Arzneiverordnung in der Praxis: Neue Ausgabe erschienen
Mit Surrogatendpunkten wie Laborwerten, Blutdruck oder Tumorgröße im Vergleich zu patientenrelevanten Endpunkten wie Mortalität, Morbidität, Nebenwirkungen oder Lebensqualität in Arzneimittelstudien befasst sich das Editorial. „Surrogatparameter seien zwar leicht messbar und früh verfügbar, könnten aber in die Irre führen, wenn ihre Verbesserung nicht tatsächlich zu einem spürbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten führt“, schreibt der Autor.
Mit Verweis auf die frühe Nutzenbewertung von Arzneimitteln in Deutschland, bei der strenge Kriterien an die Validierung von Surrogatendpunkten gestellt würden und der Fokus auf klinisch relevante Endpunkte gelegt werde, fordert er denselben Transparenz- und Qualitätsanspruch auch für die geplante europäische Nutzenbewertung.
In einem weiteren Artikel wird darauf hingewiesen, dass durch die frühe Nutzenbewertung umfangreiche, auch nicht veröffentlichte Studiendaten zur Verfügung stünden, die wichtige Erkenntnisse zu Wirksamkeit, Sicherheit und patientenrelevanten Endpunkten enthielten. Um fundierte, evidenzbasierte Therapieentscheidungen zu treffen, sollten diese Daten stärker genutzt werden, heißt es.
Therapieoptionen bei verschiedenen Krankheiten
In der Rubrik „Therapie aktuell“ geht es unter anderem um moderne Ansätze bei Rhinosinusitis und Gastroparese, zeitkritische Entscheidungen beim Schlaganfall sowie Leitlinien zur Behandlung des Typ‑2-Diabetes und der schmerzhaften Polyneuropathie. Übersichtsarbeiten beleuchten die Neubewertung von Fluorid durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und die Rolle unpublizierter Studiendaten in der Arzneimittelnutzenbewertung.
Das Arzneimittelbulletin enthält außerdem Fallberichte über seltene Nebenwirkungen nach der Einnahme von Pembrolizumab und Isotretinoin. Zudem werden zwei neue Arzneimittel vorgestellt.
Pharmaunabhängige Informationen
„Arzneimittelverordnung in der Praxis“ wird von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) herausgegeben und greift pharmaunabhängig aktuelle Fragestellungen der Arzneimitteltherapie auf beziehungsweise informiert über neue Medikamente sowie bekannte und neue Nebenwirkungen. Das Heft erscheint drei- bis viermal im Jahr und kann auf der Internetseite der AkdÄ kostenfrei heruntergeladen werden.