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Praxen treiben Nutzung der ePA voran – Mehr als 100 Millionen eingestellte Dokumente

Mehr als 100 Millionen Dokumente wie Befundberichte und Arztbriefe sind laut aktuellen Daten der gematik bislang in die elektronischen Patientenakten hochgeladen worden. „Dies ist in erster Linie den Praxen zu verdanken, die trotz nicht einfacher Bedingungen die ePA im vergangenen Jahr erfolgreich in ihre Abläufe integriert haben,“ sagt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner.

Bis zu 93.000 Arzt- und Zahnarztpraxen greifen nach Angaben der gematik inzwischen wöchentlich auf die elektronischen Patientenakten (ePA) ihrer Patientinnen und Patienten zu. Das geht aus einem Factsheet hervor, das die gematik jetzt anlässlich des Starts der ePA-Einführung vor einem Jahr veröffentlicht hat.

„Die Zugriffszahlen sind beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Einführung der ePA nicht per Knopfdruck, sondern richtigerweise als Hochlaufphase erfolgte. Das war ein zeitaufwändiger Prozess für die Niedergelassenen und ihre Teams“, sagte Steiner.

Medikationsliste mit hohem Zusatznutzen

Im Schnitt werden aktuell unter anderem jede Woche mehr als 21 Millionen Abrufe von Medikationslisten (eML) verzeichnet. „Das zeigt, dass viele Niedergelassene die eML als zusätzliche Informationsquelle nutzen,“ sagte Steiner. Dies hätten auch die Befragungen gezeigt, die die KBV bei Praxen durchgeführt habe. So hatten bei der letzten Umfrage im Januar fast 80 Prozent der Befragungsteilnehmenden angegeben, die eML als hilfreich oder teils als hilfreich zu erachten.

Ähnlich hoch war dabei die Zustimmung bei den Arztbriefen und Befundberichten – über 70 Prozent der Befragten sahen die Nutzung von Dokumenten, die in der ePA abgelegt sind, als hilfreich an. Nach Angaben der gematik machen Befundberichte mit einer Anzahl von rund 59 Millionen gut die Hälfte aller eingestellten Dokumente aus. An zweiter Stelle folgen knapp 25 Millionen elektronische Arztbriefe. Laut gematik wurden bislang circa 37 Millionen Dokumente heruntergeladen. Der größte Anteil entfällt mit etwa 20 Millionen auch hier auf die Befundberichte, gefolgt von etwa 5,5 Millionen Arztbriefen.

„Unter dem Strich werden seit dem Beginn der Einführung der ePA die Akten fast ausschließlich von den Vertragsärzten und -psychotherapeuten befüllt“, sagte Steiner. Diese Art der Digitalisierung sei aber einseitig. Nun müssten endlich auch andere Gesundheitseinrichtungen wie die Krankenhäuser folgen, damit die ePA einen Mehrwert bieten könne.

Dringender Verbesserungsbedarf bei technischer Umsetzung

Steiner wies außerdem auf den weiterhin dringenden Verbesserungsbedarf bei der technischen Umsetzung hin. Der Aufwand für die Praxen könnte deutlich reduziert werden, wenn die Praxisverwaltungssysteme die Ärzte und Psychotherapeuten mit weiteren Funktionalitäten etwa beim Einstellen von Dokumenten unterstützen und die Telematikinfrastruktur stabil laufen würden. Zudem werde die Bereitstellung der Volltextsuche dringend erwartet. Sie soll nach den aktuellen Plänen der gematik flächendeckend ab Januar 2027 bereitstehen.

Die ePA war nach einem Start in Testregionen ab Ende April 2025 schrittweise in der ambulanten Versorgung eingeführt worden. Seit 1. Oktober 2025 sind Praxen und Kliniken bundesweit verpflichtet, die ePA mit relevanten Dokumenten zu befüllen.

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