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„Lass dich nieder in Praxenland“: Warum eine Niederlassung immer noch Sinn macht – doch ohne Reformen wird‘s zunehmend schwer
„Die Arbeit in der eigenen Praxis ist mehr als ein Beruf – sie ist eine Berufung. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten für ihr Leben gern in der Niederlassung und sie tun das mit viel Herzblut. Aber damit das so bleibt, braucht es bessere Rahmenbedingungen. Allein im Jahr 2024 haben die vertragsärztlichen Praxen Leistungen im Wert von circa 2,7 Milliarden Euro nicht bezahlt bekommen. Jährlich werden über 40 Millionen Termine im fachärztlichen Bereich nicht vergütet. Das kann so nicht weitergehen. Mit dieser Kampagne werben wir deshalb nicht nur für den Erhalt der ambulanten Versorgung, sondern auch für die Wertschätzung, die sie verdient“, betont Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV.
Mit Slogans wie „Mehr Verantwortung tragen als jede Führungsetage“ und „Werde dein eigener Chef, Arzt“ sowie Motiven, die echte Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Arbeit zeigen, werden die Vorzüge einer Niederlassung herausgestellt. Insgesamt fünf Haus- und Fachärzte aus verschiedenen Regionen Deutschlands waren als Kampagnengesichter beim Shooting dabei.
„Wer sich niederlässt, arbeitet mit Herz und hat die Chance, Menschen über Jahre zu begleiten. Diese Nähe zeigt, warum die Praxis vor Ort so eminent wichtig ist. Ohne sie ist auch der gesellschaftliche Zusammenhalt zunehmend gefährdet. Doch schon jetzt sind etwa 5.000 Hausarztsitze deutschlandweit nicht besetzt. Und die Abgangsraten durch die Babyboomer werden zukünftig noch weiter steigen. Deshalb brauchen wir dringend Strukturreformen – unter anderem müssen zum Beispiel bürokratische Hürden schleunigst abgebaut werden“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister.
Der Appell „Lass dich nieder in Praxenland“ verknüpft die #Praxenland-Kampagne, mit der KBV und KVen seit 2025 öffentlichkeitswirksam den Stellenwert der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen betonen, mit der Nachwuchskampagne „Lass dich nieder“. Mit dieser Aufforderung wenden sich die KBV und die KVen seit Mai 2014 gezielt an Medizinstudierende und junge Ärzte, um sie über die Arbeit in der Niederlassung zu informieren – und dafür zu begeistern.
„Die Dankbarkeit der Patientinnen und Patienten ist eine große Motivation für die Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig wissen wir: Junge Ärztinnen und Ärzte brauchen bessere Rahmenbedingungen wie weniger Bürokratie, die Abschaffung sinnloser Wirtschaftlichkeitsprüfungen und eine verlässliche Digitalisierung. Genau dafür kämpfen wir – und zeigen mit ‚Lass dich nieder in Praxenland‘ auch, wie attraktiv die ambulante Versorgung sein kann“, erklärt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.
Die aktuelle Recruiting-Kampagne wird vom 19. Januar bis 29. März deutschlandweit und multimedial über Social Media, Streamingdienste, digitale Medien sowie als Außenwerbung an relevanten Standorten, wie dem Regierungsviertel in Berlin und in der Nähe von Krankenhäusern und Kliniken, ausgespielt. Ihren Höhepunkt findet „Lass dich nieder in Praxenland“ schließlich Anfang März mit einem Kampagnenfilm, der die Praxisgründung beispielhaft begleitet.