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Stand 24.02.2021

Themen A-Z

Coronavirus

Corona-Viren

Testungen auf SARS-CoV-2

Wer darf wann getestet werden? Wie erfolgt die Abrechnung, oder welches Formular ist das richtige? Nach der neuen Testverordnung (TestV vom 15. Oktober) können neben dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) auch Vertragsärzte Testungen bei Personen ohne COVID-19-Symptome veranlassen. Die häufigsten Fälle, die in der Arztpraxis möglich sind, zeigt die Übersicht.

Personen mit COVID-19-Symptomen

  • Symptome: ja (mit oder ohne epidemiologischen Zusammenhang zu einem COVID-19-Fall)
  • Personen: GKV-Versicherte

Abstrich

Abrechnung nach EBM

  • Ab 1. Oktober 2020:
  • GOP 02402 (8 Euro)
  • GOP 02403 (7 Euro) für den Zuschlag, wenn in dem Quartal keine Versicherten Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird
  • Kennziffer 88240 für die Vergütung von Corona-Leistungen
  • Kennziffer 32006 für Laborkosten (keine Belastung des Laborbudgets)
  • Bis 30. September
  • Versicherten-, Grund- oder Notfallpauschale (Abstrich ist Bestandteil der Pauschalen)
  • ggf. weitere GOP bei Hausbesuch
  • Kennziffer 88240 für extrabudgetäre Vergütung (Angabe jeweils am Behandlungstag)
  • Kennziffer 32006 für Laborkosten (keine Belastung des Laborbudgets)

Die Untersuchung des Abstrichs mittels PCR-Test (GOP 32816) – oder die im Verlauf des vierten Quartals erwarteten Antigentests (GOP 32779) – rechnet das Labor ab.

Beauftragung Labor

Formular 10C

  • stellt die KV bereit
  • bis zur Bereitstellung: Formular 10
  • Auftrag "Diagnostische Abklärung (GOP 32816)" ankreuzen

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular 10C anzukreuzen) 

Kodieren nach ICD-10 durch die Arztpraxis

  • Kode für die klinische Manifestation, z.B. J06.9 G und U99.0 G für die Veranlassung des Tests
  • Kontakt zu COVID-19-Fall: zusätzlich Z20.8 G
  • positives Ergebnis: zusätzlich U07.1 G
  • negatives Ergebnis:
    • epidemiologisch bestätigte Erkrankung: zusätzlich U07.2 G
    • epidemiologisch nicht bestätigte Erkrankung: keine zusätzliche Kodierung

Meldepflichten

  • Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt

RKI-Flussschema: "COVID-19-Verdacht: Maßnahmen und Testkriterien - Orientierungshilfe für Ärzte"

Personen ohne COVID-19-Symptome nach Testverordnung

Testung von Kontaktpersonen

Die Testung von Kontaktpersonen in Arztpraxen erfolgt nunmehr unter vereinfachten Rahmenbedingungen: Hier genügt es, dass die Person gegenüber dem Arzt darlegt, dass ein behandelnder Arzt oder der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) festgestellt hat, dass sie Kontakt zu einer auf SARS-CoV-2 positiv getesteten Person hatte. In der Praxis wird dies in der Regel dadurch erfolgen, dass der Patient sagt, ihm sei mitgeteilt worden, er solle sich als Kontakt testen lassen. Häufig handelt es sich auch um Fälle, wo der Arzt die Infektion festgestellt hat und nun Kontaktpersonen wie Familienmitglieder testet. „Darlegen“ heißt, es muss für den Arzt schlüssig sein.

Hinweis: Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist Aufgabe des ÖGD - nicht der Arztpraxis.

Wer gilt als Kontaktperson? Als Kontaktperson gilt unter anderen, wer in den letzten zehn Tagen mindestens 15 Minuten engen Kontakt mit einem Infizierten, insbesondere in einer Gesprächssituation, hatte oder mit ihm im selben Haushalt lebt. Auch Personen, die sich in räumlicher Nähe zu einer infizierten Person, zum Beispiel bei Feiern, beim gemeinsamen Singen oder Sporttreiben in Innenräumen, aufgehalten haben, gehören dazu. Ebenso Personen, die einen Warnhinweis der Corona-Warn-App erhalten haben. Die verschiedenen Varianten von Kontaktpersonen listet der Paragraf 2 der RVO auf. Der Anspruch auf eine Testung wird von 10 auf 14 Tage nach dem Kontakt verlängert, wenn eine 14-tägige Quarantäne vom ÖGD angeordnet wurde und die Testung damit zur Verkürzung der Quarantäne dient.

Testverfahren

  • PCR-Test

Kein Test: Das ärztliche Gespräch mit Kontaktpersonen, bei denen eine SARS-CoV-2-Testung nicht durchgeführt wurde, wird mit 5 Euro vergütet.

Abstrich

Vertragsärzte erhalten für den Abstrich pauschal 15 Euro. In den 15 Euro enthalten sind auch die Beratung und gegebenenfalls das Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis. Die Abrechnung erfolgt über die KV.

Labordiagnostik: Die Labore können 50,50 Euro je PCR-Test abrechnen.

Beauftragung Labor

  • Formular OEGD
  • stellt die KV bereit

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular anzukreuzen)

Meldepflichten

Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt.

Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (PDF-Dokument) (Stand: 01.12.2020)

Testung von Personen vor ambulanter OP, Krankenhauseinweisung, etc.

Betrifft Personen vor ambulanter OP oder vor Aufnahme in

  • Krankenhaus
  • Pflegeheim
  • Rehaeinrichtung

Testverfahren

  • PCR-Test

Abstrich

Vertragsärzte erhalten für den Abstrich pauschal 15 Euro. In den 15 Euro enthalten sind auch die Beratung und gegebenenfalls das Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis. Die Abrechnung erfolgt über die KV.

Labordiagnostik: Die Labore können 50,50 Euro je PCR-Test abrechnen.

Beauftragung Labor

  • Formular OEGD
  • stellt die KV bereit

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular anzukreuzen)

Meldepflichten

Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt.

Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (PDF-Dokument) (Stand: 01.12.2020)

Testung von Reiserückkehrern (befristet bis 15. Dezember)

Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland

Asymptomatische Personen können sich innerhalb von zehn Tagen nach Einreise testen lassen, wenn sie sich in den letzten 14 Tagen vor der Einreise in einem ausländischen Risikogebiet aufgehalten haben. Der Öffentliche Gesundheitsdienst muss den Test nicht veranlassen. Es reicht aus, wenn die Person dem Arzt mitteilt, in einem Risikogebiet im Ausland gewesen zu sein und dazu beispielsweise den Boardingpass oder die Hotelrechnung vorlegt.

Hinweis: Diese Regelung endet am 15. Dezember.

Hinweis: Ausländische Risikogebiete weist das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite aus.

Testverfahren

  • PCR-Test

Abstrich

Vertragsärzte erhalten für den Abstrich pauschal 15 Euro. In den 15 Euro enthalten sind auch die Beratung und gegebenenfalls das Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis. Die Abrechnung erfolgt über die KV.

Labordiagnostik: Die Labore können 50,50 Euro je PCR-Test abrechnen.

Beauftragung Labor

  • Formular OEGD
  • stellt die KV bereit

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular anzukreuzen)

Meldepflichten

Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt.

RKI-Liste ausländischer Risikogebiete

Testung von Personen nach Ausbrüchen

Es geht um Testungen von Personen, die in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen tätig oder untergebracht sind, betreut oder gepflegt werden. Dazu zählen beispielsweise Pflegeheime, Krankenhäuser und Arztpraxen.

Diese Personen können in der Arztpraxis getestet werden, wenn sie gegenüber dem Arzt darlegen, dass die Einrichtung oder der ÖGD in der Einrichtung einen Ausbruch festgestellt haben. Für Personen, die dort behandelt, untergebracht, gepflegt oder betreut wurden, gilt dies sogar für zehn Tage im Nachhinein – auch wenn sie die Einrichtung bereits verlassen haben.

Testverfahren

  • PCR-Test
  • Antigen-Tests dürfen nach der Nationalen Teststrategie eingesetzt werden, wenn nicht ausreichend PCR-Testkapazitäten zur Verfügung stehen

Abstrich

Vertragsärzte erhalten für den Abstrich pauschal 15 Euro. In den 15 Euro enthalten sind auch die Beratung und gegebenenfalls das Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis. Die Sachkosten für PoC-Antigen-Tests werden in Höhe der Beschaffungskoste erstattet; maximal 9 Euro je Test (gilt seit 2. Dezember, davor: maximal 7 Euro je Test) (Themenseite und Video zur korrekten Durchführung).

Labordiagnostik: Die Labore können 50,50 Euro je PCR-Test abrechnen. Die Kosten für einen Antigen-Test werden mit 15 Euro je Testung erstattet.

Beauftragung Labor

  • Formular OEGD
  • stellt die KV bereit

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular anzukreuzen)

Meldepflichten

Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt.

Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (PDF-Dokument) (Stand: 01.12.2020)

Testung von Personal in Praxen und anderen Gesundheitseinrichtungen

Das Personal in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen kann ebenfalls regelhaft präventiv getestet werden. Eine Abstimmung mit dem ÖGD ist nicht erforderlich. Für regelmäßige Testungen dürfen allerdings nur Antigen-Labortests und Antigen-Schnelltests (Themenseite und Video zur korrekten Durchführung) verwendet werden.

Neue Höchstmengen: Für die Beschaffung und Nutzung von PoC-Antigentests gibt es neue zulässige Höchstmengen, zum Beispiel zehn Tests pro Monat je Tätigem in Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Rettungsdiensten.

Testverfahren

  • Antigen-Test (aktuell nur als Schnelltest verfügbar)
  • nur Antigen-Tests verwenden, die das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte auf seiner Internetseite ausweist
  • bei einem positiven Antigen-Test muss immer ein PCR-Test durchgeführt werden (Hinweis: Bestätigungstests nach einem positiven Antigentest im Labor werden nach der Testverordnung abgerechnet und vergütet. Bestätigungstests nach PoC-Antigentesten gelten hingegen weiterhin als Krankenbehandlung. Die Abrechnung erfolgt folglich nach EBM.)

Hinweis: Bei Durchführung von Antigentests in der eigenen Praxis sind Besonderheiten des Arbeitsschutzes zu beachten.

Abstrich

Praxispersonal aus der eigenen Arztpraxis:

  • Sachkosten für Antigen-Schnelltest in Höhe der Beschaffungskosten; maximal 9 Euro je Test (gilt seit 2. Dezember, davor: maximal 7 Euro je Test)

Praxispersonal anderer medizinischer Heilberufe, z.B. Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie:

  • Abstrich 15 Euro
  • Sachkosten für Antigen-Schnelltest in Höhe der Beschaffungskosten; maximal 9 Euro je Test (gilt seit 2. Dezember, davor: maximal 7 Euro je Test)

Klarstellung in der Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums vom 1. Dezember 2020: Die ärztliche Leistung (Abstrich, Beratung und ggf. Ausstellen einer Bescheinigung) wird nur vergütet, wenn die Einrichtung, deren Personal untersucht werden soll, nicht selbst testen darf. Das gilt für nichtärztliche Praxen von Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und anderen medizinischen Heilberufen. Sie dürfen ihr Personal zwar mit einem Antigentest vorsorglich auf das Coronavirus untersuchen lassen, den Test aber nicht selbst durchführen.

In allen anderen Fällen werden nur die Kosten für den Antigentest übernommen. So können Ärzte, die sich und ihr Personal regelmäßig testen, einen Labor-Antigentest veranlassen oder die Kosten für den PoC-Antigentest abrechnen, nicht aber den Abstrich. Das gilt auch, wenn sie symptomfreie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeheimen vorsorglich testen. Pflegeheime gehören zu den Einrichtungen, die nach einer Schulung durch einen Arzt Personal, Bewohner und Besucher selbst testen dürfen.

Meldepflichten

Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt.

Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (PDF-Dokument) (Stand: 01.12.2020)
BfArM-Liste mit Antigen-Tests
Empfehlung zu Arbeitsschutzmaßnahmen bei Probenahme und Diagnostik von SARS-CoV-2 (PDF-Dokument)

Regionale Vereinbarungen zur Testung

Vereinbarungen der Bundesländer

Übersicht

  • Symptome: nein
  • Personen auf Grundlage von: Regelungen/Vereinbarungen der Länder, u.a. gemeinsam mit der KV vor Ort zu Tests von Beschäftigten in Schulen, Kitas

Mehr Infos? Fragen Sie Ihre KV.

Abstrich

Abrechnung nach Sonderregelung

  • gemäß regionaler Vereinbarung, z.B. Formular OEGD

Hinweis: keine vertragsärztlichen Formulare wie 10 oder 10 C verwenden

Beauftragung Labor

Gesondertes Formular

  • Bereitstellung ist regional geregelt
  • Auftrag zur Testung gemäß regionaler Vereinbarung

Übermittlung Testergebnis durch das Labor

  • an die Arztpraxis
  • bei Nutzung des OEGD-Formulars an die getestete Person, wenn diese die Corona-Warn-App nutzt und einer Übermittlung des Testergebnisses an den App-Server zugestimmt hat (ist auf dem Formular OEGD anzukreuzen)

Kodieren nach ICD-10 durch die Arztpraxis

  • keine Kodierung gemäß § 295 SGB V vorgesehen, mögliche Kodierung gemäß ICD-10-GM: Z11 G und U99.0 G für die Testung
  • ggf. regionale Vereinbarungen berücksichtigen
  • Kodierung gemäß § 295 SGB V erst, wenn bei kurativer Behandlung vertragsärztliche Leistungen abgerechnet werden

Meldepflichten

  • Meldung aller klinisch-epidemiologischen Verdachtsfälle, aller laborbestätigten COVID-19-Fälle und aller Krankheits- und Todesfälle sowie Meldung nach Genesung eines COVID-19-Patienten – innerhalb von 24 Stunden an das jeweilige Gesundheitsamt

Testverfahren

PCR-Test

Für die Untersuchung auf SARS-CoV-2 mittels Nukleinsäurenachweis oder Antigentest ist das geeignete Untersuchungsmaterial der Abstrich aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat) oder Material der tiefen Atemwege (Bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret).

Für eine labordiagnostische Untersuchung zur Klärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 wurden PCR-Nachweissysteme entwickelt und validiert. Sie gelten als „Goldstandard“ für die Diagnostik. Es stehen eine Reihe von kommerziellen Testsystemen mit hoher Spezifität und unterschiedlicher Bearbeitungsdauer zur Verfügung. Labore, die Nukleinsäurenachweise von SARS-CoV-2 durchführen, sind angehalten regelmäßig an entsprechenden Ringversuchen teilzunehmen. (Quelle: Robert Koch-Institut)

Der Nukleinsäurenachweis gilt nach RKI als Bestätigungsdiagnostik positiver Testergebnisse von Labor- oder PoC-Antigentests.

Weitere Informationen:

RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2
WHO: Laboratory testing for 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) in suspected human cases
Foundation for Innovative New Diagnostics: SARS-CoV-2 diagnostic pipeline

Antigentests

Die Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums sieht zur Testung von asymptomatischen Personen auch den Einsatz von Antigen-Labortests und Antigen-Schnelltests, sogenannte Point-of-Care-Tests (PoC-Tests), vor. Dabei dürfen nur Testverfahren eingesetzt werden, die auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt sind.

PCR- oder Antigenverfahren?

Die Nationale Teststrategie sieht Folgendes vor:

  • Antigentest bei rein präventiven Testungen von Mitarbeitenden, Betreuten/Patienten und Besuchern in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen; dazu gehört auch das Praxispersonal
  • PCR-Verfahren bei Testungen von symptomatischen Personen sowie bei Testungen von asymptomatischen Kontaktpersonen und bei Ausbrüchen (bei Ausbrüchen solange ausreichend PCR-Testkapazitäten zur Verfügung stehen).

Positive Nachweise eines SARS-CoV-2-Erregers sind – derzeit auch bei Antigen-PoC-Tests – namentlich meldepflichtig. Sie müssen zudem durch einen PCR-Test bestätigt werden.

Wirksamkeit von Antigentests  

Über die Güte der Antigentests zum Nachweis von SARS-CoV-2 liegen bisher noch keine ausreichend zuverlässigen Daten vor. Aus anderen Antigentesten ist bekannt, dass die Sensitivität deutlich niedriger ist als bei PCR-Verfahren, häufig bei etwa 90 Prozent und noch niedriger bei POCT. Es ist zu erwarten, dass von 100 Infizierten in etwa 10 nicht erkannt werden.

Bei klinischem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion und bei Kontaktpersonen der Kategorie I und bei Ausbrüchen der Infektion in Einrichtungen sind deswegen weiter die empfindlicheren PCR-Verfahren das diagnostische Mittel der Wahl und sollten, wenn verfügbar, vorrangig veranlasst werden.

BfArM-Liste mit Antigen-Tests
RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2
Empfehlung zu Arbeitsschutzmaßnahmen bei Probenahme und Diagnostik von SARS-CoV-2 (PDF-Dokument)

Antigen-Schnelltests (PoC-Tests)

Mit einem Point-of-Care-Test sind Testungen auf SARS-CoV-2 möglich, ohne dass dafür ein Labor beauftragt werden muss. Das Testergebnis liegt in weniger als 30 Minuten vor. Verwendung finden solche Test beispielsweise in Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen.

Weitere Informationen:

Hinweise für Praxen, Pflegeeinrichtungen und andere medizinische Einrichtungen zum Antigen-Schnelltest

Indirekter Erregernachweis mittels Antikörpertestung

Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Dennoch sollte der direkte Erregernachweis im Vordergrund stehen.

Mit den derzeit am Markt befindlichen Antikörpernachweisen kann bei einmaliger Untersuchung nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt.

Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion oder ein deutlicher Titeranstieg für IgG- oder Gesamt-Antikörper in demselben Testverfahren festgestellt werden, kann dies insbesondere bei entsprechender Symptomatik auf eine akute Infektion hinweisen.

Nachweis einer Serokonversion oder eines Titeranstiegs

Hierzu sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss im Hinblick auf die Feststellung signifikanter Veränderungen in demselben Labor / mit demselben Test untersucht werden.

Das Blut wird auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden.

Bei der Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss im Rahmen des laborärztlichen Befundes Folgendes berücksichtigt werden:

  • Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests
  • Ergebnis einer gegebenenfalls durchgeführten Voruntersuchung
  • anamnestische Angaben

Auch indirekter Erregernachweis meldepflichtig

Meldepflichtig sind der direkte und indirekte Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. Der veranlassende Arzt und auch der Laborarzt müssen die Infektion – wie bei einem PCR-Test – namentlich dem Gesundheitsamt melden.

Hinweise zur Abrechnung

Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.

Eine Testung ohne direkten Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik ist keine vertragsärztliche Leistung. Aussagen zu einer bestehenden Immunität sind aus den Untersuchungsergebnissen gegenwärtig noch nicht sicher abzuleiten.

Schnellteste können nicht abgerechnet werden.

Die Ärzte, die Antikörper untersuchen, sollten an Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2

Abrechnung und Vergütung

Testungen von Personen mit COVID-19-Symptomen

Abrechnung nach EBM

Abstrich

  • GOP 02402 (8 Euro)
  • GOP 02403 (7 Euro) für den Zuschlag, wenn in dem Quartal keine Versicherten Grund-, Konsiliar- oder Notfallpauschale abgerechnet wird
  • Kennziffer 88240 für die Vergütung von Corona-Leistungen
  • Kennziffer 32006 für Laborkosten (keine Belastung des Laborbudgets)

Labordiagnostik

  • PCR-Test im Labor GOP 32816 / Bewertung: 39,40 Euro
  • Antigentests im Labor GOP 32779 / Bewertung: 10,80 Euro (sobald Tests verfügbar sind).

Testungen von Personen ohne COVID-19-Symptome

Vergütung

Die Höhe der Vergütung ist in der Testverordnung des BMG festgelegt. Die Beträge gelten für GKV- und für Nicht-GKV-Versicherte.

Abstrich

  • 15 Euro (inklusive Beratung und ggf. Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis)
  • Abstriche für einen Antigentest bei eigenen Mitarbeitern oder Mitarbeitern anderer Arztpraxen werden nicht vergütet

Antigen-Schnelltest

Kein Test

Das ärztliche Gespräch mit Kontaktpersonen, bei denen eine SARS-CoV-2-Testung nicht durchgeführt wurde, wird mit 5 Euro vergütet.

Labordiagnostik

  • 50,50 Euro je PCR-Test
  • 15 Euro Antigentest im Labor (sobald Tests verfügbar sind)

Schulungskosten

  • 70 Euro für Schulung von Personal in nicht ärztliche geführten Einrichtungen wie Pflegeheime zur Anwendung und Auswertung von Schnelltests (Themenseite und Video zur korrekten Durchführung)
  • einmal alle zwei Monate je Einrichtung (alt: einmal pro Einrichtung).

Abrechnung

Die KBV hat gemäß der Testverordnung Vorgaben zur Abrechnung erstellt. Sie gelten nicht nur für Vertragsärzte und Labore, sondern auch für Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Einrichtungen des ambulanten Operierens, Dialyseeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, ambulante Dienste der Eingliederungshilfe, Reha-Einrichtungen und Zahnärzte.

  • Abrechnung über KV: Alle Tests nach der Testverordnung werden über die Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet (monatlich oder quartalsweise). Es wird ein separater Verwaltungskostensatz erhoben, da die Testung von symptomfreien Personen nicht zur vertragsärztlichen Versorgung gehört. KV-Mitglieder zahlen 0,7 Prozent des Gesamtbetrags der Abrechnung.
  • Abstriche und Sachkosten: Ärzte geben bei monatlicher Abrechnung nur die Anzahl der durchgeführten Abstriche und PoC-Tests (Sachkosten) an. Differenzierte Angaben zu den Testungen sind nicht erforderlich. Bietet die KV eine quartalsweise Abrechnung an, erhalten Ärzte dort nähere Informationen.
  • Labordiagnostische Leistungen: Labore rechnen PCR-Tests und Antigentests weiterhin monatlich und auftragsbezogen ohne Personenbezug mit der KV ab. Hinweis: Labore sind verpflichtet, PCR-Tests oder Labor-Antigentests nach den Vorgaben der Nationalen Teststrategie für die Testung von Kontaktpersonen, Ausbrüchen und zur Verhütung der Verbreitung auszuwählen und gegebenenfalls zu priorisieren.
  • Schulungen: Für die Abrechnung von Schulungen zur Durchführung von Schnelltests geben Ärzte ebenfalls nur die Anzahl der Einrichtungen an.

Antigentests richtig abrechnen

  • Nur gelistete PoC-Tests: Es dürfen nur PoC‐Antigen‐Tests verwendet und abgerechnet werden, die beim BfArM gelistet werden.
  • PCR-Test bei positivem Befund: PoC-Tests mit einem positiven Befund sollen nach den Empfehlungen des RKI durch einen PCR-Test bestätigt werden. Die Veranlassung erfolgt auf dem Formular 10C, die Abrechnung über den EBM.
  • Eigenes Praxispersonal: Wird das eigene Praxispersonal oder Personal einer anderen Arztpraxis präventiv getestet, werden nur die Kosten für den Antigentest erstattet (beim Schnelltest in Höhe der Beschaffungskosten; maximal sieben Euro je Test), nicht jedoch der Abstrich.
  • Personal anderer Heilberufe: Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Ärzte ohne vertragsärztliche oder vertragszahnärztliche Zulassung können sich und ihr Praxispersonal bei Vertragsärzten testen lassen. Das gilt ebenso für andere humanmedizinische Heilberufe wie Physio- oder Ergotherapeuten. In diesen Fällen können Vertragsärzte auch den Abstrich als weitere ärztliche Leistung berechnen.

Vergütung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden seit 1. Februar in voller Höhe bezahlt.  

Wichtig für die Abrechnung ist, dass der Arzt dazu die Ziffer 88240 an allen Tagen dokumentiert, an denen er den Patienten wegen des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt.

 

Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Seit 1. April gibt es für die Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus ein neues Verfahren. Es wird nicht mehr der gesamte Fall gekennzeichnet, sondern der Arzt dokumentiert die Ziffer 88240 an allen Tagen, an denen er den Patienten wegen des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt.  

Dann wird Folgendes vergütet:

  • alle Leistungen, die er an diesen Tagen für den Patienten durchführt

sowie

  • die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale,
  • die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650) und
  • die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250),

auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurden.

 

Kodieren

Kodes für SARS-CoV-2 im Überblick

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Diagnoseschlüssel: U07.1 !, U07.2 ! und U99.0 !. Ab 1. Januar 2021 kommen die Diagnoseschlüssel U08.9, U09.9 ! und U10.9 hinzu. Im Folgenden wird erläutert, wann welcher Schlüssel der richtige ist und welche Kodes in welchen Fällen zusätzlich anzugeben sind. 

Kodes U07.1 !, U07.2 ! und U99.0 ! für das Vorliegen bzw. die Diagnostik einer Coronavirus-19-Krankheit

  • U07.1 ! COVID-19, Virus nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.
  • U07.2 ! COVID-19, Virus nicht nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte, die Erkrankung jedoch anhand eines klinischen Kriteriums (z.B. mit COVID-19 zu vereinbarendes Symptom) und eines epidemiologischen Kriteriums (z.B. Kontakt zu einem laborbestätigten COVID-19-Fall) vorliegt.
  • U99.0 ! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2: Die neubelegte Schlüsselnummer beschreibt einen „Versorgungsanlass“ hinsichtlich der Behandlung von Personen, bei denen eine Infektion mit SARS-CoV-2 abgeklärt wird. Mit „spezielle Verfahren“ sind hier direkte labordiagnostische Verfahren zum Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2 gemeint.

Kode U10.9 für Zustände in Zusammenhang mit präsenter Coronavirus-19-Krankheit

  • U10.9 Multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit COVID-19, nicht näher bezeichnet: Der Kode ist für Fälle vorgesehen, bei denen ein durch Zytokinfreisetzung bestehendes Entzündungssyndrom in zeitlichem Zusammenhang mit COVID-19 steht.

Kodes U08.9 und U09.9 ! für Zustände in Zusammenhang mit vorausgegangener Coronavirus-19-Krankheit

  • U08.9 COVID-19 in der Eigenanamnese, nicht näher bezeichnet: Der Kode ist für Fälle vorgesehen, bei denen eine frühere, bestätigte Coronavirus-19-Krankheit zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führt. Die Person leidet nicht mehr an COVID-19.
  • U09.9 ! Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet: Der Kode ist für Fälle vorgesehen, bei denen der Zusammenhang eines aktuellen, anderenorts klassifizierten Zustandes mit einer vorausgegangenen Coronavirus-19-Krankheit kodiert werden soll. Die Schlüsselnummer ist nicht zu verwenden, wenn COVID-19 noch vorliegt.

Die Schlüssel U07.1 !,U07.2 !, U08.9, U09.9 ! und U10.9 wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Der Schlüssel U99.0 ! wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) neu mit Inhalt belegt.

Kein „!“ beim Kodieren

Bei den Kodes U07.1 !, U07.2 !, U09.0 ! und U99.0 ! handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass sie eine ergänzende Information enthalten und mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen, der für eine Primärverschlüsselung zugelassen ist. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.

Nur Zusatzkennzeichen „G“

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Die Kodes U07.1 ! und U07.2 ! sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind, oder um den Ausschluss („A“) oder den Zustand nach („Z“) einer COVID-19-Erkrankung zu verschlüsseln.

Personen mit COVID-19-Symptomen gemäß den RKI-Kriterien

Fallkonstellation: Personen mit COVID-19-Symptomen gemäß den RKI-Kriterien

Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise Symptome und geben zusätzlich den Kode U99.0 G für die Abklärung einer Infektion mit SARS-CoV-2 an, sofern eine Kodierung von U07.1 ! beziehungsweise von U07.2 ! noch nicht möglich ist. Die Angabe weiterer Schlüsselnummern hängt von epidemiologischen Kriterien und vom Testergebnis ab.

Beispiel: Symptomatischer Patient ohne epidemiologisches Kriterium

Ein Patient klagt über Husten und gibt einen Verlust des Geruchssinns an. Ein epidemiologischer Zusammenhang mit einem nachgewiesenen COVID-19-Fall ist nicht erkennbar. Ein Labortest wird veranlasst.

1. Sie kodieren zunächst die Manifestation:

  • R05 G Husten
  • R43.0 G Anosmie

2. Sie veranlassen einen Test und ergänzen:

  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

3. Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie müssen nichts weiter kodieren

Beispiel: Symptomatischer Patient mit epidemiologischem Kriterium

Ein Patient klagt über Fieber, Husten und allgemeines Krankheitsgefühl. Aus der Anamnese geht hervor, dass er innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn einen Kontakt gemäß RKI-Definition zu einer Person mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion hatte. Ein Labortest wird veranlasst.

1. Sie kodieren zunächst die Manifestation:

  • J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • optional: Z20.8 G Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten

2. Sie veranlassen einen Test und ergänzen:

  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

3. Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie ergänzen U07.2 G COVID-19, Virus nicht nachgewiesen

Personen mit Post-COVID-19-Zuständen

Beispiel: Patient mit COVID-19 in der Eigenanamnese

Ein Patient war vor etwa drei Monaten an COVID-19 erkrankt. Er stellt sich nun mit Herzklopfen und unregelmäßigem Herzschlag vor. Die Diagnostik ergibt keinen krankhaften Befund.

  • Sie kodieren:
    • R00.2 G Palpitationen
    • U08.9 G COVID-19 in der Eigenanamnese, nicht näher bezeichnet

Beispiel: Patient mit Symptomatik im Zusammenhang mit einer überstandenen Coronavirus-19-Krankheit

Ein Patient wird seit etwa einem halben Jahr aufgrund einer COVID-19-Erkrankung behandelt. COVID-19 liegt nicht mehr vor. Jedoch leidet er weiterhin an ausgeprägten Erschöpfungszuständen. Jetzt treten auch Konzentrations- und Schlafstörungen auf. Ein Zusammenhang des aktuellen Zustandes mit der vorausgegangenen Coronavirus-Krankheit ist sehr wahrscheinlich.

  • Sie kodieren:
    • G93.3 G Chronisches Müdigkeitssyndrom
    • U09.9 G Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet

Vorgehen nach Warnung durch Corona-App

Fallkonstellation: Personen nach Meldung "erhöhtes Risiko" durch die Corona-Warn-App wenn die Personen direkt den Vertragsarzt aufsuchen

Die Meldung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App ist äquivalent zu dem epidemiologischen Kriterium eines Kontaktes zu einem laborbestätigten COVID-19-Fall. Es ist regelhaft zu erwarten, dass die Person asymptomatisch ist.

Asymptomatische Personen, die wegen einer Warnung durch die Corona-Warn-App einen Test auf SARSCoV-2 erhalten, fallen ab dem 1. Januar 2021 grundsätzlich unter die Testverordnung des BMG vom 30. November 2020. Für die Kodierung wird auf Fallkonstellation 4 und 5 verwiesen.

Symptomatische Personen, die zusätzlich eine Warnung durch die Corona-Warn-App erhalten haben, werden ab 1. Januar 2021 wie im Beispiel „Symptomatischer Patient mit epidemiologischem Kriterium“ der Fallkonstellation 1 kodiert.

Personen, die aufgrund der Testverordnung oder im Rahmen einer regionalen Vereinbarung der Bundesländer den Vertragsarzt aufsuchen

Personen der Fallkonstellationen 4 und 5 haben in der Regel keine Symptome. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Personen vor ambulanter OP oder Aufnahme in eine Gesundheitseinrichtung, eigenes Praxispersonal, Kitaangestellte oder Personen, die eine Warnung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App erhalten haben. Grundlage für die Testung bilden die Testverordnung des Bundesgesund-heitsministeriums vom 30. November 2020 oder regionale Vereinbarungen der Bundesländer. 

Die durch die Testverordnung oder regionale Vereinbarungen der Bundesländer bestehende Anspruchsberechtigung auf einen SARS-CoV-2-Test unterliegt nicht dem Regelungsbereich des Paragrafen 295 SGB V. Das heißt, dass eine Kodierung mit Diagnoseschlüsseln grundsätzlich nicht vorgesehen ist. Auf Bundesebene kann daher keine Kodierung empfohlen werden. Durch regionale Vereinbarungen zur Testung kann jedoch gegebenenfalls eine Kodierung mit Diagnoseschlüsseln geregelt sein.

Mögliche Kodierung aus klassifikatorischer Sicht:

1.    Sie kodieren für die Veranlassung des Testes:

  • Z11    G    Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten
  • U99.0    G    Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

2.    Im Verlauf geht das Testergebnis ein

  • positiv: Sie ergänzen Z22.8 G Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten und U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
  • negativ: Sie müssen nichts weiter ergänzen

Hinweis: Unter folgenden Umständen fallen Kodierung und Abrechnung von Leistungen im Zusammenhang mit COVID-19 wieder unter den Regelungsbereich des Paragrafen 295 SGB V:

  • Auftreten von Symptomen, die mit SARS-CoV-2 zu vereinbaren sind:
    • Sie kodieren analog der Fallkonstellation 1 „Person mit COVID-19-Symptomen“
  • Veranlassung eines Nukleinsäurenachweises (PCR) des Coronavirus SARS-CoV-2 nach einem positiven Point-of-Care (PoC)-Antigentest: 
    • Sie kodieren für die Veranlassung des Testes:
      • Z11    G    Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten
      • U99.0    G    Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
    • Im Verlauf geht das Testergebnis ein:
      • positiv: Sie ergänzen Z22.8 G Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten und U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen
      • negativ: Sie müssen nichts weiter ergänzen

Kodierung durch Labore

Die Befreiung von der spezifischen Verschlüsselungspflicht (nach Paragraf 57a Absatz 2 Bundesmantelvertrag Ärzte) gilt auch für die Verschlüsselung bei Tests auf SARS-CoV-2.

Sie können den Ersatzwert Z01.7 G Laboruntersuchung verwenden.

Durch regionale Vereinbarungen zur Testung kann jedoch gegebenenfalls eine Kodierung mit Diagnoseschlüsseln geregelt sein.

Mögliche Kodierung aus klassifikatorischer Sicht:

1. Sie kodieren für die Durchführung des Tests:

  • Z11 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten
  • U99.0 G Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

Selbstverständlich steht es Ihnen frei, weitere spezifische Kodes zu verwenden, beispielsweise bei positivem Testergebnis, U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen.

Meldepflicht

Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle melden

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle ihrer Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt (Postleitzahltool des RKI).

Die Meldung – inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person – muss unverzüglich erfolgen und innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt vorliegen. Zur Meldung ist der Arzt verpflichtet, der den Verdacht, die Erkrankung oder den Tod in Bezug auf COVID-19 festgestellt hat. Er ist auch grundsätzlich für die Einhaltung der Meldepflicht verantwortlich.

Darüber hinaus bestehen Meldepflicht und Verantwortlichkeit auch für Leiter bestimmter Einrichtungen. Beispielsweise ist der Leiter einer Arztpraxis mit Infektionserregerdiagnostik verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2 namentlich zu melden.

Näheres zu den Personen, die zur Meldung verpflichtet sind, regelt Paragraf 8 des Infektionsschutzgesetzes.

Neu: Bei der namentlichen Meldung müssen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz seit dem 23. Mai – soweit möglich – auch Angaben machen zum:

  • wahrscheinlichen Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat (mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und dem wahrscheinlichen Infektionsrisiko)

Sowie im weiteren Behandlungsverlauf zum:

  • Behandlungsergebnis (d.h. Genesungsstatus)
  • Serostatus (d.h. ob spezifische Antikörper im Blut vorhanden sind)

Übersicht des Robert Koch-Institutes zu den erforderlichen Meldeinhalten

Folgende Angaben müssen bei der Meldung gemacht werden, wenn die Informationen vorliegen:

Zur betroffenen Person    

  • Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum
  • Adresse und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail)
  • Tätigkeit, Betreuung oder Unterbringung in einer Einrichtung, z.B. Krankenhaus, Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kita, Schule), Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, Obdachlosenunterkünfte, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende, Justizvollzugsanstalten
  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose
  • Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion
  • wahrscheinlicher Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat, mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Behandlungsergebnis und zum Serostatus in Bezug auf diese Krankheit
  • Stadt oder Landkreis, in der/dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist
  • Überweisung, Aufnahme und Entlassung z.B. aus einem Krankenhaus, ggf. intensivmedizinische Behandlung und deren Dauer
  • Spender für eine Blut-, Organ-, Gewebe- oder Zellspende in den letzten sechs Monaten
  • Zugehörigkeit zur Bundeswehr und Personen, während sie sich in ortsfesten oder mobilen Einrichtungen aufhalten, die von der Bundeswehr betrieben werden

Zum Labor

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) der Untersuchungsstelle, die mit der Erregerdiagnostik beauftragt ist

Zum Melder    

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) des Meldenden

Verdachtsfall melden

Erfüllt ein Patient mindestens eines der beiden folgenden Test-Kriterien des Robert Koch-Institutes, gilt er als Verdachtsfall und ist damit meldepflichtig:

  1. Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome (www.rki.de/covid-19-steckbrief)
  2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Veranlasst die Ärztin oder der Arzt einen PCR-Test oder einen Antikörpertest bei einem Labor, ergeben sich dadurch weitere Meldepflichten.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19

Meldungen nach Vorliegen der Testergebnisse

Die Ergebnisse eines PCR-Tests oder eines Antigentests (Labor-Antigentest oder Antigen-Schnelltest) oder eines Antikörpertests des Labors liegen dem behandelnden Arzt vor.

Erkrankung bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine nachgewiesene Erkrankung ist immer namentlich zu melden. Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).  

Hinweis: Auch ein positiver Antigen-Schnelltest (Point-of-care oder kurz PoC-Antigentest) ist meldepflichtig; der Erregernachweis ist innerhalb von 24 Stunden namentlich an das Gesundheitsamt zu melden.

Verdachtsfall nicht bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt muss dann erfolgen, wenn sich ein vorab gemeldeter Verdachtsfall durch ein negatives Testergebnis nicht bestätigt hat.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Serostatus – namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Neu: Durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz ist seit dem 23. Mai auch der Serostatus eines Patienten Teil der namentlichen Meldung in Verbindung mit dem Verdacht, der Erkrankung oder dem Tod an COVID-19.

Liegen die Ergebnisse eines Antikörpertests vor, meldet der behandelnde Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Meldungen im weiteren Behandlungsverlauf

Genesung

Ist der Patient nach einer COVID-19-Erkankung genesen, meldet der feststellende Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Todesfall

Ein Todesfall infolge von COVID-19 ist immer dem Gesundheitsamt zu melden. Der Arzt, der den Todesfall feststellt, meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden (RKI-Übersicht Meldeinhalte).

Meldepflichten für Labore

Labore müssen das Ergebnis eines Erregernachweises melden. Dabei ist es egal, ob ein direkter Virusnachweis durch einen PCR-Test oder einen Antigentest erfolgt erfolgt ist oder ein indirekter Erregernachweis mittels Antikörpertestung.

Namentliche Meldung an das Gesundheitsamt: bei positivem Test

Das Labor meldet dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden den positiven SARS-CoV-2-Nachweis, sofern er auf eine akute Infektion hinweist – die Meldung erfolgt namentlich. Auch direkte Erregernachweise mittels Antigentest sind namentlich innerhalb von 24 Stunden meldepflichtig. 

Rechtliche Hinweise und weiterführende Informationen

Rechtliche Grundlagen

Die Meldepflichten zu COVID-19 sind seit Mai im Infektionsschutzgesetz verankert. Zuvor waren sie in einer Verordnung vom 30. Januar 2020 geregelt. Diese Verordnung ist mit Verkündung des zweiten Bevölkerungsschutzgesetzes außer Kraft getreten.

Weiterführende Informationen

Zweites Bevölkerungsschutzgesetz: Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (PDF)
Drittes Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite (Bundesgesetzblatt) PDF: 143 KB
Infektionsschutzgesetz
Postleitzahltool des RKI zur Ermittlung des zuständigen Gesundheitsamtes
Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19
Informationen des RKI

Hinweise zur Corona-Warn-App

Testergebnis via App: Was Praxen beachten sollten

Mit der Corona-Warn-App können Testergebnisse schneller übermittelt werden. Die Testperson erhält dazu einen QR-Code, um den Befund digital einlesen zu können. Worauf Praxen achten sollten, damit das Verfahren funktioniert, fasst ein neues Infoblatt des Bundesministeriums für Gesundheit zusammen.

  1. Nutzen Sie für die Testung auf SARS-CoV-2 ausschließlich die eigens für diese Testung entwickelten Auftragsformulare Muster 10C oder Muster OEGD.
  2. Kopieren Sie auf keinen Fall das Auftragsformular. Der aufgedruckte QR-Code ist für jede Person individuell und kann nur einmal verwendet werden. Wird der QR-Code mehrmals verwendet, kann das Testergebnis nicht übermittelt werden.
  3. Achten Sie darauf, dass das Einwilligungsfeld zur Übermittlung des Testergebnisses in die Corona-Warn-App angekreuzt bzw. markiert ist, wenn die Testperson einverstanden ist. Ohne Einverständniserklärung wird der Befund nicht an die Corona-Warn-App übermittelt.
  4. Trennen Sie den unteren Teil des Auftragsformulars (Patientenabschnitt) ab, und händigen diesen dem Patienten aus. Erklären Sie, dass der QR-Code auf dem Formular in die Corona-Warn-App eingelesen werden muss, um das Testergebnis über die App zu erhalten.
  5. Denken Sie frühzeitig an die Nachbestellung der Auftragsformulare Muster 10C oder Muster OEGD.

RKI-Empfehlungen für Ärzte zum Umgang mit Personen mit der Warn-App-Meldung "erhöhtes Risiko"
RKI-Informationen zur Corona-Warn-App

Was App-Nutzer beachten sollten

  • Versicherte müssen zustimmen, wenn sie über das Testergebnis per App informiert werden wollen. Dafür setzt der Arzt ein Häkchen auf dem Formular 10C und OEGD. Ist das Häkchen gesetzt, darf das Labor die Daten an den App-Server übermitteln.
  • Versicherte scannen den QR-Code, den sie von ihrem Arzt erhalten haben, ein. Dann wird ihnen das Testergebnis über die App zugestellt, sobald es verfügbar ist.
  • Liegt ein positives Testergebnis vor, müssen Versicherte es aktiv über die App freigeben, damit andere App-Nutzer gewarnt werden können.

 

Informationen des BMG zur Nutzung der Corona-Warn-App
Fragen und Antworten des BMG zur Corona-Warn-App
RKI-Informationen zur Corona-Warn-App

Sonderregelungen für die ambulante Versorgung

Vergütung für alle COVID-19-Leistungen

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, wurden  seit 1. Februar 2020 in voller Höhe bezahlt. In 2021 erfolgt die Vergütung aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV).

Eine Erhöhung der MGV ist – nach Abgleich der Entwicklung der tatsächlichen Leistungsmenge mit der vereinbarten Steigerung der MGV – weiterhin möglich. Auf die Vergütungsvereinbarung hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband geeinigt.

Wichtig für die Abrechnung ist, dass der Arzt dazu die Ziffer 88240 an allen Tagen dokumentiert, an denen er den Patienten wegen des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt. 

Gilt bis: Ende 2021

Hilfspaket der Bundesregierung: Ausgleichzahlungen für Umsatzeinbußen

Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie Umsatzeinbußen haben, erhalten Ausgleichszahlungen. Die Bundesregierung hat ein Hilfspaket beschlossen, mit dem finanzielle Verluste abgefedert werden sollen.

Der Schutzschirm für die Vertragsarzt- und Vertragspsychotherapeutenpraxen umfasst Leistungen, die aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung honoriert werden, und Leistungen, die extrabudgetär bezahlt werden. Er sieht Folgendes vor:

  • Praxen mit Umsatzverlusten von zehn Prozent und mehr und einem pandemiebedingten Rückgang der Fallzahlen können einen Ausgleich für extrabudgetäre Leistungen wie Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen oder ambulante Operationen erhalten. Vergleichszeitraum ist das jeweilige Quartal des Vorjahres.
  • Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) trotz reduzierter Leistungsmenge im regulären Umfang an die Kassenärztlichen Vereinigungen aus. Sie müssen also genauso viel Geld für die Versorgung der Patienten bereitstellen wie zu „normalen“ Zeiten. Somit können Verluste bei MGV-Leistungen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen kompensiert werden.

Nach welchen genauen Vorgaben die Verluste in der extrabudgetären Gesamtvergütung und in der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung ausgeglichen werden, wird zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen verhandelt.

Gilt bis: Ende 2020

Mehr Informationen: 

PraxisNachricht vom 23. März 2020

PraxisNachricht vom 11. Mai 2020

Praxisinfo Coronavirus: Anspruch auf Entschädigung bei untersagter Tätigkeit oder Quarantäne

Keine Sanktionen bei pandemiebedingter Unterschreitung des Versorgungsauftrages

Ärzte und Psychotherapeuten, die ihre Sprechzeiten beispielsweise infolge fehlender Schutzausrüstung oder einer Anordnung des Gesundheitsamtes zeitweise reduzieren mussten, bleiben von Honorarkürzungen verschont. Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Rechtsauffassung der KBV bestätigt, wonach eine pandemiebedingte Unterschreitung des Versorgungsauftrages nicht sanktioniert werden sollte.

AU-Bescheinigung per Telefon für bis zu 7 Tage

Vertragsärzte dürfen bekannte und unbekannte Patienten bis zu 7 Kalendertage am Telefon krankschreiben. Voraussetzung ist, dass es sich um eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege handelt. Die telefonische AU-Bescheinigung (Muster 1) kann bei fortdauernder Erkrankung telefonisch einmal um 7 Kalendertage verlängert werden. Alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 4. Dezember 2020

Mehr Konsultationen per Telefon

Die Möglichkeiten zur ärztlichen und psychotherapeutischen Konsultation per Telefon während der Corona-Pandemie wurden für alle Fachgruppen ausgeweitet. Damit wird die telefonische Betreuung der Patienten umfassender berechnungsfähig.

Die KBV hat dazu mit den Krankenkassen im Bewertungsausschuss einen entsprechenden Beschluss gefasst und damit ab 2. November eine Sonderregelung aktiviert, die im zweiten Quartal 2020 schon einmal galt. Sie ist vorerst bis Ende des Jahres befristet. Analog dazu hat der G-BA diese Regelungen auch für die ambulante spezialfachärztliche Versorgung umgesetzt.

Ärzte und Psychotherapeuten können die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01433 (154 Punkte/16,92 Euro) und die GOP 01434 (65 Punkte/7,14 Euro) abrechnen. Dabei gibt es unterschiedlich hohe „Telefon-Kontingente“ für die einzelnen Fachgruppen.
 
Nur bei bekannten Patienten: Die Telefonkonsultation ist nur bei bekannten Patienten möglich. „Bekannt“ heißt: Der Patient war in den zurückliegenden sechs Quartalen, die dem Quartal der Konsultation vorausgehen, wenigstens einmal in der Praxis.

Abrechnung und Vergütung: Die Abrechnung erfolgt je nach Fachgruppe über die Gebührenordnungs-position (GOP) 01433 (154 Punkte/16,92 Euro) oder die GOP 01434 (65 Punkte/7,14 Euro). 

  • Nur Telefon: Die Telefonkonsultation ist vor allem für Patienten gedacht, die nicht in die Praxis kommen können. Die neue GOP wird in diesem Fall als Zuschlag zur GOP 01435 (telefonische Beratung eines Patienten im Krankheitsfall) gezahlt. 
  • Telefon und Sprechstunde: Psychotherapeuten und Ärzte einiger Fachrichtungen, zum Beispiel Psychiater, Nervenärzte und Hausärzte, können die GOP 01433 bzw. 01434 auch abrechnen, wenn der Patient in dem Quartal in die Sprechstunde (oder Videosprechstunde) kommt. Dann erhalten sie die telefonische Konsultation zusätzlich zur Grund- oder Versichertenpauschale vergütet. Die GOP 01435 ist in die diesem Fall nicht abrechenbar.

Kein Einlesen der eGK: Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die elektronische Gesundheitskarte (eGK) nicht eingelesen werden. In diesem Fall übernimmt die Praxis die Versichertendaten für die Abrechnung aus der Akte des Patienten.

Es gibt vier unterschiedliche Gesprächskontingente. Welche Fachgruppen wie viele Minuten pro Patient zur Verfügung hat und wie abgerechnet wird, fasst eine Praxisinformation der KBV zusammen. Es sind dieselben Kontingente wie im zweiten Quartal 2020, als diese Sonderregelung schon einmal galt.

Gilt bis: 31. März 2021

Portokosten für Folgerezepte, Verordnungen und Überweisungen

Für den postalischen Versand von bestimmten Folgeverordnungen und Überweisungsscheinen werden Ärzten die Portokosten erstattet.

Patienten müssen damit nicht in die Praxis kommen, um sich nur ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist. In diesem Fall muss auch nicht die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden: Die Versichertendaten aus der Patientenakte dürfen übernommen werden. 

Für folgende Formulare werden die Portokosten erstattet:

  • AU-Bescheinigungen 
  • Folgeverordnungen von Arzneimitteln (auch BtM-Rezepte) sowie von Verband- und Hilfsmitteln, die auf Muster 16 verordnet werden (somit Ausnahme von Sehhilfen und Hörhilfen)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12) 
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie).
  • Überweisungen (Muster 6 und 10) 
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4) 

Die Versandkosten werden mit der Pseudo-GOP 88122, die mit 90 Cent bewertet ist, abgerechnet. 

Gilt bis: 31. März 2021

Videosprechstunde unbegrenzt möglich

Ärzte und Psychotherapeuten können unbegrenzt Videosprechstunden anbieten. KBV und Krankenkassen haben die geltenden Beschränkungen für den Einsatz der Videosprechstunde für einen befristeten Zeitraum aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert. Die Videosprechstunde ist bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war. 

Auch ärztliche und psychologische Psychotherapeuten dürfen bestimmte Leistungen per Videosprechstunde durchführen und abrechnen, unter anderem Einzeltherapiesitzungen.  

Hinweis: So erfassen Sie die Versichertendaten auch ohne Einlesen der Karte:

  • Der Patient war in dem Quartal bereits mit seiner eGK in der Praxis: Die Versichertendaten liegen vor.  
  • Der Patient ist in der Praxis bekannt, er war aber in dem Quartal nicht da: Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  • War der Patient bisher noch nie in der Praxis, hält er zu Beginn der Videosprechstunde seine elektronische Gesundheitskarte in die Kamera, damit das Praxispersonal die Identität prüfen und die notwendigen Daten (mit Versichertennummer) erheben kann. Der Patient bestätigt zudem mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes.

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: KBV-Themenseite Videosprechstunde

Videosprechstunde: Weitere Sonderregelung für Psychotherapeuten

Psychotherapeuten dürfen während der Corona-Krise neben Einzeltherapiesitzungen auch Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) per Video durchführen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Hinweise zur Abrechnung: Für diese Sonderregelung wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: KBV-Themenseite Videosprechstunde
 

Sozialpsychiatrie: Neue Leistung für die funktionelle Entwicklungstherapie per Video

Zur Erleichterung der sozialpsychiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen während der Corona-Krise kann die funktionelle Entwicklungstherapie vorerst auch per Video erfolgen. Dazu haben KBV und GKV-Spitzenverband eine Sonderregelung vereinbart, die seit 15. Mai gilt und bis Ende März 2021 befristet ist.

Die neue Leistung (Gebührenordnungsposition 14223) beinhaltet videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie durch qualifizierte nichtärztliche Mitarbeiter gemäß der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV-Mitarbeiter). Sie findet als Einzelbehandlung statt und ist je vollendete 15 Minuten berechnungsfähig.

Für die Behandlung per Video müssen die SPV-Mitarbeiter den Patienten kennen.  Das heißt: Der Patient war in den letzten vier Quartalen (einschließlich des aktuellen Quartals) mindestens einmal in der Praxis. 

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 19. Mai 2020

Psychotherapie: Umwandlung von Gruppentherapie

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden. Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden. 

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24. März 2020
 

Kontrolluntersuchungen und Schulungen von DMP-Patienten dürfen ausfallen

Zur Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-19 gibt es für chronisch Kranke eine weitere Sonderregelung. Die vorgeschriebenen quartalsbezogenen Kontrolluntersuchungen in den Disease-Management-Programmen (DMP) dürfen ausfallen, wenn es medizinisch vertretbar ist.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dazu die DMP-Dokumentationspflicht und die Verpflichtung der Versicherten zur Teilnahme an empfohlenen Schulungen ausgesetzt. 

Koordinierende Ärzte können somit selbst entscheiden, was für ihre Patienten in der aktuellen Situation am besten ist. So kann es im Einzelfall durchaus notwendig sein, dass die Kontrolluntersuchung oder die Schulung durchgeführt werden. In diesen Fällen erfolgt auch die Dokumentation der Untersuchung.

Wenn möglich, kann die DMP-Dokumentation auch auf Basis einer telemedizinischen DMP-Konsultation erfolgen.

Gilt bis: solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt 

Viele Lockerungen bei Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln und anderen Leistungen

Alle Sonderregelungen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie für veranlasste Leistungen gelten, wurden bis 31. März verlängert. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. 

Durch die Verlängerung sind unter anderem weiterhin Folgeverordnungen von häuslicher Krankenpflege, Heilmitteln und Hilfsmitteln bei bekannten Versicherten nach telefonischer Anamnese möglich. 

Mehr Informationen: Praxisinfo Sonderregelungen Veranlasste Leistungen

Auf einen Blick:

Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese

Vertragsärzte dürfen Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese ausstellen und postalisch an den Versicherten übermitteln. Bei der Krankenbeförderung gilt die Sonderregelung ebenso für Vertragspsychotherapeuten, denn auch sie dürfen Krankenbeförderungen veranlassen.

Voraussetzungen ist, dass der verordnende Arzt oder Psychotherapeut den Versicherten bereits zuvor aufgrund der selben Erkrankung persönlich untersucht hat, er ihm also bekannt ist.

Es geht um folgende Leistungen: 

  • Häusliche Krankenpflege: alle Folgeverordnungen
  • Heilmittel: alle Folgeverordnungen und alle Verordnungen außerhalb des Regelfalls
  • Hilfsmittel: Folgeverordnungen von Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind, sowie Zubehörteile oder Ersatzbeschaffungen, mit Ausnahme für Seh- und Hörhilfen
  • Krankenbeförderung: alle Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten 

Hinweis: Arzneimittelrezepte durften Vertragsärzte auch bisher schon in Ausnahmesituationen per Post an Patienten senden. Voraussetzung dafür ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.

Gilt bis: 31. März 2021 

 

Für Versicherte: Frist für Genehmigung auf 10 Tage erweitert

Versicherte haben statt 3 jetzt wieder 10 Arbeitstage Zeit, eine Verordnung zur Genehmigung bei ihrer Krankenkasse vorzulegen. So lange erstattet die Krankenkasse die Kosten, auch wenn die Leistung am Ende nicht genehmigt wird. Dies gilt für folgende Leistungen: Häusliche Krankenpflege, Soziotherapie, spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV).

Gilt bis: 31. März 2021 

 

Videobehandlung bei bestimmten veranlassten Leistungen möglich

Einige Leistungen können per Video durchgeführt werden, wenn der Patient dem zustimmt und eine persönliche Behandlung aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht erfolgen kann.

Dies gilt für folgende Leistungen: Psychiatrische häusliche Krankenpflege (pHKP), Soziotherapie, Heilmittel. Die Behandlung per Video muss datenschutzkonform erfolgen.

Dabei kann die Videobehandlung im Bereich der pHKP und der Soziotherapie insbesondere dann erfolgen, wenn sie der Bewältigung einer akuten Krisensituation dient oder vermieden werden soll, dass sich der Gesundheitszustand aufgrund einer Leistungsunterbrechung verschlechtert.

Ein gesonderter Hinweis auf der Verordnung ist nicht erforderlich. Die Entscheidung wird in Abstimmung zwischen dem Therapeuten und dem Patienten getroffen.

Gilt bis: 31. März 2021 

 

Verordnung von häuslicher Krankenpflege

Folgeverordnungen dürfen rückwirkend ausgestellt werden und zwar für bis zu 14 Kalendertage (bisher waren rückwirkende Verordnungen grundsätzlich nicht zulässig und Ausnahmefälle besonders zu begründen, dies gilt nur noch für Erstverordnungen).

Ausgesetzt werden Regelungen, wonach die Notwendigkeit für eine längere Dauer medizinisch begründet werden muss und die Folgeverordnung in den letzten 3 Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums auszustellen ist.

Gilt bis: 31. März 2021 


Verordnung von Heilmitteln

  • Eine Heilmitteltherapie muss erst innerhalb von 28 Tagen nach Verordnungsdatum beginnen, regulär sind es 14 Tage. Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden. 
    Gilt bis: 31. Dezember 2020, ab 2021 sind es regulär 28 Tage   
  • Verordnungen verlieren nicht ihre Gültigkeit, wenn die Behandlung länger als 14 Kalendertage unterbrochen wird.
    Gilt bis: 31. März 2021  

Verordnung von Krankentransporten

Krankentransporte zu einer ambulanten Behandlung von nachweislich an COVID-19-Erkrankten sind genehmigungsfrei. Dies gilt auch für Patienten, die nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen. Ärzte und Psychotherapeuten, die einen solchen Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) veranlassen, müssen die Verordnung kennzeichnen. Dazu geben sie auf dem Formular für die Krankenbeförderung (Muster 4) an, dass es sich um einen nachweislich an COVID-19-Erkrankten oder einen gesetzlich Versicherten in Quarantäne handelt. Wichtig: Die ambulante Behandlung, zu der ein Krankentransport verordnet wird, muss zwingend medizinisch notwendig und nicht aufschiebbar sein.

Gilt bis: solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt (aktuell: 31. März 2021)

Entlassmanagement: Verordnungen für bis zu 14 Tage

Krankenhäuser können für einen längeren Zeitraum nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen. Konkret sind es jetzt 14 Tage.

Dabei geht es um folgende Leistungen: AU-Bescheinigung, häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Soziotherapie, Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) sowie Heilmittel. Hier wurde die 12-Kalendertage-Frist, bis zu der die vom Krankenhaus verordnete Heilmittelbehandlung abgeschlossen sein muss, auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert.

Arzneimittelrezepte: Bei der Verordnung von Arzneimitteln im Entlassmanagement hat der G-BA die Begrenzung auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen ausgesetzt.

Für sonstige Produkte wie Blutzuckerstreifen oder Verbandmittel dürfen Rezepte für den Bedarf von bis zu 14 Tagen ausgestellt werden. Die Einlösefrist für Entlassrezepte wurde auf 6 Werktage verlängert.

Gilt bis: solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt (aktuell: 31. März 2021)

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 30. Oktober 2020
 

U-Untersuchungen: Untersuchungszeiträume ab U6 ausgesetzt

Ärzte können die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen U6, U7, U7a, U8 sowie U9 auch durchführen und abrechnen, wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind.

Zunächst hatten die Partner des Bundesmantelvertrags eine befristete Aussetzung der Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten ab der U6 vereinbart.

Im Mai wurde im Gemeinsamen Bundesausschuss dann ein entsprechender Beschluss zu Ausnahmeregelungen für die Kinder-Untersuchungen gefasst.

Die Sonderregelung gilt solange, wie der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt – und bis zu drei Monate darüber hinaus.

Gilt bis: solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt – und bis zu drei Monate darüber hinaus

Dialyse: Notfallplan sichert Dialyse-Versorgung

Zur Sicherstellung der Versorgung von Dialyse-Patienten haben KBV und GKV-Spitzenverband einen Notfallplan für die Zeit der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Zur Sicherstellung der Dialyse-Versorgung sollen die Einrichtungen flexibel auf bestimmte Notsituationen reagieren können, zum Beispiel, wenn Dialyse-Ärzte krankheitsbedingt ausfallen oder ganze Einrichtungen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in dem gewohnten Umfang weiterarbeiten können. In solchen Fällen können Praxen beispielsweise unkompliziert Patienten anderer Praxen übernehmen. Außerdem wurden die Zuschlagsziffern für Infektionsdialysen an die Coronavirus-Situation angepasst.

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24. Juni 2020
 

Aussetzen von QS-Maßnahmen weiterhin möglich

Die Kassenärztlichen Vereinigungen können bestimmte Qualitätssicherungs-Maßnahmen weiterhin aussetzen oder von den Bundesvorgaben abweichen. Darüber hinausgehende Lockerungen sind in Regionen mit hohen Infektionszahlen möglich. 

Darauf hat sich die KBV mit dem GKV-Spitzenverband in einer neuen Übergangsvereinbarung verständigt, die zum 1. Juli in Kraft getreten ist. Hintergrund ist, dass aufgrund der Corona-Krise weiterhin bestimmte Qualitätsvorgaben nicht eingehalten werden können.

Gilt bis: längstens 31. März 2021 

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 15. Juli 2020
 

Nachweispflicht für Fortbildung verlängert

Die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung wird für Ärzte und Psychotherapeuten aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein weiteres Quartal bis zum 31. März 2021 verlängert. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat einer entsprechenden Anfrage der KBV zugestimmt.

Die Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung nach Paragraf 95d SGB V gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden. 

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 16. Oktober 2020

Onkologie-Vereinbarung: Fortbildungsanforderungen für das Jahr 2020 reduziert

Ärzte, die an der Onkologie-Vereinbarung teilnehmen, müssen aufgrund der Coronavirus-Pandemie für das Jahr 2020 weniger Fortbildungen nachweisen. Die KBV hat sich mit dem GKV-Spitzenverband auf eine entsprechende Sonderregelung verständigt.

So müssen Ärzte für das Jahr 2020 anstatt 50 nur 30 CME-Punkte nachweisen. Außerdem reicht es aus, wenn Ärzte an einer industrieneutralen, durch die Ärztekammer zertifizierten Pharmakotherapieberatung teilnehmen. Eigentlich sieht die Onkologie-Vereinbarung die Teilnahme an mindestens zwei solcher Beratungen vor.

Gilt bis: 31. Dezember 2020

Transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin: Nachweis von vier CME-Punkten anstatt von acht

Um die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin durchführen und abrechnen zu können, benötigen Ärzte eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese Genehmigung wird nun auch dann erteilt, wenn die Teilnahme an von der jeweiligen Landesärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von insgesamt mindestens vier CME-Punkten – statt regulär acht – für das zurückliegende Jahr nachgewiesen wird. Grund ist, dass Fortbildungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgefallen sind oder verschoben wurden.

Diese Sonderregelung gilt rückwirkend ab 1. Oktober 2020 und ist befristet bis 31. März 2021. 

Gilt bis: 31. März 2021 
 

Unfallversicherung: Übergangsregelungen zur Hygienepauschale und zur Videosprechstunde

Die Hygienepauschale in Höhe von 4 Euro pro Behandlungstag erhalten Durchgangsärzte zusätzlich zu den Behandlungskosten für die ambulante Behandlung von Unfallverletzten. Sie kann als „Besondere Kosten“ mit der Bezeichnung „COVID-19-Pauschale“ mit jeder regulären Behandlungsabrechnung nach § 64 Absatz 1 Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger abgerechnet werden.

Vertragsärzte, beteiligte Ärzte sowie Psychotherapeuten können den Unfallverletzen per Videosprechstunde behandeln, um die Versorgung dieser Patienten sicherzustellen. Voraussetzung ist der Einsatz eines zugelassenen zertifizierten Videosystems. Für diese Arzt-Patienten-Kontakte kann die Nummer 1 UV-GOÄ abgerechnet werden, wobei eine entsprechende Kennzeichnung als Videobehandlung erfolgen muss. Auch Psychotherapeuten können entsprechend der Behandlungsziffern (P-Ziffern) Videosprechstunden abrechnen. 

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Austauschmöglichkeiten bei der Arzneimittelabgabe

Apotheker haben während der Corona-Pandemie mehr Möglichkeiten zum Austausch von Arzneimitteln. Diese und weitere Maßnahmen sieht die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung vor, die seit 
22. April 2020 in Kraft ist. Hiermit sollen spürbare Entlastungen bei der Versorgung mit Arzneimitteln erreicht und vermeidbare Kontakte zwischen Arzt und Patient, aber auch zwischen Apotheker und Patient reduziert werden. So dürfen Apotheker jetzt in Fällen, in denen das nach den gesetzlichen oder vertraglichen Vorgaben abzugebende Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist, ein anderes wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der Apotheke vorhanden und das eigentlich abzugebende Arzneimittel auch nicht lieferbar, darf ein anderes lieferbares, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben werden.

Nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ist auch die Abgabe eines pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Arzneimittels möglich, wenn weder das eigentlich abzugebende noch ein entsprechendes wirkstoffgleiches Arzneimittel vorrätig oder lieferbar ist. Dies gilt auch, wenn der verordnende Arzt den Austausch des Arzneimittels mit dem Aut-idem-Kreuz ausgeschlossen hat. Der Apotheker muss dies jeweils auf dem Arzneiverordnungsblatt dokumentieren, der Arzt muss also kein neues Rezept ausstellen.

Außerdem dürfen Apotheken ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt bei der Packungsgröße, der Packungsanzahl, der Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen und der Wirkstärke von der ärztlichen Verordnung abweichen, sofern dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird.

Gilt bis: längstens 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24.04.2020
 

Erleichterungen bei der Substitutionstherapie

Die Substitutionstherapie wird während der Coronavirus-Pandemie erleichtert. Substituierende Ärzte haben die Möglichkeit, bei der Behandlung von Opioidabhängigen von den Vorgaben der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung abzuweichen.

Sie dürfen jetzt beispielsweise mehr Patienten behandeln als bisher und können Substitutionsmittel in einer Menge verschreiben, die für bis zu sieben aufeinanderfolgende Tage benötigt wird. Folgerezepte können Ärzte auch ohne persönlichen Konsultation ausstellen. Sollte eine Einnahme des Medikaments unter Beobachtung von medizinischen, pharmazeutischen oder pflegerischem Personal nicht möglich sein, können Ärzte diese Aufgabe auch anderem Personal übertragen.

Gilt bis: 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24.04.2020

 

Therapiegespräch zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger per Video und Telefon

Ab 2. November wieder berechnungsfähig ist das therapeutische Gespräch per Telefon im Rahmen der Substitutionsbehandlung von mindestens zehnminütiger Dauer. Es kann über die GOP 01952 abgerechnet werden.

Gilt bis: 31. März 2021
 

Verwendung von BtM-Rezeptformularen anderer Ärzte möglich

Um die Versorgung mit Betäubungsmitteln sicherzustellen, dürfen Betäubungsmittelrezepte (BtM-Rezepte) vorübergehend auch außerhalb von Vertretungsfällen – etwa in einer Praxisgemeinschaft – übertragen und von anderen Ärzten verwendet werden.

Gilt bis: längstens 31. März 2021

Mehr Informationen: PraxisNachricht vom 24.04.2020
 

Mammographie-Screening-Programm: Übergangsregelungen für Fortbildungskurse vereinbart

Beim Mammographie-Screening-Programm wurden aufgrund der COVID-19-Pandemie Übergangsregelungen für die Durchführung von Fortbildungskursen vereinbart. So können Abweichungen von den Fristen und der Reihenfolge der Fortbildungskurse zum Erhalt der fachlichen Befähigung und der angeleiteten Tätigkeiten anerkannt werden. Zudem ist die Anerkennung eines Fortbildungskurses auch dann möglich, wenn dieser online durchgeführt wird.

Gilt bis: solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt – längstens bis zum 30. Juni 2021

Nichtärztliche Praxisassistenten können schon vor Abschluss der Fortbildung tätig werden

Nichtärztliche Praxisassistenten können coronabedingt schon vor Abschluss ihrer Fortbildung tätig werden. Auf diese Sonderregelung hat sich die KBV mit den Krankenkassen geeinigt und darauf reagiert, dass angesichts der Pandemie viele Kurse vollständig ausgesetzt sind oder der Unterricht nur teilweise erfolgt.

Die Sonderregelung ermöglicht es den Kassenärztlichen Vereinigungen, die Genehmigung für den Einsatz einer nichtärztlichen Praxisassistentin und einem nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPA) auch dann zu erteilen, wenn eine bereits begonnene Fortbildung zur NäPA noch läuft und der voraussichtliche Abschluss der Fortbildung bis zum 31. März 2021 erfolgt. 

Gilt bis: 31. März 2021
 

Mehr Zeit für Refresher-Kurse nichtärztlicher Praxisassistenten

Für nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) wurde aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine weitere Sonderregelung vereinbart. Sie betrifft die sogenannte Refresher-Fortbildung. Dadurch steht mehr Zeit zur Verfügung, um die Kurse zu absolvieren.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie konnten die Refresher-Kurse zum Teil nur eingeschränkt oder nicht stattfinden. Die Partner des Bundesmantelvertrags-Ärzte haben deshalb eine bis zum 31. März 2021 befristete Sonderregelung vereinbart. Demnach wird die Frist für den Nachweis des Refresher-Kurses um neun Monate verlängert, sofern die Drei-Jahres-Frist im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. März 2021 endet.

Gilt bis: 31. März 2021

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