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Stand 07.09.2020

Sepsis

Sepsis rechtzeitig erkennen und richtig reagieren - Hinweise für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Weltweit sterben jährlich etwa elf Millionen Menschen an einer Sepsis – die meisten Fälle davon wären vermeidbar. In Deutschland gehen Expertinnen und Experten von jährlich 75.000 Sepsis-Todesfällen aus.

Die Weltgesundheitsorganisation fordert ihre Mitgliedsstaaten auf, Maßnahmen zur Bekämpfung der Sepsis zu ergreifen. Wichtig sind vor allem Aufklärung, Hygienemaßnahmen und Schutzimpfungen sowie eine schnelle Diagnose im Ernstfall. Bei der Sepsis handelt es sich um die häufigste Todesursache bei Infektionskrankheiten weltweit.

Unspezifische Symptome erkennen

Jede Infektion kann eine Sepsis auslösen – häufig sind Infektionen der Lungen, Harnwege oder des Bauchraums Auslöser. Es gibt zudem einen engen Zusammenhang zu COVID-19.

Die Symptome können denen einer Influenza ähneln – beispielsweise hohes Fieber, Schüttelfrost und (Muskel-)Schmerzen. Weitere Anzeichen sind schwerstes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, Kurzatmigkeit, Luftnot und Herzrasen. Auch Schläfrigkeit oder Unruhe, erhöhter Puls, niedriger Blutdruck sowie verfärbte oder fleckige Haut können auf eine Sepsis hindeuten.

Präventionsmaßnahmen

Eine Impfung gegen Sepsis selbst gibt es nicht, gegen einige Infektionen jedoch schon. Bei der Sepsis-Prävention spielen besonders die Pneumokokken- und die Grippeschutzimpfung eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus können Hygienemaßnahmen wie häufiges und richtiges Händewaschen einer Infektion und somit einer Sepsis vorbeugen.

Das können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte tun

Ärztinnen und Ärzte sollten bei bestimmten Warnsymptomen alarmiert sein und an eine Sepsis denken. Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Sepsis müssen sofort in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Bei Sepsis handelt es sich um einen Notfall wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Weitere Details zu Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge stehen in der entsprechenden S3-Leitlinie. Von der Sepsis Stiftung und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit gibt es zudem praktische Hilfen für den Arbeitsalltag wie Kitteltaschenkarten, Poster und Handlungsempfehlungen (siehe Infokasten unten).

Ebenso können Praxen bei der Aufklärung über Sepsis helfen. Für die Information der Patientinnen und Patienten stehen verschieden Materialien bereit (siehe Infokasten unten).

Aktuelles

Welt-Sepsis-Tag am 13. September

Am 13. September findet der jährliche Welt-Sepsis-Tag statt. Mehr Infos (Englisch)

Im Vorfeld veranstaltet die Sepsis Stiftung am 10. September 2020 eine digitale Pressekonferenz (11 Uhr) mit anschließender Podiumsdiskussion (15-18 Uhr) unter der Überschrift: „Die Bedrohung durch Sepsis und Pandemien im 21. Jahrhundert“. Mehr Infos und Link zum Livestream

Kleine Anfrage im Bundestag

Am 21. August 2020 stellte die Linksfraktion die Kleine Anfrage: „Sepsis – Bedeutung, Erkennung, Behandlung und mögliche politische Handlungserfordernisse“. Mehr Infos und Anfrage im Wortlaut

QS-Verfahren in Vorbereitung

Am 16. Juli 2020 hat der Gemeinsame Bundesausschuss das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen beauftragt, ein Qualitätssicherungsverfahren Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Sepsis zu entwickeln. Beschluss des G-BA

Ärztinnen und Ärzte: Infomaterialien und weiterführende Links

Patientinnen und Patienten: Infomaterialien zur Weitergabe und Auslage im Wartezimmer