Praxisnachricht
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Hofmeister: Patientensteuerung braucht Verbindlichkeit

Die KBV erwartet, dass die Politik ein primärärztliches Steuerungssystem mit klaren und verbindlichen Regeln auf den Weg bringt. Ein solches System könne nur funktionieren, wenn die Patienten auch verpflichtet seien, zunächst einen Primärarzt aufzusuchen oder sich an die 116117 zu wenden, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister in einem Video-Interview.

Primärärztliche Versorgung zeichne sich vor allem dadurch aus, dass Menschen langjährige Bindungen an die Praxen haben, denn da erst entstehe der wirkliche Mehrwert, hob Hofmeister hervor. Er fügte hinzu: „Über allem steht die unbedingte Forderung: Es muss Verbindlichkeit geben“. 

Dies gelte nicht nur – wie von der Politik immer wieder zu hören – für die Praxen, sondern auch für Patientinnen und Patienten. Sie müssten sich an die Vorgaben der Steuerung halten und könnten nicht parallel weitere Versorgungsangebote beliebig in Anspruch nehmen. „Alle OECD-Erkenntnisse über die europäischen Partner zeigen, dass dort kein Steuerungssystem ohne Verbindlichkeit funktioniert, insofern ist das die absolute Kernvoraussetzung“, betonte er.

Vorschläge der KBV

Hofmeister wies auf das Konzept der KBV für eine primärärztliche Versorgung hin, das bereits seit Längerem vorliege. Es sehe vor, dass die primärärztliche Steuerung durch haus- und kinderärztliche Praxen erfolgen soll. Während der direkte Zugang zu Gynäkologie, Augenheilkunde und Psychotherapie erhalten bliebe, sollten weitere Facharztkontakte über qualifizierte Überweisungen gesteuert werden. Ergänzend könnte die 116117 als zentrale Anlaufstelle für Akut-, Notfall- und Bereitschaftsversorgung sowie für Menschen ohne festen, steuernden Arzt dienen. Ziel sei eine koordinierte Versorgung aus einer Hand.

Mit Blick auf die unterschiedlichen „Baustellen“ im Gesundheitswesen sagte Hofmeister, die primärärztliche Versorgung dürfe nicht losgelöst von anderen Reformen geplant werden. So werde das Notfallgesetz unmittelbar Auswirkungen auf die Frage der primärärztlichen Versorgung haben, die Krankenhausreform wiederum auf das Notfallgesetz und umgekehrt. Besonders schädlich sei das geplante Spargesetz. Haus- und Fachärzte sollten mehr leisten und gleichzeitig würden ihnen die Honorare gekürzt. „Das ist zynisch“, kritisierte er.

Primärärztliche Versorgung ist kein Sparmodell

Hofmeister stellte erneut klar, dass eine primärärztliche Steuerung kein Sparmodell sei. „Das wird keine Kosten reduzieren. Im Idealfall wird es dazu führen können, dass wir die Arbeitslast in Zukunft bei der demografischen Entwicklung überhaupt noch werden leisten können und die Kosten nicht weiter explodieren.“ So eine Steuerung sei zudem aufwendig. Sie verlange „ganz viel Leistung der Praxen“ und auch, dass Patientinnen und Patienten sich tatsächlich an eine solche Steuerung binden.

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Primärarztsystem: Ohne Verbindlichkeit keine sinnvolle Steuerung

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