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„Früherkennung verhindert, dass der Darmkrebs überhaupt entsteht“ – KBV bietet Infomaterialien für Praxen zum Darmkrebsmonat März

Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die KBV Ärztinnen und Ärzte dazu auf, in ihren Praxen auf Präventionsangebote aufmerksam zu machen. Um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, unterstützt die KBV das Vorhaben mit Infomaterialien.

„Das ist eine gute Gelegenheit, bei Patientinnen und Patienten für Prävention zu werben“, sagt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner. Darmkrebs sei sehr gut heilbar, wenn er früh erkannt werde, ergänzte Steiner.

Auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister, zeigte sich im Video-Interview überzeugt vom Nutzen des Angebots: „Die Darmkrebsfrüherkennung ist eine ungeheuer wertvolle und wichtige Methode, denn sie verhindert, dass Darmkrebs überhaupt entsteht.“ Prävention könne nicht hoch genug bewertet werden, betonte Hofmeister. Denn: „Vorbeugen ist besser als heilen.“

Plakat und Infokarte für die Praxis

Die KBV unterstützt Praxen mit einem Wartezimmerplakat. Dieses trägt den Titel: „Große Probleme fangen oft klein an“ und soll Patientinnen und Patienten auf die Darmkrebsfrüherkennung aufmerksam machen. Eine Infokarte informiert kurz und übersichtlich über das für Frauen und Männer einheitliche Vorsorge-Angebot. Praxen können beides kostenlos bei der KBV bestellen. Eine Patienteninformation zum Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl kann ergänzend als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Zahl der Koloskopien gestiegen

Die Zahl der Früherkennungskoloskopien ist im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 gestiegen – um rund 12.000 (+3,6 Prozent). Dies geht aus dem aktuellen Trendreport des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum mehr als 339.000 Früherkennungskoloskopien durchgeführt.

Bei den Stuhltests ist hingegen ein rückläufiger Trend zu beobachten: Laut Zi wurden im ersten Halbjahr 2025 rund 983.000 Tests zur Bestimmung von okkultem Blut im Stuhl durchgeführt. Das sind etwa 94.000 (-8,7 Prozent) weniger als im ersten Halbjahr 2024.

Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern in Deutschland. Jedes Jahr sterben laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten etwa 23.000 Menschen an Darmkrebs. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt jährlich bei rund 55.000. Der Darmkrebsmonat März ist immer wieder Anlass, die Erkrankung und deren Möglichkeiten zur Früherkennung zu thematisieren. Zu den Initiatoren gehören die Felix Burda Stiftung, die Stiftung LebensBlicke und der Verein Netzwerk gegen Darmkrebs.

Das organisierte Darmkrebs-Früherkennungsprogramm

Das Programm zur Früherkennung von Darmkrebs wird seit 2019 als organisiertes Darmkrebsscreening angeboten. Seither erhalten Versicherte im Alter von 50, 55, 60 und 65 Jahren eine Einladung zur Früherkennung auf Darmkrebs von ihrer Krankenkasse. Mit diesem Schreiben erhalten sie Informationen zu dem Programm. Einen Termin in einer Arztpraxis vereinbaren sie individuell.

Zu dem Früherkennungsprogramm für Frauen und Männer ab 50 Jahren gehören – neben der Beratung beim Arzt – wahlweise alle zwei Jahre ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl (iFOBT) oder zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. Bei auffälligen Stuhltests besteht immer ein Anspruch auf eine Darmspiegelung. Das einmalige Beratungsgespräch kann von allen Vertragsärzten angeboten werden, die Leistungen zur Krebsfrüherkennung erbringen – also neben Hausärzten unter anderem auch Gynäkologen und Urologen. Abgerechnet wird das Beratungsgespräch über die Gebührenordnungsposition 01740.

Ärztinnen und Ärzte, die den iFOBT als Früherkennungsuntersuchung auf kolorektales Karzinom veranlassen, rechnen die GOP 01737 ab. Die Leistung umfasst die Ausgabe, Rücknahme und Weiterleitung des Stuhlproben-Entnahmesystems bei einer präventiven Untersuchung.

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Darmkrebsvorsorge: Krebs verhindern, bevor er entsteht

Informationsmaterialien für Patienten

Veranstaltungen

Digitales Symposium „Meilensteine der Darmkrebsfrüherkennung. Innovation – KI – Qualität“

2. März 2026, kostenfreies Live-Online-Event von 16:00 bis 18:15 Uhr

3 CME-Punkte

Veranstalter: Verein Netzwerk gegen Darmkrebs

Eine Übersicht weiterer bundesweiter Infoveranstaltungen rund um das Thema Darmkrebs und Vorsorge bietet die Stiftung LebensBlicke.

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