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Impfen schützt
Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte impfen jedes Jahr Millionen Menschen. 2025 verabreichten Haus- und Fachärztinnen und -ärzte insgesamt rund 40 Millionen Schutzimpfungen.
Impfen ist mehr als der eigentliche Pieks: Dazu gehören die Prüfung des Impfstatus, die individuelle Beratung und Aufklärung, der Ausschluss von Kontraindikationen, die sichere Verabreichung des Impfstoffs sowie die Betreuung bei möglichen Impfreaktionen und seltenen Impfkomplikationen.
Jetzt gegen Grippe impfen lassen
Der ideale Zeitpunkt für die Grippeschutzimpfung ist ab Oktober bis Mitte November. Für diese Personen wird die Grippeschutzimpfung z. B. empfohlen:
- Personen ab 60 Jahren
- Schwangere
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit chronischer Grunderkrankung
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Menschen, die beruflich viel Kontakt zu anderen haben
- Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen wohnen
Viele ältere Menschen sind nicht ausreichend geimpft
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) werden Impfangebote insbesondere von Menschen ab 60 Jahren weiterhin zu selten genutzt. Die Influenza-Impfquote lag 2025 in dieser Altersgruppe bei 34 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren. Die Pneumokokken-Impfquote stagniert seit mehreren Jahren bei 21 Prozent.
Auch viele Erwachsene mit Grunderkrankungen verfügen laut RKI nicht über den empfohlenen Impfschutz. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Menschen ab 60 Jahren die Standardimpfungen gegen Influenza, Pneumokokken und Herpes Zoster. Ab 75 Jahren kommen die Impfungen gegen COVID-19 und RSV hinzu. Darüber hinaus sollten Auffrischimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie regelmäßig überprüft werden.
Hinweis für Patientinnen und Patienten
Sie haben keinen behandelnden Arzt? Dann nutzen Sie den 116117-Terminservice.
Wichtige Impfungen im Überblick
Das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber, es können aber auch andere Symptome auftreten. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf.
- jährliche Auffrischimpfung für alle Personen ab 60 Jahre
- für die Basisimmunität sind mindestens drei Antigenkontakte erforderlich
Hinweis: Die Schutzimpfungs-Richtlinie wird derzeit angepasst. Danach sollen gesunde Erwachsene künftig erst ab 75 Jahren eine jährliche COVID-19-Auffrischimpfung erhalten. Zudem entfällt die bisherige Empfehlung, bei Erwachsenen eine Basisimmunität durch mindestens drei Antigenkontakte (Impfung oder Infektion) aufzubauen.
Diphtherie ist eine lebensbedrohliche, hochansteckende Erkrankung der oberen Atemwege. Zusätzlich kann das Bakterium Herz, Nerven und Nieren schädigen. Um eine Ausbreitung zu verhindern, ist eine hohe Impfbeteiligung erforderlich.
- Grundimmunisierung mit 3 Impfungen im Säuglingsalter
- danach Auffrischungen im Kindes- und Jugendalter sowie alle 10 Jahre bei Erwachsenen
Das HIB-Bakterium kann vor allem bei Säuglingen und Kindern unter fünf Jahren Lungenentzündung, Kehlkopfentzündung oder die besonders gefährliche eitrige Hirnhautentzündung auslösen.
- Grundimmunisierung mit 3 Impfungen im Säuglingsalter
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die in manchen Fällen nicht vollständig ausheilt. Dann bleiben Viren im Körper und können die Leber fortlaufend schädigen. Die Infektion mit dem Virus erfolgt über Blut und andere Körperflüssigkeiten.
- Grundimmunisierung mit 3 Impfungen im Säuglingsalter
In Deutschland erkranken jährlich mehr als 300.000 Menschen an einer Herpes-Zoster-Virusinfektion. Als Komplikation können Nervenschmerzen auftreten, die Wochen bis Monate nach Abheilen des Hautausschlages anhalten können.
- zwei Impfungen ab 60 Jahren im Abstand von 2 bis 6 Monaten
HP-Viren können Gebärmutterhalskrebs, Penis- und Analkrebs sowie Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens auslösen. Sie werden durch Geschlechtsverkehr übertragen, daher sollte vor dem ersten Sexualkontakt geimpft werden.
- für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren: 2 Impfungen
- bei Nachholimpfung ab 15 Jahren meist 3 Impfungen
Typische Symptome der Virus-Grippe sind hohes Fieber, trockener Husten sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Besonders für Ältere und chronisch Kranke ist die Erkrankung gefährlich. Jährlich sterben in Deutschland tausende Menschen an den Folgen.
- jährliche Impfung ab 60 Jahren
Keuchhusten ist hochansteckend und tritt immer häufiger nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen auf. Es kommt zu schweren Hustenattacken mit Atemnot, Erbrechen und Erstickungsanfällen.
- Grundimmunisierung mit 3 Impfungen im Säuglingsalter
- Auffrischungen im Kindes- und Jugendalter
- Erwachsene sollen die nächste fällige Tetanus-Diphtherie-Auffrischung einmalig mit Pertussis-Komponente erhalten
Die Kinderlähmung ist eine fieberhafte Viruserkrankung. Sie kann zu bleibenden Lähmungen, im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen. Ungeachtet der Bezeichnung können auch Erwachsene an Kinderlähmung erkranken.
- Grundimmunisierung mit 3 Impfungen im Säuglingsalter
- eine Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 16 Jahren
Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Neben Lungen- oder Mittelohrentzündung kommt es bei etwa jeder 1.000sten Erkrankung zu einer Entzündung des Gehirns. Sie kann tödlich enden oder zu bleibenden Schäden führen.
- Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im frühen Kindesalter (als MMR-Impfung)
- nach 1970 geborene Erwachsene mit unklarem oder unvollständigem Impfschutz sollen eine Nachholimpfung erhalten
Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen ansiedeln. Sie können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung hervorrufen.
- Grundimmunisierung für Säuglinge mit 3 Impfungen im ersten und zweiten Lebensjahr
- einmalige Impfung für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren
Mumps lässt vor allem die Ohrspeicheldrüsen stark anschwellen. Komplikationen können eine Infektion der Hirnhaut oder der Hoden bzw. Eierstöcke sein. Bei einer Infektion in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kann eine Fehlgeburt auftreten.
- Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im frühen Kindesalter (als MMR-Impfung)
Pneumokokken-Bakterien können Hirnhaut-, Lungen- und Mittelohrentzündung sowie Blutvergiftung verursachen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Erwachsene und Kinder mit Vorerkrankungen oder Abwehrschwäche sowie Säuglinge.
- Grundimmunisierung mit 3 Impfungen im Säuglingsalter
- einmalige Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren
Infizieren sich Schwangere mit dem Röteln-Virus, kann es zu einer Fehlgeburt oder Fehlbildungen des Fötus kommen. Mit der Impfung für Jungen und Mädchen soll die Krankheit zurückgedrängt und verhindert werden, dass Schwangere sich anstecken.
- Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im frühen Kindesalter (als MMR-Impfung)
Rotaviren sind die häufigsten Auslöser von Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern. Die zum Teil erheblichen Flüssigkeitsverluste können bei jüngeren Kindern lebensbedrohlich sein. Eine vorbeugende Impfung wird empfohlen.
- Beginn ab einem Alter von 6 Wochen, je nach Impfstoff 2 oder 3 Schluckimpfungen
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein häufiger Erreger akuter Atemwegserkrankungen, gefährlich für Säuglinge und ältere Menschen. Für Letztere gibt es die Impfung. Für Säuglinge wird eine Prophylaxe mit monoklonalen Antikörpern empfohlen.
- eine einmalige Impfung ab 75 Jahren im Spätsommer / Herbst vor Beginn der RSV-Saison
Tetanus-Bakterien kommen vor allem in der Erde / im Straßenstaub vor. Sie können schon bei kleinsten Verletzungen in den Körper gelangen und zur Erstarrung der Muskulatur führen – wenn die Atemmuskulatur betroffen ist, bis zum Erstickungstod.
- Grundimmunisierung mit 3 Impfungen im Säuglingsalter
- danach Auffrischungen im Kindes- und Jugendalter sowie alle 10 Jahre bei Erwachsenen
Windpocken zeigen bei Erwachsenen, Säuglingen und abwehrgeschwächten Menschen oft einen schwereren Verlauf als bei Kindern. Lungen- oder Hirnhautentzündung sowie Fehlbildungen des Fötus bei Infektion in der Schwangerschaft sind möglich.
- Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im frühen Kindesalter
Die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommenen Schutzimpfungen basieren auf den Empfehlungen der STIKO und sind in der Schutzimpfungs-Richtlinie festgelegt.
Die aufgeführten Impfungen sind Standardimpfungen. Weitere Impfempfehlungen gelten für bestimmte Risiko- und Berufsgruppen, Frauen im gebärfähigen Alter sowie Reisende