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Stand 23.04.2019

elektronische Patientenakte (ePA)

ePA: Übergreifende Dokumentation der Krankheitsgeschichte

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung und der Telematikinfrastruktur. Spätestens ab Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine solche ePA anbieten. So steht es im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Folgende Informationen über einen Patienten können in der ePA gespeichert werden:

  • Befunde
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Impfungen

Damit ist eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation möglich. Die ePA unterstützt außerdem den Notfalldatensatz und den elektronischen Medikationsplan sowie elektronische Arztbriefe. Die ePA ersetzt nicht die Kommunikation unter den Ärzten oder zu anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Elektronische Patientenakte ist für Patienten freiwillig

Grundvoraussetzung dafür ist der Wunsch des Patienten zur Führung einer ePA, denn es handelt sich dabei um eine freiwillige Anwendung. Die ePA soll als lebenslange Informationsquelle dienen, die jederzeit einen schnellen und sicheren Austausch der Daten ermöglicht. Krankenkassen sollen ihren Versicherten bis Anfang 2021 eine ePA bereitstellen. Es darf für jeden Versicherten nur eine ePA geben.

 

Arzt veranlasst Datenübertragung in die ePA

Wenn der Patient es will, lädt der Arzt bestimmte Daten aus seinem Praxisverwaltungssystem (PVS) in die ePA hoch. Die Daten in der ePA sind nur Kopien der Daten aus dem PVS; die Primärdokumentation des Arztes in seinem Praxisverwaltungssystem bleibt davon unberührt. Der Arzt stößt diesen Prozess bewusst selbst an; Daten werden niemals automatisch ohne Wissen des Arztes übertragen. Die Betreiber der Patientenakten können nicht auf das PVS der Arztpraxis zugreifen.

Unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten für Arzt und Patienten

Der Patient kann seine ePA jederzeit alleine einsehen, inhaltlich befüllen oder Inhalte löschen, zum Beispiel mit einer eigenen App. Der Arzt greift grundsätzlich gemeinsam mit dem Patienten auf dessen ePA zu: Der Arzt nutzt hierfür seinen Praxisausweis und der Patient seine elektronische Gesundheitskarte.

Der Patient entscheidet, wer auf seine Akte zugreifen kann. Er kann dem Arzt eine temporäre Zugriffsberechtigung geben, sodass der Arzt auch ohne Anwesenheit des Versicherten, etwa im Nachgang an einen Behandlungstermin, Dokumente in die ePA einstellen kann.

Hinweis: Da die ePA in der Hoheit des Patienten liegt, kann der Arzt prinzipiell nicht von einer medizinisch vollständigen Akte ausgehen.

Möglichst einfache ärztliche Nutzung der ePA

Die KBV setzt sich dafür ein, dass die Praxen einen einfachen Umgang mit der elektronischen Patientenakte haben. Voraussetzung müssen deshalb einheitliche Schnittstellen sein, sodass Praxen unproblematisch mit  Akten unterschiedlicher Anbieter arbeiten können. Diese Schnittstellen werden von der gematik spezifiziert.

Medizinische Informationsobjekte (MIOs) als Grundlage

Die KBV hat vom Gesetzgeber im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) die Aufgabe erhalten, die medizinischen Daten für die ePA zu standardisieren. Nur so ist ein strukturierter Datentransfer der Niedergelassenen untereinander sowie zu Kliniken, zu Apotheken oder zu anderen medizinischen Fachberufen sinnvoll möglich. Unter der Bezeichnung medizinische Informationsobjekte (MIOs) wird die KBV bis Herbst 2020 erste Standards definieren, zum Beispiel für Labordaten, bestimmte medizinische Befunde oder den Impfpass. Die KBV wird dabei auf internationale Standards als Basis setzen und das Benehmen mit anderen Beteiligten im Gesundheitswesen herstellen.

Abgrenzung der ePA von elektronischen Gesundheitsakten

Die ePA wird definiert durch die gematik; gesetzliche Grundlage ist Paragraf 291a SGB V. Daneben existieren bereits verschiedene sogenannte elektronische Gesundheitsakten, die einzelne Krankenkassen ihren Versicherten als Satzungsleistung bereitstellen; gesetzliche Grundlage ist Paragraf 68 SGB V.

Elektronische Gesundheitsakten bieten unterschiedliche Funktionalitäten und verschiedene Formen einer möglichen ärztlichen Einbindung. Sie sollen perspektivisch in die einheitliche ePA integriert werden. Die ärztliche Nutzung von elektronischen Gesundheitsakten ist freiwillig.