzt-Patienten-Kontakte kann die Nummer 1 UV-GOÄ abgerechnet werden, wobei eine entsprechende Kennzeichnung als Videobehandlung erfolgen muss. Auch Psychotherapeuten können entsprechend der Behandlungsziffern (P-Ziffern) Videosprechstunden abrechnen. 

Gilt bis: 31. Dezember 2020

Mehr Austauschmöglichkeiten bei der Arzneimittelabgabe

Apotheker haben während der Corona-Pandemie mehr Möglichkeiten zum Austausch von Arzneimitteln. Diese und weitere Maßnahmen sieht die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung vor, die seit 
22. April 2020 in Kraft ist. Hiermit sollen spürbare Entlastungen bei der Versorgung mit Arzneimitteln erreicht und vermeidbare Kontakte zwischen Arzt und Patient, aber auch zwischen Apotheker und Patient reduziert werden. So dürfen Apotheker jetzt in Fällen, in denen das nach den gesetzlichen oder vertraglichen Vorgaben abzugebende Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist, ein anderes wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der Apotheke vorhanden und das eigentlich abzugebende Arzneimittel auch nicht lieferbar, darf ein anderes lieferbares, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben werden.

Nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ist auch die Abgabe eines pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Arzneimittels möglich, wenn weder das eigentlich abzugebende noch ein entsprechendes wirkstoffgleiches Arzneimittel vorrätig oder lieferbar ist. Dies gilt auch, wenn der verordnende Arzt den Austausch des Arzneimittels mit dem Aut-idem-Kreuz ausgeschlossen hat. Der Apotheker muss dies jeweils auf dem Arzneiverordnungsblatt dokumentieren, der Arzt muss also kein neues Rezept ausstellen.

Außerdem dürfen Apotheken ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt bei der Packungsgröße, der Packungsanzahl, der Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen und der Wirkstärke von der ärztlichen Verordnung abweichen, sofern dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird.

Gilt bis: längstens 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24.04.2020
 

Erleichterungen bei der Substitutionstherapie

Die Substitutionstherapie wird während der Coronavirus-Pandemie erleichtert. Substituierende Ärzte haben die Möglichkeit, bei der Behandlung von Opioidabhängigen von den Vorgaben der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung abzuweichen.

Sie dürfen jetzt beispielsweise mehr Patienten behandeln als bisher und können Substitutionsmittel in einer Menge verschreiben, die für bis zu sieben aufeinanderfolgende Tage benötigt wird. Folgerezepte können Ärzte auch ohne persönlichen Konsultation ausstellen. Sollte eine Einnahme des Medikaments unter Beobachtung von medizinischen, pharmazeutischen oder pflegerischem Personal nicht möglich sein, können Ärzte diese Aufgabe auch anderem Personal übertragen.

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24.04.2020

 

Therapiegespräch zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger per Video

Das therapeutische Gespräch zur Substitutionsbehandlung ist weiterhin während der Corona-Pandemie achtmal im Behandlungsfall möglich und kann auch im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Die Regelung gilt für therapeutische Gespräche, die mindestens zehn Minuten dauern.   

Gilt bis: 31. Dezember 2020

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 19.06.2020

Verwendung von BtM-Rezeptformularen anderer Ärzte möglich

Um die Versorgung mit Betäubungsmitteln sicherzustellen, dürfen Betäubungsmittelrezepte (BtM-Rezepte) vorübergehend auch außerhalb von Vertretungsfällen – etwa in einer Praxisgemeinschaft – übertragen und von anderen Ärzten verwendet werden.

Gilt bis: längstens 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24.04.2020
 

Corona-Warn-App: Neue EBM-Leistungen zur Testung

Zum Start der Corona-Warn-App wurden neue Leistungen in den EBM aufgenommen, um den Abstrich und die Laboruntersuchung zu vergüten. Ärzte können sie bei Versicherten abrechnen, die nach einem Warnhinweis der App für einen Test in die Praxis kommen. 

KBV und GKV-Spitzenverband haben speziell dafür mehrere neue Leistungen in den EBM aufgenommen und die Vergütung geregelt. Danach erhalten Vertragsärzte für den Abstrich und/oder das Gespräch im Zusammenhang mit einer Testung zehn Euro extrabudgetär, zuzüglich zur Grund- beziehungsweise Versichertenpauschale.

Die Abrechnung des Abstrichs und/oder des Gespräches erfolgt über die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 02402 (91 Punkte/10 Euro). Sie ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig und zwar ausschließlich bei Versicherten, die sich infolge eines Warnhinweises der App testen lassen. Kurative Abstriche bei Versicherten mit Symptomen sind weiterhin Teil der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale.

Auch für die Laboruntersuchung infolge eines Warnhinweises durch die App gibt es neue Leistungen im EBM. Laborärzte rechnen die GOP 32811 (39,40 Euro) für den Nukleinsäurenachweis und die GOP 12221 (14 Punkte/1,54 Euro) für die ärztliche Leistung ab. Mit der Pauschale 40101 (2,60 Euro) werden die Kosten für Transport und Übermittlung des Untersuchungsergebnisses erstattet. 

Die neuen Gebührenordnungspositionen 02402, 32811, 12221 und 40101 können nur im Zusammenhang mit der Benachrichtigung über ein „erhöhtes Risiko“ der neuen Corona-Warn-App abgerechnet werden, wenn der Versicherte einen Vertragsarzt direkt aufsucht. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24. Juni 2020

Mammographie-Screening-Programm: Übergangsregelungen für Fortbildungskurse vereinbart

Beim Mammographie-Screening-Programm wurden aufgrund der COVID-19-Pandemie Übergangsregelungen für die Durchführung von Fortbildungskursen vereinbart. So können Abweichungen von den Fristen und der Reihenfolge der Fortbildungskurse zum Erhalt der fachlichen Befähigung und der angeleiteten Tätigkeiten anerkannt werden. Zudem ist die Anerkennung eines Fortbildungskurses auch dann möglich, wenn dieser online durchgeführt wird.

Gilt bis: 31. Dezember 2020

Mehr Informationen:
 

Nichtärztliche Praxisassistenten können schon vor Abschluss der Fortbildung tätig werden

Nichtärztliche Praxisassistenten können coronabedingt schon vor Abschluss ihrer Fortbildung tätig werden. Auf diese Sonderregelung hat sich die KBV mit den Krankenkassen geeinigt und darauf reagiert, dass angesichts der Pandemie viele Kurse vollständig ausgesetzt sind oder der Unterricht nur teilweise erfolgt.

Die Sonderregelung ermöglicht es den Kassenärztlichen Vereinigungen, die Genehmigung für den Einsatz einer nichtärztlichen Praxisassistentin und einem nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPA) auch dann zu erteilen, wenn eine bereits begonnene Fortbildung zur NäPA noch läuft und der voraussichtliche Abschluss der Fortbildung bis zum 31. Dezember 2020 erfolgt. 

Gilt bis: 31. Dezember 2020

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 29. Juli 2020
 

Mehr Zeit für Refresher-Kurse nichtärztlicher Praxisassistenten

Für nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) wurde aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine weitere Sonderregelung vereinbart. Sie betrifft die sogenannte Refresher-Fortbildung. Dadurch steht befristet bis zum Jahresende mehr Zeit zur Verfügung, um die Kurse zu absolvieren.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie konnten die Refresher-Kurse zum Teil nur eingeschränkt oder nicht stattfinden. Die Partner des Bundesmantelvertrags-Ärzte haben deshalb eine bis zum 31. Dezember 2020 befristete Sonderregelung vereinbart. Demnach wird die Frist für den Nachweis des Refresher-Kurses um sechs Monate verlängert, sofern die Drei-Jahres-Frist im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 endet.

Gilt bis: 31. Dezember 2020

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 18.09.2020

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Rechtliche Grundlagen