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Umfrage zeigt: Praxen setzen die ePA aktiv ein – Technische Umsetzung muss weiter verbessert werden

Die große Mehrheit der Praxen nutzt bereits die elektronische Patientenakte. So haben 80 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten schon Dokumente eingestellt. Unverändert hoch ist allerdings die Unzufriedenheit mit der technischen Umsetzung der ePA. Das sind erste Ergebnisse einer Online-Befragung, die die KBV Ende Januar durchgeführt hat. Rund 4.500 Praxen nahmen daran teil.

Zur Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) befragt, gaben rund drei Viertel der Ärzte und Psychotherapeuten an, sich schon Arztbriefe, Befundberichte oder andere in der ePA abgelegte Unterlagen angesehen und für die Behandlung ihrer Patienten verwendet zu haben. Ähnlich hoch sind die Werte für die elektronische Medikationsliste, die fast 80 Prozent der Befragungsteilnehmer als hilfreich oder teils als hilfreich erachten.

„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Praxen die elektronische Patientenakte befüllen. Sie helfen so mit, dass die ePA ein sinnvolles Werkzeug für die Versorgung wird“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner den PraxisNachrichten. Mit Blick darauf, dass die ePA erst seit gut vier Monaten bundesweit genutzt werden könne und mit der Medikationsliste erst eine Anwendung bereitstünde, seien das ausgesprochen gute Werte. Erfahrungen anderer Länder, die die Akte bereits eingeführt hätten, zeigten, dass es Jahre dauere, bis die ePA voll in den Versorgungsalltag integriert sei und auch von den Patienten genutzt werde.

Großes Hemmnis: Teils unausgereifte und störanfällige Technik

Ein großes Hemmnis bei der Nutzung der ePA stellt nach wie vor die Technik dar, die von den Befragungsteilnehmern teils als „unausgereift und störanfällig“ bezeichnet wurde. So berichteten fast 60 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten, dass sie in den vergangenen Wochen mindestens einmal nicht auf die ePA ihrer Patienten zugreifen konnten. Bei 53 Prozent war der Zugriff auf die ePA sehr langsam. Mehr als jeder Dritte gab an, dass das Einstellen von Dokumenten teilweise nicht möglich war. Bei 27 Prozent war seit Einführung der ePA mindestens einmal das Praxisverwaltungssystem (PVS) abgestürzt.

Die Befragungsergebnisse bestätigen erneut, dass es bei der technischen Umsetzung der ePA in den PVS große Unterschiede gibt. Die Zufriedenheitswerte variieren dabei je nach Hersteller und Produkt. „Praxen, die mit ihrem ePA-Modul zufrieden sind, weil es einfach und nutzerfreundlich zu bedienen ist, bewerten den Nutzen der ePA deutlich höher“, sagte Steiner. Sie appellierte an die Hersteller, das Feedback der Praxen aufzugreifen und ihre Produkte, wenn nötig, nachzubessern.

Mit der Online-Umfrage wollte die KBV unter anderem herausfinden, wie praxistauglich die ePA im Versorgungsalltag ist und wie zufrieden die Praxen mit der technischen Umsetzung sind. Rund 4.500 Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten haben sich daran beteiligt. Befragungszeitraum war der 15. bis 25. Januar. Die vollständigen Ergebnisse werden Ende Februar veröffentlicht.