Praxisnachricht
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Warum eine Firewall für die IT-Sicherheit unverzichtbar ist

Die Firewall spielt eine Schlüsselrolle beim Schutz der Praxis-IT vor externen Bedrohungen. Sie regelt den Datenverkehr zwischen dem Praxisnetzwerk und anderen unbekannten Netzen wie dem Internet und verhindert unerwünschte Zugriffe. Was Praxen hierzu wissen sollten, stellen wir im elften Teil der Serie vor.

Firewalls überwachen und steuern den ein- und ausgehenden Datenverkehr eines Netzwerks, um dieses zu schützen. Dazu befolgen sie genau die Regeln, die ihnen gegeben wurden – zum Beispiel, dass nur bestimmte Programme eine Verbindung ins Internet aufbauen dürfen oder dass Zugriffe von unbekannten Servern blockiert werden. Anhand dieser Regeln entscheiden Firewalls, welche Verbindungen zugelassen und welche blockiert werden.

Auf diese Weise tragen sie dazu bei, das Praxisnetzwerk vor Gefahren zu schützen, beispielsweise das Einschleusen von Schadsoftware, Angriffe auf die Praxis-IT durch Cyberkriminelle oder ungewollte Datenübertragungen. Damit sind sie eine wesentliche Schutzmaßnahme für medizinische und personenbezogene Daten.

Mindestanforderung

Die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV für Praxen schreibt vor, dass Praxen ihren Anschluss an andere Netze durch eine Firewall am Netzübergangspunkt absichern. Beispiele sind der Internetanschluss, der Anschluss beziehungsweise die Anbindung an die Telematikinfrastruktur oder der Anschluss zu einem Dienstleister.

Dabei reicht es nicht aus, eine Firewall lediglich „anzuschalten“. Sie muss so eingerichtet werden, dass sie zur jeweiligen Praxis passt. Es sollten nur notwendige ein- und ausgehende Verbindungen zugelassen werden, alle anderen Verbindungen sind von der Firewall zu blockieren.

Unterschiedliche Lösungen

Für den Einsatz einer Firewall stehen unterschiedliche Lösungen zur Verfügung. Zu nennen sind beispielsweise Firewalls, die in Betriebssysteme integriert und somit Teil der Software sind. Diese Firewalls schützen aber nur einzelne Geräte (wie einen PC) und nicht das Praxisnetzwerk am Netzübergangspunkt.

Es gibt aber auch eigene Firewall-Geräte, die das gesamte Praxisnetzwerk schützen. Diese bieten zusätzliche Funktionen, etwa zur Trennung verschiedener Netzbereiche oder zur genaueren Steuerung des Datenverkehrs, bei welchem Angriffsversuche erkannt werden („intrusion detection system“, kurz: IDS) oder sogar abgewehrt werden sollen („intrusion prevention system“).

Darüber hinaus gibt es Lösungen, die auch verschlüsselte Verbindungen durch einen Proxy-Mechanismus aufbrechen beziehungsweise die Inhalte inspizieren können. Zuletzt werben die Hersteller in jüngster Zeit mit der Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Angriffserkennung der Firewalls.

Diese unterschiedlichen Funktionalitäten werden mit nicht abschließend definierten Begriffen wie „Next Generation Firewall“ oder UTM-Firewall („unified threat management“) zusammengefasst.

Welche Lösung für einen Praxisinhaber oder eine Praxisinhaberin geeignet ist, hängt unter anderem von der Größe der Praxis und der Art und Anzahl der beanspruchten und bereitgestellten Dienste im Internet ab.

Firewall richtig einstellen

Eine wichtige Rolle spielt die fachgerechte Konfiguration der Firewall. Sicherheitsregeln müssen zum Start eingerichtet werden (initiale Konfiguration) und regelmäßig überprüft und an Veränderungen in der Praxis-IT angepasst werden. Dazu zählen beispielsweise neue Arbeitsplätze, zusätzliche medizinische Geräte oder eingerichtete Fernzugriffe. Ebenso wichtig sind regelmäßige Updates, um bekannt gewordene Sicherheitslücken zu schließen und die Firewall aktuell zu halten.

Sicherheitskonzept der Praxis

Über die grundlegenden Anforderungen hinaus empfiehlt es sich, die Firewall in ein übergreifendes Sicherheitskonzept einzubinden.

Zu einem solchen Konzept gehören beispielsweise Protokollierungen von Zugriffen, Kontrollmechanismen sowie klare Zuständigkeiten für Wartung und Pflege. Häufig wird diese Aufgabe von externen IT-Dienstleistern übernommen. Eine gut betreute Firewall trägt dazu bei, Sicherheitsrisiken zu minimieren und den stabilen Betrieb der Praxis-IT zu unterstützen.

Nächster Teil am 4. Juni

Im zwölften Teil unserer Serie am 4. Juni geht es um die IT-Sicherheit beim Personalwechsel.

Servicetipps und Checkliste zur Firewall

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