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Rehabilitation

Bei der medizinischen Rehabilitation geht es darum, die körperlichen Funktionen, Organfunktionen und gesellschaftliche Teilhabe des Patienten wiederherzustellen. Reha-Maßnahmen erfolgen ambulant oder stationär.

Rehabilitations-Richtlinie

Die Reha-Richtlinie regelt die Versorgung mit Leistungen zur medizinischen Reha sowie die Beratung über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und ergänzende Leistungen zur Reha. Reha-Maßnahmen haben das Ziel, eine Behinderung einschließlich Pflegebedürftigkeit abzuwenden oder zu mindern.

Rehabilitations-Richtlinie   

Verordnungsvordrucke

Das Verordnen medizinischer Rehabilitation ist seit dem 1. April 2016 einfacher: Das Formular 60 zur Einleitung von Leistungen zur Rehabilitation oder alternativen Angeboten („der Antrag auf den Antrag“) fällt weg.

Übersicht der Vordrucke und Hinweise

Online-Fortbildung

Jeder Vertragsarzt darf seit dem 1. April 2016 Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen, ohne hierfür eine besondere Qualifikation vorweisen zu müssen.

Um Ärzten die zu beachtenden Grundlagen und Besonderheiten näher zu bringen, bietet die KBV in ihrem Fortbildungsportal eine zertifizierte Fortbildung zur medizinischen Rehabilitation an. Sie umfasst vier Kapitel und beginnt mit den Rahmenbedingungen der Rehabilitation. Es wird die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) sowie die Grundlagen der Verordnung einer Rehabilitation erläutert. Anwendungsbeispiele ermöglichen eine Übertragung in die Praxis.

Kinder- und Jugendlichenrehabilitation

Die Abgrenzung von Mutter/Vater-Kind-Vorsorge-Rehabilitationsleistungen und Maßnahmen der Kinder- und Jugendlichenrehabilitation ist nicht immer einfach. Während bei der ersten Behandlungsform die Mütter und Väter – ggf. unter Einbezug des Kindes – im Fokus stehen, handelt es sich bei einer Kinder- und Jugendlichenrehabilitation um einen ganzheitlichen biopsychosozialen Ansatz zur Verbesserung einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit oder einer schon vorliegenden Gesundheitsbeeinträchtigung.

Mehr zum Thema

Kosten der Reha - Wann ist die Krankenkasse zuständig?

Rehabilitationsleistungen sind Aufgabe der Sozialversicherungsträger, dazu zählen unter anderem die gesetzliche Kranken-, Renten- und Unfallversicherung. In welchen Fällen ist die Krankenkasse zuständig?

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Die gesetzliche Krankenversicherung ist zuständig:

  • wenn keine Verminderung der Erwerbstätigkeit vorliegt oder droht
  • wenn kein Arbeitsunfall und keine Berufskrankheit vorliegt
  • bei Reha-Leistungen für Altersrentner, denn diese sollen nach Unfall oder Krankheit so lange wie möglich in gewohnter Umgebung leben und die Chance erhalten, aktiv am Leben teilzuhaben
  • bei Reha-Leistungen für Mütter und Väter, wenn es sich nicht um eine reine Vorsorge handelt, sondern schon eine Beeinträchtigung vorliegt und die Rehabilitation medizinisch notwendig ist
  • bei Reha-Leistungen für Kinder und Jugendliche, wenn dies medizinisch notwendig ist (grundsätzlich gleichrangige Zuständigkeit der Kranken- und Rentenversicherung)

Rehabilitationssport und Funktionstraining

Reha-Sport und Funktionstraining kommen für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen in Betracht. Reha-Sport soll die Ausdauer und Kraft der Patienten stärken und ihre Koordination und Flexibilität verbessern. Mit dem Funktionstraining sollen die Beteiligten möglichst dauerhaft in die Gesellschaft und das Arbeitsleben eingegliedert werden.

Die Reha-Träger haben mit einzelnen Verbänden eine Rahmenvereinbarung über den Reha-Sport und das Funktionstraining abgeschlossen.

Rahmenvereinbarung

Zuzahlung

In der gesetzlichen Krankenversicherung müssen sich die Versicherten auch in Form von Zuzahlungen an den Gesundheitskosten beteiligen.

Weitere Infos zur Zuzahlung

Rechtsprechung

Reha-Sport in Gruppen trotz eigener Fähigkeiten längerfristig möglich

Ein behinderter Versicherter kann ärztlich verordneten medizinisch notwendigen Rehabilitationssport in Gruppen unter ärztlicher Betreuung und Überwachung von seiner Krankenkasse auch dann längerfristig beanspruchen, wenn er bezogen auf diesen Sport über besondere Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) festgestellt.

Die beklagte Krankenkasse hatte den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit einer Prüfung des Antrages des Klägers auf Rehabilitationssport, hier „Bewegungsspiele in Gruppen“, beauftragt. Die Ärzte des MDK hielten die Bewegungstherapie für unbedingt erforderlich, konnten einer Befürwortung der Leistungsgewährung über die festgelegte Leistungshöchstdauer hinaus jedoch nicht zustimmen aufgrund der in der Rahmenvereinbarung festgelegten Bedingung „nur bei krankheits-/ behinderungsbedingt fehlender Motivation“.

Vor diesem Hintergrund und einem früheren Urteil zum Funktionstraining vom 17.06.2008 begründete das BSG seine Entscheidung unter anderem damit, dass den besonderen Belangen behinderter und chronisch kranker Menschen Rechnung zu tragen sei und insoweit der Sport in der Gruppe mit vergleichbar Betroffenen (Gemeinschaftserlebnis) in besonderer Weise rehabilitative Wirkung habe.

Folglich ist die Notwendigkeit für den Rehabilitationssport in Gruppen unabhängig davon zu beurteilen, über welche individuellen Vorkenntnisse der Leistungsberechtigte verfügt.

Urteil vom 02.11.2010, Az.: B 1 KR 8/10 R

BSG-Urteil zur Leistungshöchstdauer von Funktionstraining

Einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) zufolge lässt sich dem Begriff „Funktionstraining“ weder nach Wortlaut noch nach Entstehungsgeschichte oder Regelungszusammenhang eine „immanente zwangsläufige Leistungsdauer“ entnehmen. Eine Einschränkung der Anspruchshöchstdauer ergibt sich derzeit nur dadurch, dass die Leistungen im Einzelfall geeignet, notwendig und wirtschaftlich sein müssen.

Die Regelung in der „Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining“, die das Funktionstraining auf 24 Monate begrenzt, ist laut BSG nichtig, da den Partnern der Rahmenvereinbarung keine Regelungsbefugnis eingeräumt wurde, den krankenversicherungsrechtlichen Leistungsanspruch zu befristen.

Urteil vom 17.06.2008, Az.: B 1 KR 31/07 R

Kein Anspruch auf Kostenerstattung für Fahrten zum Reha-Sport

Behinderte Menschen haben keinen krankenversicherungsrechtlichen Anspruch auf Erstattung von Fahrkosten zum Rehabilitationssport. Das hat das Bundessozialgericht bestätigt.

Ein Anspruch ergibt sich demnach weder aus § 60 SGB V noch aus § 44 Abs. 1 Nr. 5 SGB IX. Auch sei ein solcher Anspruch nicht aus der Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining herzuleiten.

Urteil vom 22.04.2008, Az.: B 1 KR 22/07 R