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Stand 01.04.2022

Impfungen gegen SARS-CoV-2

Impfung und Aufklärung

Hier finden Sie Hinweise zum Impfmanagement – von der Aufklärung über die Erstellung von Impfzertifikaten bis zu der Frage, wie und an wen Praxen Nebenwirkungen melden. Außerdem können Sie unterstützende Infomaterialien herunterladen.

Terminvergabe

Die Terminvergabe, beispielsweise per Telefon oder digitaler Terminbuchungsmöglichkeit, regeln die Praxen selbst. Eine zentrale Einladung gibt es nicht. Die Ärztinnen und Ärzte können ihre Patienten gezielt ansprechen, denn sie wissen am besten, wer zunächst geimpft werden sollte – ob in der Praxis oder in der Häuslichkeit.

Anspruch auf die Impfung

Nach der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums kann sich jede in Deutschland wohnhafte oder tätige Person kostenfrei impfen lassen, unabhängig von ihrer Krankenversicherung – also auch Nichtversicherte. Zudem können unter anderem deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe mit Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 versorgt werden. Die Impfstoffe können in den Altersgruppen eingesetzt werden, für die sie zugelassen sind. Zugelassene Impfstoffe gibt es derzeit für Personen ab fünf Jahre.Vertragsarztpraxen rechnen die Leistungen nach der Impfverordnung über ihre Kassenärztliche Vereinigung ab; auch für Nicht-GKV-Versicherte.

Empfehlungen der STIKO

Auffrischimpfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine COVID-19-Auffrischimpfung allen Personen im Alter ab 12 Jahren. Die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff soll frühestens drei Monate nach der letzten Impfdosis der Grundimmunisierung erfolgen.

Epidemiologisches Bulletin 3/2022 (20. Januar 2022)

Zweite Auffrischimpfung

Die Ständige Impfkommission empfiehlt nach abgeschlossener COVID-19-Grundimmunisierung und erfolgter erster Auffrischimpfung eine zweite Auffrischimpfung für gesundheitlich besonders gefährdete und exponierte Gruppen.

Epidemiologisches Bulletin 7/2022 (17. Februar 2022)

Impfung bei Personen unter 30 Jahren

Für Personen unter 30 Jahren empfiehlt die STIKO aufgrund des höheren Myokarditisrisikos von Spikevax, ausschließlich Comirnaty zu verwenden. Dies soll auch dann erfolgen, wenn diese Personen bereits eine erste Impfstoffdosis Spikevax erhalten hatten. Für Personen über 30 Jahren wurde dieses erhöhte Risiko gegenüber Comirnaty nicht festgestellt.

Epidemiologisches Bulletin 46/2021 (18. November 2021)

Impfung von Schwangeren und Stillenden

Die STIKO spricht eine Impfempfehlung für ungeimpfte Schwangere ab dem 2. Trimenon sowie für ungeimpfte Stillende aus.

Schwangere sollen unabhängig von ihrem Alter mit Comirnaty und nicht mit Spikevax geimpft werden. Schwangeren wird eine COVID-19-Impfung mit zwei Dosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty (BioNTech/ Pfizer) im Abstand von 3 bis 6 Wochen empfohlen. Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung erst ab dem 2. Trimenon durchgeführt werden.

Stillenden wird eine COVID-19-Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs im Abstand von 3 bis 6 (Comirnaty) beziehungsweise 4 bis 6 Wochen (Spikevax) empfohlen. Stillende unter 30 Jahren sollen mit Comirnaty geimpft werden.

Frauen im gebärfähigen Alter, insbesondere mit Kinderwunsch, empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung ausdrücklich, um bei einer zukünftigen Schwangerschaft bereits ab Konzeption über die Schwangerschaft optimal gegen diese Erkrankung geschützt zu sein. Frauen im gebärfähigen Alter unter 30 Jahren sollen, wie alle Personen unter 30 Jahren, mit Comirnaty geimpft werden.

Epidemiologisches Bulletin 46/2021 (18. November 2021)

Impfung von Kindern und Jugendlichen

Die STIKO empfiehlt für alle 12 – 17-Jährigen die COVID-19-Impfung mit zwei Dosen des mRNA- Impfstoffs Comirnaty im Abstand von 3 bis 6 Wochen.

Epidemiologisches Bulletin 46/2021 (18. November 2021)

Impfung von 5- bis 11-jährigen Kindern

Die STIKO empfiehlt die COVID-19-Schutzimpfung für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen aufgrund des erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der Corona-Erkrankung. Zusätzlich wird die Impfung 5- bis 11-Jährigen empfohlen, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können, zum Beispiel Immunsupprimierte. Bei individuellem Wunsch des Kindes oder der Eltern beziehungsweise der Sorgeberechtigten können nach ärztlicher Aufklärung auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden.

Impfung von genesenen Kindern mit Vorerkrankung

5- bis 11-jährige Kinder mit einer Vorerkrankung, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen eine Impfstoffdosis im Abstand von mindestens 3 Monaten zur SARS-CoV-2-Infektion erhalten. Bei Kindern mit Immundefizienz muss laut STIKO im Einzelfall entschieden werden, ob nach einer SARS-CoV-2-Infektion eine Impfstoffdosis zur Grundimmunisierung ausreicht oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden sollte. Dies hänge maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab.

Genesene Kinder ohne Vorerkrankungen sollen nach der STIKO-Empfehlung vorerst nicht geimpft werden. Bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern könne die COVID-19-Impfung aber auch bei dieser Gruppe nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.

Epidemiologisches Bulletin 2/2022

Impfung mit dem Impfstoff von Novavax

Alternativ zu den bereits empfohlenen COVID-19-Impfstoffen empfiehlt die STIKO zur Grundimmunisierung gegen COVID-19 den Impfstoff Nuvaxovid von Novavax für Personen ab 18 Jahren mit zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens drei Wochen.

Epidemiologisches Bulletin 7/2022 (17. Februar 2022)

Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca und Johnson & Johnson

Aufgrund unter anderem der beobachteten thromboembolischen Ereignisse werden die beiden Vektor-basierten Impfstoffe Vaxzevria von AstraZeneca und COVID-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson nur für Personen, die 60 Jahre und älter sind, empfohlen. Der Einsatz von Vaxzevria und Janssen unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes „nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten“ möglich.

Nach aktuellen Studienergebnissen ist die Immunantwort nach heterologem Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) der Immunantwort nach homologer Vaxzevria-Impfserie (zwei Dosen Vaxzevria) deutlich überlegen. Daher empfiehlt die STIKO für Personen, die bereits eine 1. Dosis Vaxzevria erhalten haben, unabhängig vom Alter eine heterologe Impfserie mit 4-wöchigem Impfabstand.

Die STIKO empfiehlt weiterhin zur Optimierung der Grundimmunisierung mit der COVID-19 Vaccine Janssen die Verwendung eines mRNA-Impfstoffs als zweite Impfstoffdosis.

Epidemiologisches Bulletin 3/2022 (20. Januar 2022)

Impfung von Genesenen

Die STIKO empfiehlt für Personen, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, die Verabreichung einer Impfstoffdosis:

  • Personen mit gesicherter symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion empfiehlt die STIKO eine Impfstoffdosis frühestens 3 Monate nach der Infektion. In Anbetracht der zunehmend besseren Impfstoffverfügbarkeit und der Unbedenklichkeit einer Impfung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion ist die Gabe einer Impfstoffdosis jedoch bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome möglich.
  • Bei Personen mit gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion, bei denen der Infektionszeitpunkt nicht bekannt ist, kann die empfohlene einmalige Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen.
  • Personen, bei denen nach der ersten Impfung eine SARS-CoV-2-Infektion durch direkten Erregernachweis nachgewiesen wurde, sollen die zweite Impfung frühestens 3 Monate nach Ende der COVID-19-Symptome bzw. der Diagnose erhalten. Die Gabe einer Impfstoffdosis ist auch hier bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der Symptome möglich.

Personen, die nach einmaliger Impfung mit dem Janssen-Impfstoff eine labordiagnostisch gesicherte Infektion durchgemacht haben, empfiehlt die STIKO derzeit keine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.

Auffrischimpfung auch für Genesene empfohlen: Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, empfiehlt die STIKO eine Auffrischimpfung frühestens 3 Monate nach der vorangegangenen Impfung. Personen, die nach einer COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen frühestens 3 Monate nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung (2. Dezember 2021)

Abstand der Impfung gegen COVID-19 zu anderen Impfungen

Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen, beispielsweise Influenzaimpfstoffen, muss kein Mindestabstand eingehalten werden. Sie können simultan gegeben werden. Unter der Voraussetzung, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen andere Erkrankungen als auch gegen COVID-19 besteht, ist die gleichzeitige Verabreichung der beiden Impfstoffe möglich. Die Injektion soll in der Regel an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.

Zu Lebendimpfstoffen soll weiterhin ein Mindestabstand von 14 Tagen eingehalten werden.

Die STIKO weist darauf hin, dass bei einer gleichzeitigen Anwendung Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten könnten. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-COVID-19-Impfstoffen zeigten jedoch, dass die Immunantwort und das Nebenwirkungsprofil nach gleichzeitiger Verabreichung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen dem bei jeweils alleiniger Anwendung entsprächen.

STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung (30. September 2021)

Personen, die mit einem nicht in der EU zugelassenen COVID-19-Impfstoff geimpft wurden

Personen, die mit CoronaVac von Sinovac, Covilo von Sinopharm, Covaxin von Bharat Biotech International Ltd. oder dem Vektor-basierten Impfstoff Sputnik V von Gamelaya gegen COVID-19 vollständig grundimmunisiert (d.h. zweimal geimpft) worden sind und gegebenenfalls bereits eine Auffrischimpfung erhalten haben, sollen zur Optimierung ihres Impfschutzes eine einmalige Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Diese soll laut STIKO im Mindestabstand von drei Monaten zur letzten Impfung erfolgen. Hierbei ist der altersabhängige Einsatz von Comirnaty und Spikevax zu beachten.

Personen, die bisher nur eine Dosis eines der oben genannten Impfstoffe bekommen haben, sollen hingegen eine neue Impfserie mit Grundimmunisierung und Auffrischimpfung gemäß der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO erhalten.

Für Personen, die andere nicht in der EU zugelassenen Impfstoffe als die oben genannten erhalten haben, gilt weiterhin die STIKO-Empfehlung einer erneuten Impfserie mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff. Hierbei sind die altersentsprechenden COVID-19-Empfehlungen der STIKO zu beachten.

Epidemiologisches Bulletin 13/2022 (31.3.2022)

Auffrischimpfungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen ab 12 Jahren eine COVID­-19­-Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. 

Zeitpunkt der Auffrischimpfung

Bei 12- bis 17-Jährigen soll die Auffrischimpfung laut STIKO in einem Zeitfenster von drei bis sechs Monaten nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung erfolgen: Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen sollen möglichst frühzeitig ihre Auffrischimpfung bekommen. Für 12- bis 17-Jährige ohne Vorerkrankungen wird ein eher längerer Abstand von bis zu 6 Monaten empfohlen.

Bei Personen ab 18 Jahren soll die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff frühestens drei Monate nach der letzten Impfdosis der Grundimmunisierung erfolgen.

Ausnahme: Dies gilt für alle Personengruppen mit Ausnahme von schwer immundefizienten Personen (z.B. bei Patientinnen und Patienten nach Organtransplantation und Krebspatienten unter immunsuppressiver, antineoplastischer Therapie). Diesen Personen kann bereits vier Wochen nach der Grundimmunisierung eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden.

Aktueller Hinweis: Das BMG hat am 14. Januar 2022 die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung angepasst. In dem Zusammenhang hat das PEI die Anforderungen für den vollständigen Impfschutz von Personen geändert, die mit dem Impfstoff Janssen geimpft wurden: Personen, die einmal mit dem Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson geimpft wurden, brauchen nun eine zweite Impfung zur Vervollständigung ihrer Grundimmunisierung. Damit zählt die zweite Impfung mit diesem Impfstoff  nicht als Auffrischimpfung.

Impfstoff

Die Auffrischimpfung soll laut STIKO mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Für Menschen unter 30 Jahren sowie Schwangere empfiehlt die STIKO ausschließlich den Einsatz von Comirnaty von BioNTech/Pfizer. Hingegen seien für Personen ab 30 Jahren beide derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffe (Comirnaty und Spikevax von Moderna) gleichermaßen geeignet.

Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verabreicht werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff problemlos eingesetzt werden.

Bei Vorliegen einer Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe oder bei individuellem Wunsch – so die STIKO – ist es nach ärztlicher Aufklärung grundsätzlich möglich, bei Erwachsenen unabhängig vom Alter für die Optimierung der Grundimmunisierung (zweite Impfstoffdosis bei Erstimpfung mit der COVID-19-Vaccine Janssen) oder für die Auffrischimpfung (dritte Impfstoffdosis) auch die COVID-19 Vaccine Janssen zu verwenden.

Hinweis zum Moderna-Impstoff: Beim Impfstoff Spikevax von Moderna beträgt die Dosis für die Auffrischimpfung 0,25 ml und damit die Hälfte der Dosis, die für die Grundimmunisierung verwendet wird (0,5 ml).
Sonderfall: Die dritte Impfung bei Patienten mit schwerer Immundefizienz nach vier Wochen gilt nach der Fachinformation von Moderna weiterhin als Grundimmunisierung und soll mit einer Dosis zu 0,5 ml erfolgen.

Auffrischimpfung auch für Genesene empfohlen

Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollen frühestens drei Monate nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten.

Personen, die nach einer COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen im Abstand von mindestens drei Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

Zweite Auffrischimpfung

Die STIKO empfiehlt nach abgeschlossener COVID-19-Grundimmunisierung und erfolgter erster Auffrischimpfung eine zweite Auffrischimpfung für die folgenden Personengruppen:

Frühestens drei Monate nach der ersten Auffrischimpfung:

  • Personen ab 70 Jahren
  • Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege sowie für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Personen mit Immundefizienz ab dem Alter von fünf Jahren

Frühestens sechs Monate nach der ersten Auffrischimpfung (in begründeten Fällen auch bereits nach frühestens drei Monaten):

  • Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere solche mit direktem Kontakt mit den Patienten bzw. Bewohnern

Beschluss der STIKO zur 18. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung (PDF-Dokument) (Stand: 15.02.2022)

Impfaufklärung

Insbesondere bei einer Auffrischimpfung gegen COVID-19 kann die Aufklärung der Patienten ausschließlich mündlich erfolgen, wenn die Impfung durch dieselbe Arztpraxis und mit dem gleichen Impfstoff durchgeführt wird. Der Aufklärungsbogen muss dann nicht ausgehändigt werden; die mündliche Aufklärung ist mit einem kurzen Vermerk in der Patientenakte zu dokumentieren. Auf diese Möglichkeit weist die Bundesärztekammer in einer Stellungnahme hin.

Schreiben des Bundesgesundheitsministers zur Haftung bei zulassungsüberschreitender Anwendung der COVID-19-Schutzimpfung (Stand: 27.12.2021)

COVID-19-Impfempfehlung der STIKO

Informationen zur Abrechnung und Dokumentation hier.

Impfaufklärung und Beratung

Die Aufklärung ist ein wichtiger Teil der Impfleistung. Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, die impfende Person oder den Sorgeberechtigten über die Vorteile und Risiken vorab zu informieren. Bei der COVID-19-Schutzimpfung ist das nicht anders als bei anderen Schutzimpfungen. Besondere Maßnahmen sind hierbei nicht erforderlich.

So können Sie vorgehen:

1. Aufklärungsmerkblatt aushändigen

Die Aufklärung über die COVID-19--Schutzimpfung erfolgt vor der ersten Impfung. Das Robert Koch-Institut stellt dafür bundesweit einheitliche Aufklärungsmerkblätter zu den Impfstoffen und Anamnese-und Einwilligungsbogen zur COVID-19-Impfung als druckfähige PDF-Dateien zur Verfügung. Geben Sie der zu impfenden Person das Aufklärungsmerkblatt zum Lesen oder schicken es ihr im Vorfeld per E-Mail zu, damit sie es bereits zu Hause durchlesen und aufgefüllt in die Praxis mitbringen kann. Die Dokumente werden fortlaufend dem aktuellen Impfgeschehen angepasst und sind auch in mehreren Fremdsprachen und leichter Sprache abrufbar.

2. Aufklärungsgespräch anbieten

Bieten Sie der zu impfenden Person an, Fragen und Unklarheiten zur Impfung mit Ihnen zu besprechen. Ein Aufklärungsgespräch ist nicht zwingend erforderlich, aber anzubieten. Die Person kann das Angebot auch ablehnen. Bitte beachten Sie: Es ist nicht erforderlich, das Aufklärungsmerkblatt auszuhändigen und zusätzlich ein Aufklärungsgespräch durchzuführen. Dies ist nur dann notwendig, wenn der Impfling das Gesprächsangebot annimmt.

Alternativ zu dem beschriebenen Verfahren kann die Aufklärung auch ausschließlich durch ein ärztliches Aufklärungsgespräch und ohne Aufklärungsmerkblatt erfolgen, wenn die Ärztin oder der Arzt der zu impfenden Person die Vorteile und Risiken der COVID-19-Schutzimpfung nennt.

3. Impffähigkeit feststellen

Überzeugen Sie sich, dass die zu impfende Person aktuell impffähig ist. Eine Anamnese ist nur dann erforderlich, wenn Sie die Person nicht kennen, weil sie zum ersten Mal Ihre Praxis aufsucht. Hierfür können Sie den Anamnesebogen des RKI nutzen.

Bei bekannten Patienten kennen Sie in aller Regel den Gesundheitszustand, und die Daten sind bereits in der Patientenakte dokumentiert; eine erneute Anamnese ist nicht erforderlich. Auch bei diesen Personen muss die Impffähigkeit zumindest im Hinblick auf akute Infektionen etc. geprüft werden.

4. Einwilligung der zu impfenden Person

Dokumentieren Sie in der Patientenakte, dass Sie die zu impfende Person aufgeklärt haben und die Person eingewilligt hat. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Sie können dazu das Aufklärungsmerkblatt oder das Muster des RKI für eine Einwilligungserklärung verwenden und von der Person unterschreiben lassen. Auch eine formlose Einwilligungserklärung ist möglich.

Hinweis zur Aufklärung bei Auffrischimpfungen: Insbesondere bei einer Auffrischimpfung gegen COVID-19 kann die Aufklärung der Patienten ausschließlich mündlich erfolgen, wenn die Impfung durch dieselbe Arztpraxis und mit dem gleichen Impfstoff durchgeführt wird. Der Aufklärungsbogen muss dann nicht ausgehändigt werden; die mündliche Aufklärung ist mit einem kurzen Vermerk in der Patientenakte zu dokumentieren. Auf diese Möglichkeit weist die Bundesärztekammer in einer Stellungnahme hin.

Dokumentation im Impfausweis

Die Impfung wird wie gehabt im Impfausweis dokumentiert. Personen ohne Impfausweis können eine Ersatzbescheinigung zur COVID-19-Schutzimpfung erhalten.

Impfzertifikat

Informationen zur Abrechnung, Vergütung und Kodierung der COVID-19-Impf-, Genesenen- und Testzertifikate finden Sie hier.

Nachbeobachtung

Im Allgemeinen wird eine Nachbeobachtungszeit nach der Impfung gegen COVID-19 von mindestens 15 Minuten empfohlen. Längere Nachbeobachtungszeiten von 15 bis 30 Minuten sollten vorsichtshalber bei bestimmten Risikopersonen eingehalten werden, beispielsweise bei Personen mit gerinnungshemmender Medikation, schweren kardialen oder respiratorischen Grunderkrankungen oder mit stärkeren oder anaphylaktischen Reaktionen auf andere Impfungen in der Anamnese.

Nebenwirkungen und Haftung

Für das Melden von Nebenwirkungen nutzen Praxen die gewohnten Wege:

Meldung an das Gesundheitsamt: Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht eine namentliche Meldepflicht einer sogenannten unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) an das jeweilige Gesundheitsamt. Dieses leitet die Meldung weiter an die zuständige Landesbehörde und an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

Meldung an die Arzneimittelkommission: Zudem haben Ärztinnen und Ärzte die berufsrechtliche Verpflichtung zur Meldung von Nebenwirkungen an die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Diese leitet die Meldung pseudonymisiert an das PEI weiter. Die entsprechenden (Online-) Formulare sowie weitere Infos finden Sie hier.

Zusätzlich können Ärztinnen und Ärzte Nebenwirkungen direkt an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder an das PEI digital melden.

Haftungsregelungen: Der staatliche Versorgungsanspruch im Falle eines Impfschadens – dies sind nach der Impfung über das übliche Ausmaß der Impfreaktionen hinausgehende Gesundheitsschädigungen – ist im Infektionsschutzgesetz (Paragraf 60) geregelt. Alle Personen, die nach der auf Grundlage des SGB V erlassenen Coronavirus-Impfverordnung geimpft werden, können einen etwaigen Versorgungsanspruch geltend machen.

Das Bundesgesundheitsministerium hat darauf hingewiesen, dass die Impfung dabei im Rahmen der arzneimittelrechtlichen Zulassung oder aber auch zulassungsüberschreitend erfolgen könne, wenn dies nach ärztlicher Einschätzung für die zu impfende Person und nach dem Stand der Wissenschaft medizinisch vertretbar sei. Auch dann bestehe im Fall eines Impfschadens ein Anspruch auf Versorgung gegen den Staat.

Schreiben des Bundesgesundheitsministers zur Haftung bei zulassungsüberschreitender Anwendung der COVID-19-Schutzimpfung (Stand: 27.12.2021)

Im Übrigen gelten die ärztlichen Sorgfalts- und Aufklärungspflichten.