VV-Delegierte beraten über die weitere Entwicklung in der ambulanten Versorgung
„Die Politik muss mehr Mut und Tatkraft bei der Umsetzung dringend notwendiger Reformen im Gesundheitswesen zeigen“, forderte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen, im Vorfeld der Versammlung. Denn die Herausforderungen sind groß. So will das Bundesgesundheitsministerium bis zum Sommer einen Referentenentwurf zur Primärversorgung vorlegen. Eine bedeutende Rolle dürfte dabei künftig dem Patientenservice 116117 und seinen digitalen Möglichkeiten zukommen. Wiederholt hatte die KBV in der Vergangenheit Vorschläge für eine Verbesserung der Patientensteuerung vorgelegt.
Bürokratieabbau und Digitalisierung
Zur Sprache kommen dürften auch die jüngsten Forderungen von Teilen der Politik sowie der Krankenkassen, die Vergütungsregelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) komplett zu streichen. Der Vorstand der KBV lehnt dies entschieden ab und verlangt eine ehrliche Diskussion zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. So dürften versicherungsfremde Leistungen nicht länger von der Versichertengemeinschaft getragen werden. Notwendig sei zudem eine deutliche Anhebung der Tabak- und Alkoholsteuern sowie die Einführung einer Steuer auf Zucker.
Daneben bleiben Bürokratieabbau und die Digitalisierung weiterhin auf der Agenda. So hatte das Bundesgesundheitsministerium jüngst angekündigt, bei der Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen unter anderem die Stabilität der Telematikinfrastruktur verbessern zu wollen. Der Entwurf eines Digitalgesetzes ist noch für März angekündigt.
Livestream
Die Vertreterversammlung wird ab 9 Uhr per Livestream übertragen. Alle Unterlagen wie Reden und Beschlüsse finden Interessierte nach der Sitzung auf der Internetseite der KBV.