Erweitertes Neugeborenen-Screening wird ergänzt
Die Gebührenordnungsposition (GOP) 01724 für die Blutuntersuchungen ist ab April mit 365 Punkten bewertet (plus 43 Punkte) und die Vergütung steigt um 5,48 Euro. Damit wird der für Labore erhöhte Untersuchungsaufwand berücksichtigt, wenn diese das Blut auf 20 statt vorher 16 Zielerkrankungen untersuchen müssen.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte die Kinder-Richtlinie im Mai 2025 geändert und Untersuchungen zur Früherkennung eines Vitamin-B12-Mangels sowie der drei sehr seltenen Stoffwechselerkrankungen Homocystinurie, Propionazidämie und Methylmalonazidurie in das Screening aufgenommen. Er hatte damals festgelegt, dass die Änderungen in der Kinder-Richtlinie erst zwölf Monate später anzuwenden sind. Damit sollte unter anderem den Screening-Laboren Zeit für die erforderliche apparative Ausstattung gegeben werden (die PraxisNachrichten berichteten).
Auch musste die Elterninformation zum erweiterten Neugeborenen-Screening angepasst werden (Anlage 3 der Kinder-Richtlinie, siehe unten). Das Screening dient der Früherkennung seltener, meist lebensbedrohlicher oder schwer verlaufender Erkrankungen von Neugeborenen mit dem Ziel einer unverzüglichen Therapieeinleitung.
Weitere EBM-Anpassungen für Laborleistungen ab April
Außerdem hat der Bewertungsausschuss die GOP 32670 für die quantitative Bestimmung einer In-vitro-Freisetzung von Interferon-gamma nach Ex-vivo-Stimulation mit Antigenen des Mycobacterium tuberculosis Complex an den Stand von Wissenschaft und Technik angepasst.
Dadurch kann für die Untersuchung zum Ausschluss einer latenten oder aktiven Tuberkulose nach der GOP 32670 als Alternative zur Bestimmung der Freisetzung von Interferon-gamma mittels IGRA-Tests (z. B. QuantiFERON) die Freisetzung von IP-10 (Interferon-gamma-induziertes Protein 10) quantitativ bestimmt werden.
Bluttest auf Trisomie: geringere Bewertung ab Juli
Ab Juli wird die Bewertung der GOP 01870 für die pränatale Untersuchung fetaler DNA aus mütterlichem Blut auf eine Trisomie 13, 18 oder 21 von 1.642 Punkten (209,20 Euro) auf 1.326 Punkte (168,94 Euro) gesenkt und damit an die aktuellen Testkosten angepasst.