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Videosprechstunde

Videosprechstunde: telemedizinisch gestützte Betreuung von Patienten

Gerade bei langen Anfahrtswegen oder nach Operationen können telemedizinische Leistungen eine sinnvolle Hilfe sein, so wie die Videosprechstunde. Ärzte können ihren Patienten dabei die weitere Therapie am Bildschirm erläutern oder den Heilungsprozess einer Operationswunde begutachten. So müssen Patienten nicht für jeden Termin in die Praxis kommen.

Dabei ist die Organisation denkbar einfach: Der Arzt wählt einen zertifizierten Videodienstanbieter aus, der für einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf der Videosprechstunde sorgt. Arzt und Patient benötigen im Wesentlichen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich.

Technische und fachliche Anforderungen

KBV und GKV-Spitzenverband haben sich über die technischen Anforderungen für die Praxis und den Videodienst geeinigt, insbesondere zur technischen Sicherheit und zum Datenschutz.

  • Ärzte müssen für die Videosprechstunde eine schriftliche Einwilligung des Patienten einholen.
  • Die Videosprechstunde muss in Räumen stattfinden, die Privatsphäre bieten. Außerdem müssen die eingesetzte Technik und die elektronische Datenübertragung eine angemessene Kommunikation mit dem Patienten gewährleisten.
  • Die Videosprechstunde muss vertraulich und störungsfrei verlaufen - wie eine normale Sprechstunde auch. So darf die Videosprechstunde beispielsweise von niemandem aufgezeichnet werden, auch nicht vom Patienten.
  • Der Klarname des Patienten muss für den Arzt erkennbar sein.
  • Die Videosprechstunde muss frei von Werbung sein.
  • Der Videodienstanbieter muss zertifiziert sein. Diese Zertifikate muss er dem Arzt vorweisen können. Er muss zudem gewährleisten, dass die Videosprechstunde während der gesamten Übertragung Ende-zu-Ende verschlüsselt ist.

Zertifizierte Videodienstanbieter

Name des zertifizierten Produkts Name des Videodienst-anbieters

Zertifikat zur Informations-sicherheit ausgestellt durch 

Zertifikat zum Datenschutz
ausgestellt durch 

Zertifikat zu den Inhalten ausgestellt durch 
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Abrechnung von Videosprechstunden

Fachgruppen

Folgende Fachärzte dürfen ab 1. April 2017 Videosprechstunden durchführen und abrechnen:

  • Hausärzte
  • Kinder- und Jugendärzte
  • Anästhesisten
  • Augenärzte
  • Chirurgen
  • Hals-Nasen-Ohrenärzte
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen
  • Neurologen, Nervenärzte und Neurochirurgen
  • Orthopäden
  • Gynäkologen
  • Dermatologen
  • Fachärzte für Innere Medizin
  • Psychiater
  • Urologen
  • Phoniater und Pädaudiologen
  • Fachärzte für physikalische und rehabilitative Medizin
  • Strahlentherapeuten

Zusätzlich seit 1. April 2019:

  • Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
  • Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Hinweise zur Abrechnung

Hinweise zur Vergütung

Folgende Gebührenordnungspositionen (GOP) können für die Videosprechstunde abgerechnet werden:

  • GOP 01439: Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde (88 Punkte / 9,52 Euro)
  • GOP 01450: Technik- und Förderzuschlag (40 Punkte / 4,33 Euro / extrabudgetär)

Videosprechstunden sollen eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Daher ist die Konsultation nur über die GOP 01439 berechnungsfähig, sofern im gleichen Behandlungsfall keine Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale durch einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ausgelöst wird. Andernfalls ist die Konsultation über die Videosprechstunde bereits als Teil der Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale abgegolten und die GOP 01439 nicht berechnungsfähig.

Eine weitere Voraussetzung zur Abrechnung der GOP 01439 ist, dass der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden sein muss.

Der Zuschlag 01450 ist auch neben der Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale berechnungsfähig und soll die Kosten für den Videodienst abdecken. Er ist gedeckelt auf 47 Videosprechstunden pro Quartal (maximal 1.899 Punkte / 205,52 Euro).

Bei einigen Gebührenordnungspositionen (z.B. Behandlung von Wunden, eines Decubitus sowie Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates), die mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, kann einer dieser Kontakte durch eine Videosprechstunde ersetzt werden.

Videofallbesprechungen mit Pflegekräften:

Ab dem 1. April 2019 kann die Videosprechstunde eines zertifizierten Anbieters auch für Fallbesprechungen bzw. Fallkonferenzen mit Pflegekräften genutzt werden. Die Gebührenordnungspositionen 37120 (Patientenorientierte Fallbesprechung im Rahmen der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä) und 37320 (Patientenorientierte Fallbesprechung im Rahmen der besonders qualifizierten und koordinierten palliativmedizinischen Versorgung gemäß Anlage 30 zum BMV-Ä) sind entsprechend ergänzt worden. Sofern diese Fallbesprechungen als Videofallbesprechung durchgeführt werden, kann auch der Technikzuschlag für die Videosprechstunde (GOP 01450) neben den Gebührenordnungspositionen 37120 und 37320 angesetzt werden.

Weiterführende Infos für Praxen und Patienten

Rechtsgrundlagen

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