Praxisnachricht
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KBV-Vorstand: Sparmaßnahmen treffen auch Demenzkranke

Die vom Bundestag beschlossenen Kürzungen in der ambulanten Versorgung haben auch Auswirkungen auf die Behandlung von Menschen mit Demenz. Davor hat der Vorstand der KBV anlässlich des Welt-Alzheimertages gewarnt.

„Gerade Menschen mit Demenz sind auf eine engmaschige hausärztliche Betreuung, schnelle Facharzttermine und Unterstützungsangebote für ihre Angehörigen angewiesen“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. Hausarztpraxen seien hierbei zentrale Ansprechpartner. „Sie koordinieren Diagnostik, Medikamentenmanagement, Überweisungen und die Zusammenarbeit mit Angehörigen sowie Pflegediensten. Wir können deshalb nur davor warnen, dass die Kürzungen die Praxen dazu zwingen könnten, ihr Leistungsangebot an die verfügbaren Einnahmen anzupassen.“

Weniger Zeit und Kapazitäten

Die KBV befürchtet Einschränkungen bei der Verfügbarkeit und auch bei der Zugänglichkeit ambulanter Leistungen. Mögliche Auswirkungen für Demenzkranke seien weniger Zeit und Kapazitäten in den Praxen, längere Wartezeiten auf Termine, weniger Möglichkeiten für kurzfristige Arztkontakte und geringere Kapazitäten für die Beratungen mit Angehörigen.

Dabei werde die Versorgung von Menschen mit Demenz in Zukunft immer wichtiger. Ein Grund ist der demografische Wandel. Mit steigender Lebenserwartung wächst die Zahl der hochbetagten Menschen und das Risiko für eine Demenz nimmt mit dem Alter deutlich zu.

Welt-Alzheimertag und Woche der Demenz

Dass Demenz keine Frage des Alters ist, soll bei der diesjährigen Aktionswoche zur Demenz und beim Welt-Alzheimertag deutlich werden. Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ finden vom 21. bis 27. September bundesweit Aktionen statt.

Die KBV bietet für Praxen ein Serviceheft und Fortbildungen. Außerdem unterstützt sie die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung. Hierzu haben 70 Akteure aus Politik, Gesellschaft, Forschung und Versorgung konkrete Maßnahmen vereinbart, um das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Die Federführung liegt beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie beim Bundesgesundheitsministerium.

Laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, weltweit sind etwa 55 Millionen Menschen betroffen. Demenz zählt zu den häufigsten Krankheitsbildern im Alter mit einem hohen Versorgungs- und Betreuungsaufwand.

Bundesweite Aktionswoche: „Demenz – (k)eine Frage des Alters“

Dass nur alte Menschen Demenz bekommen können, ist eine weit verbreitete Annahme. Demenzerkrankungen können auch in jüngeren Jahren auftreten, beispielsweise gefäßbedingte Formen. Hinzu kommt, dass bei jedem Betroffenen auch die Familie, Freunde, Nachbarn oder Kolleginnen mitbetroffen sind oder sein können.

Somit ist es nie zu früh, sich mit Demenzerkrankungen auseinanderzusetzen. Darauf wollen die Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen in diesem Jahr besonders aufmerksam machen. Daher lautet das Motto der diesjährigen Woche der Demenz vom 21. bis zum 27. September und des Welt-Alzheimertages „Demenz – (k)eine Frage des Alters“.

Bundesweit werden beispielsweise Vorträge, Ausstellungen und Benefizkonzerte organisiert. Arztpraxen können die Aktionswoche unterstützen und sich an Veranstaltungen beteiligen oder Patientinnen und Patienten darauf hinweisen. Was konkret geplant ist, zeigt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in einer Übersicht auf ihrer Internetseite.

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Alzheimer-Telefon und Infomaterialien

Bei einer Demenzerkrankung sind viele Herausforderungen zu meistern und Fragen zu klären, zum Beispiel zu Verhaltensweisen, rechtlichen Aspekten oder Entlastungsangeboten. Antworten erhalten Betroffene und Angehörige und generell Interessierte bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Sie bietet seit etwa 20 Jahren das Alzheimer-Telefon unter der Nummer 030 259 37 95 14. Zudem stellt sie Infomaterialien bereit, die Praxen im Wartezimmer auslegen können.

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KBV unterstützt Praxen: Serviceheft „Demenz“ und Fortbildung in Qualitätszirkeln

Speziell für Praxen bietet die KBV das Serviceheft „Demenz“ an. Die Publikation aus der Reihe PraxisWissen enthält grundlegende Informationen zur Versorgung, Checklisten, Fallbeispiele und rechtliche Hinweise, insbesondere zur Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht. Das Heft kann als Webversion abgerufen oder kostenfrei bestellt werden.

Das Krankheitsbild Demenz kann auch bei der ärztlichen und psychotherapeutischen Fortbildung in Qualitätszirkeln berücksichtigt werden. Dazu bietet die KBV das Modul „Nationale Demenzstrategie – Modul für interdisziplinäre Qualitätszirkel“ an. Es enthält Hintergrundinformationen und schildert Fallbeispiele aus dem hausärztlichen und fachärztlichen Versorgungsalltag. Sie können in den Zirkelsitzungen als Diskussionsgrundlage dienen.

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