„Lass dich nieder in Praxenland“ – KBV wirbt um Nachwuchs
„Die Arbeit in der eigenen Praxis ist mehr als ein Beruf – sie ist eine Berufung. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten für ihr Leben gern in der Niederlassung und sie tun das mit viel Herzblut. Aber damit das so bleibt, braucht es bessere Rahmenbedingungen“, erklärte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen und betonte: „Allein im Jahr 2024 haben die vertragsärztlichen Praxen Leistungen im Wert von circa 2,7 Milliarden Euro nicht bezahlt bekommen. Jährlich werden über 40 Millionen Termine im fachärztlichen Bereich nicht vergütet. Das kann so nicht weitergehen. Mit dieser Kampagne werben wir deshalb nicht nur für den Erhalt der ambulanten Versorgung, sondern auch für die Wertschätzung, die sie verdient.“
Bundesweite Kampagne für den Nachwuchs
Kampagnenmotive mit Headlines wie „Werde dein eigener Chef, Arzt“ oder „Mehr Verantwortung tragen als jede Führungsetage“ sind seit Mitte Januar deutschlandweit unter anderem in sozialen Medien, Online-Medien sowie Newslettern, aber auch auf digitalen Außen-Werbeflächen wie City-Light-Postern zu sehen. Weitere Maßnahmen wie Audio-Spots und ein Kurzfilm, der auf verschiedenen Streamingdiensten eingesetzt werden wird, folgen in den nächsten Wochen.
Für die Motive standen Haus- und Fachärzte aus verschiedenen Regionen Deutschlands vor der Kamera. „Die Zukunft der Medizin liegt in der ambulanten Versorgung“, ist beispielsweise der Kardiologe Dr. Djawid Hashemi überzeugt. Er gründete Mitte 2025 seine eigene Praxis in Berlin.
Strukturreformen dringend notwendig
„Wer sich niederlässt, arbeitet mit Herz und hat die Chance, Menschen über Jahre zu begleiten. Diese Nähe zeigt, warum die Praxis vor Ort so eminent wichtig ist. Ohne sie ist auch der gesellschaftliche Zusammenhalt zunehmend gefährdet. Doch schon jetzt sind etwa 5.000 Hausarztsitze deutschlandweit nicht besetzt. Deshalb brauchen wir dringend Strukturreformen – unter anderem müssen zum Beispiel bürokratische Hürden schleunigst abgebaut werden“, forderte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister.
Alle Motive und Inhalte auf lass-dich-nieder.de
Der Appell „Lass dich nieder in Praxenland“ verknüpft die #Praxenland-Kampagne, mit der KBV und KVen seit 2025 öffentlichkeitswirksam den Stellenwert der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen betonen, mit der Nachwuchskampagne „Lass dich nieder“. Mit dieser Aufforderung wenden sich die KBV und die KVen seit Mai 2014 gezielt an Medizinstudierende und junge Ärzte, um sie über die Arbeit in der Niederlassung zu informieren – und dafür zu begeistern. Alle Motive und Inhalte der Kampagne sowie O-Töne der beteiligten Ärztinnen und Ärzte finden sich auf der Website lass-dich-nieder.de.
Ärztinnen und Ärzte brauchen bessere Rahmenbedingungen
„Die Dankbarkeit der Patientinnen und Patienten ist eine große Motivation für die Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig wissen wir: Junge Ärztinnen und Ärzte brauchen bessere Rahmenbedingungen wie weniger Bürokratie, die Abschaffung sinnloser Wirtschaftlichkeitsprüfungen und eine verlässliche Digitalisierung. Genau dafür kämpfen wir – und zeigen mit ‚Lass dich nieder in Praxenland´ auch, wie attraktiv die ambulante Versorgung sein kann“, erklärte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.
Die Kampagne für die Niederlassung wird noch bis Ende März auf den verschiedenen Kanälen sichtbar sein.
Deutschland ist Praxenland – Materialien für die Praxis
Deutschland ist Praxenland – und muss es bleiben: Der Aufruf „Lass dich nieder in Praxenland“ knüpft an die #Praxenland -Kampagne an, mit der KBV und KVen den Wert der wohnortnahen Versorgung durch Hausarzt-, Facharzt- und Psychotherapiepraxen hervorheben – und die Politik auffordern, die Rahmenbedingungen für Niedergelassene zu verbessern, um die ambulante Versorgung so langfristig zu sichern.
Die KBV stellt verschiedene Materialien bereit, mit der Praxen auf die #Praxenland-Kampagne hinweisen können. Neu sind unter anderem die #Praxenland-Aufkleber und #Praxenland-Terminzettelblöcke. Zudem gibt es verschiedene Plakate für das Wartezimmer, Webteaser, die Praxen auf ihrer Internetseite einbinden können, sowie Vorlagen für Social-Media-Posts.
Praxen können alle Materialien kostenfrei über den Webshop der KBV bestellen.