Umfrage: Mehrheit der Bevölkerung befürwortet finanzielle Anreize für mehr Termine
Politik und Krankenkassen seien gut beraten, die Einschätzung der Bevölkerung ernst zu nehmen, fordern die KBV-Vorstände Dres. Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Sibylle Steiner. In einer Pressemitteilung betonten sie, dass die Bürgerinnen und Bürger die Situation vor Ort aus eigenem Erleben realistisch einschätzen – „auf jeden Fall deutlich realistischer als dies bei Funktionären von Krankenkassen und Vertretern von Teilen der Politik der Fall ist“. Hintergrund ist die Forderung von Krankenkassen und Teilen der Politik, alle Vergütungsregelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) ersatzlos zu streichen.
Das Meinungsforschungsinstituts Civey hat Ende Februar im Auftrag der KBV rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger zu den Streichungsplänen befragt. 57 Prozent von ihnen votierten für eine Beibehaltung finanzieller Anreizsysteme sowohl für Haus- als auch Fachärzte. Ein gutes Viertel äußerte sich ablehnend, knapp 17 Prozent waren unentschieden. 61,6 Prozent der Befragten befürchten, dass es durch den Wegfall von Anreizsystemen schwerer wird, auch in dringenderen Fällen Facharzttermine zu bekommen.
Vor allem in dicht besiedelten städtischen Gebieten und bei Familien mit Kindern war der Grad der Zustimmung zur Beibehaltung finanzieller Anreizsysteme am größten. Diese Gruppen äußerte zugleich die größten Sorgen im Falle einer Streichung der Vergütung.
Der Vorstand der KBV warnt eindringlich vor der Abschaffung der TSVG-Regelungen. Vor dem Hintergrund eines öffentlichen Bewusstseins für die Bedeutung der ambulanten Versorgung, sollte sich die Politik genau überlegen, ob sie die wenigen Anreize für Praxen, noch mehr Termine zu schaffen, einfach ersatzlos streichen wolle. Das müsse sie dann auch ihren Wählerinnen und Wählern gegenüber vertreten und rechtfertigen.