Logo-KBV

KBV Hauptnavigationen:

Sie befinden sich:

 
Stand 25.10.2018

elektronische Patientenakte (ePA)

ePA: Übergreifende Dokumentation der Krankheitsgeschichte

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung. Bis Anfang 2019 sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen sein, dass die ePA in der Telematikinfrastruktur eingesetzt werden kann. So sieht es das E-Health-Gesetz vor. Folgende Informationen über einen Patienten können in der ePA gespeichert werden:

  • Befunde
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Impfungen

Damit ist eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation möglich. Die ePA unterstützt außerdem die Fachanwendungen Notfalldatensatz und elektronischer Medikationsplan sowie elektronische Arztbriefe.

Elektronische Patientenakte ist für Patienten freiwillig

Grundvoraussetzung dafür ist der Wunsch des Patienten zur Führung einer ePA, denn es handelt sich dabei um eine freiwillige Anwendung. Die ePA soll als lebenslange Informationsquelle dienen, die jederzeit einen schnellen und sicheren Austausch der Daten ermöglicht. Krankenkassen sollen ihren Versicherten bis Anfang 2021 eine ePA bereitstellen. Es darf für jeden Versicherten nur eine ePA geben.

Die Primärdokumentation des Arztes in seinem Praxisverwaltungssystem bleibt davon unberührt. Der Arzt kopiert nur die vom Patienten dafür gewünschten Daten in die elektronische Patientenakte. Die ePA ersetzt nicht prinzipiell die Kommunikation unter den Ärzten oder zu anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten für Arzt und Patienten

Der Patient kann seine ePA jederzeit alleine einsehen, inhaltlich befüllen oder Inhalte löschen. Der Arzt greift grundsätzlich gemeinsam mit dem Patienten auf dessen ePA zu: Der Arzt nutzt hierfür seinen Praxisausweis und der Patient seine elektronische Gesundheitskarte.

Der Patient kann dem Arzt eine temporäre Zugriffsberechtigung geben, sodass der Arzt auch ohne Anwesenheit des Versicherten, etwa im Nachgang an einen Behandlungstermin, Dokumente in die ePA einstellen kann.

Hinweis: Da die ePA in der Hoheit des Patienten liegt, kann der Arzt prinzipiell nicht von einer medizinisch vollständigen Akte ausgehen.

Möglichst einfache ärztliche Nutzung der ePA

Die KBV setzt sich dafür ein, dass die Praxen einen einfachen Umgang mit der elektronischen Patientenakte haben. Voraussetzung muss deshalb eine einheitliche Schnittstelle sein, sodass Praxen unproblematisch mit den Akten unterschiedlicher Anbieter arbeiten können.

Diese Schnittstellen werden von der gematik spezifiziert. Die KBV fordert vom Gesetzgeber die Richtlinienkompetenz, die technischen und semantischen Anforderungen an die medizinischen Daten in der ePA festzulegen – natürlich im Benehmen mit anderen Beteiligten im Gesundheitswesen und auf Basis internationaler Standards.

Das ursprünglich geplante elektronische Patientenfach soll entfallen

Bisher sah das Konzept des Gesetzgebers neben der ePA auch ein elektronisches Patientenfach vor, für das andere Zugriffsmodalitäten als für die ePA gelten sollten. Mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes soll nach Plänen des Gesetzgebers das Patientenfach jedoch mit der ePA zusammengeführt und vereinheitlicht werden.

Abgrenzung der ePA von elektronischen Gesundheitsakten

Die ePA wird definiert durch die gematik; gesetzliche Grundlage ist Paragraf 291a SGB V. Daneben existieren bereits verschiedene sogenannte elektronische Gesundheitsakten, die einzelne Krankenkassen ihren Versicherten als Satzungsleistung bereitstellen; gesetzliche Grundlage ist Paragraf 68 SGB V.

Elektronische Gesundheitsakten bieten unterschiedliche Funktionalitäten und verschiedene Formen einer möglichen ärztlichen Einbindung. Sie sollen perspektivisch in die einheitliche ePA integriert werden. Die ärztliche Nutzung von elektronischen Gesundheitsakten ist freiwillig.